Die Analyse zeigt: Wieder bekamen Spieler einen Vertrag, die nicht zielgerichtet, live beobachtet wurden. Dennoch: die Trefferquote ist besser. Aber: Richtig gut, dazu fehlt noch einiges. Sportchef und Kaderplaner schaffen es wohl erneut nicht - so wie es etliche andere Clubs immer wieder hinbekommen - bei Neuzugängen einen Mehrwert zu erwirtschaften.

Sprich: Spieler verpflichten, die entwickeln und dann für viel Geld, mit großem Gewinn zu verkaufen. Und es bleibt wohl dabei: Seit rund sieben Jahren wurde kein Spieler verpflichtet, der nur die Erfahrung einer unteren Liga hat und beim KSC Stammspieler wurde. 

Simone Rapp

30 Jahre alt, Mittelstürmer, kam vom FC Vaduz. Er brachte es auf 16 Einsätze mit insgesamt 364 Minuten. Dabei bereitete der Schweizer einen Treffer vor, erzielte selbst zwei Tore. Statistisch trifft er alle 182 Minuten ins gegnerische Netz.

Analyse:

Ist immer engagiert und bemüht. Wirkt bisweilen etwas hölzern und ungelenk. Kein Sprinter mit toller Technik. Aber: sehr kopfballstark, sorgt damit für Gefahr.

FototermiSimone Rapp.
Simone Rapp. | Bild: Uli Deck/dpa/Archivbild

Luca Bolay

20 Jahre alt, Außenverteidiger, war an Nürnberg II ausgeliehen, kehrte in den Wildpark zurück.

Analyse:

Einen Einsatz gaben ihm die KSC Trainer, über eine Minute, dass dabei weder ein Treifer noch ein Assist rausprang, ist keine Überraschung. Trainer Christian Eichner bestätigt ihm gute Trainingsleistungen.

Luca Bolay
Luca Bolay | Bild: Thomas Riedel

Tim Rossmann

18 Jahre, kam von der U 19 des KSC, brachte es auf fünf Einsätze über insgesamt 127 Minuten. Kein Tor, kein Assist.

Analyse:

Rossmann ist enorm schnell, hat aber noch Probleme sich in den direkten Duellen durchzusetzen. Zeigte gute Ansätze, die reichten aber nicht, um sich nachhaltig für Startelfeinsätze zu empfehlen.

Die Junioren Tim Rossmann und Adrian Freiwald sind auch mit nach Österreich gereist.
Tim Rossmann und Adrian Freiwald sind auch mit nach Österreich gereist. | Bild: Mia

Kelvin Arase

Der 23 Jahre alte Österreicher kam von Rapid Wien in den Wildpark. Seine Bilanz: Sieben Einsätze über insgesamt 229 Minuten, kein Tor, eine Vorbereitung.

Analyse:

Schnell und engagiert, aber seine Zweikampfbilanz ist nicht besonders gut. Ist ein gelernter Außenbahnspieler. Doch diese Position gibt es seit der taktischen Umstellung auf eine Raute im Mittelfeld beim KSC nicht mehr. Als er auf der offensiven Mittelfeldposition zum Zug kam, konnte er nicht überzeugen. Braucht wohl noch etwas Zeit, um sich an die Härte in der Liga zu gewöhnen.

Kelvin Arase
Kelvin Arase | Bild: Thomas Riedel

Marcel Franke

29 Jahre alt. Der Innenverteidiger kam von Hannover 96, war dort Kapitän, erhielt bei den 96gern kein neues Vertragsangebot. Brachte es auf 16 Zweitligaeinsätze über 1402 Minuten. Ein Tor, kein Assist.

Analyse:

Anfangs richtig, richtig starke Auftritte. Traf gar gegen Jahn Regensburg ins gegnerische Gehäuse. Dann schlichen sich kleine Nachlässigkeiten ein, zum Beispiel gegen Holstein Kiel, gegen St. Pauli. Dennoch: Die beste KSC Neuverpflichtung in dieser Saison - und seit langem. Beim Rückrundenauftakt wird Franke fehlen, er sah gegen St. Pauli die fünfte gelbe Karte.

Marcel Franke beim Fototermin des Karlsruher SC.
Marcel Franke. | Bild: Uli Deck/dpa

Kai Eisele

Torwart Kam von Fortuna Düsseldorf. 27, zwei Einsätze , über 180 Minuten, musste da acht Gegentore kassieren, an denen er keine Schuld hatte.

Analyse:

Enttäuschte nicht bei seinen Einsätzen, konnte aber nicht die Souveränität und Ruhe eines Marius Gersbeck ausstrahlen. Verständlich, denn Eisele kam ohne große Spielpraxis in den Wildpark.

Kai Eisele
Kai Eisele | Bild: Thomas Riedel

Florian Ballas

29, Innenverteidiger, wurde nachverpflichtet, kam vom Zweitligaabsteiger Erzgebirge Aue. Hatte sechs Einsätze über zusammen 87 Minuten. Kein Tor, kein Assist

Analyse:

Kam aus einer langen Verletzungspause. Fast logisch, dass der 196 Zentimeter-Mann, der 94 Kilogramm wiegt, sich bei der enormen Spielbelastung eine Muskelverletzung zuzog und zuschauen musste. Blieb bei seinen Kurzeinstätzen unauffällig, ohne jedoch zu enttäuschen. 

Florian Ballas, Abwehrspieler beim Karlsruher SC.
Florian Ballas. | Bild: Uli Deck/dpa/Archivbild

Paul Nebel

Der 20-Jährige wurde von Mainz 05 ausgeliehen, kam auf 17 Einsätze über 1.039 Minuten, erzielte dabei ein Tor und bereitete einen Treffer vor.

Analyse:

Ungemein quirlig und einsatzfreudig, überzog es ab und zu in Zweikämpfen, sah daher einige gelbe Karten. Den anfangs guten Auftritten folgten schwächere. Verständlich, dass dem jungen, sehr lernbegierigen Nebel noch Konstanz in seinen Leistungen fehlt.

Paul Nebel
Paul Nebel | Bild: Mia

Mikkel Kaufmann

Mittelstürmer, wurde vom FC Kopenhagen / HSV ausgeliehen 21 Jahre alt, 15 Einsätze über 415 Minuten, zwei Tore, zwei Assists

Analyse:

Lange war keiner seiner Einsätze zum Zunge schnalzen. Dass sich Kaufmann dennoch öffentlich beschwerte und mehr Einsatzzeiten forderte – überraschend, vor dem Hintergrund seiner bis dato gezeigten Auftritte, nach vielen seiner Einwechslungen blieb er unsichtbar.

Doch der Däne war lernfähig, setzte die von Trainer Eichner festgezurrten Vorgaben um, steigerte seinen Trainingseifer und lieferte zum Hinrundenabschluss gegen St. Pauli seine erste Toppartie im KSC Dress ab.

Mikkel Kaufmann war gestern beim Test des KSC gegen Wiesbaden nur Zuschauer.
Mikkel Kaufmann. | Bild: Mia

Stephan Ambrosius

Innenverteidiger, HSV 23 Jahre, elf Einsätze in Liga 2, über 958 Minuten, kein Tor, keine Vorlage.

Analyse:

Seine ersten Spiele waren richtig gut. Hoch konzentriert, aggressiv - zweikampfstark. Doch: Von Spiel zu Spiel ging es ein wenig bergab. Ob die Kraft nach der viele, viele Monate andauernden Verletzungspause ausging? Dass er sich nach so langer Zeit ohne Wettkampfpraxis eine Muskelverletzung zuzog - war extrem schade, aber keine Überraschung.

Der Karlsruher Stephan Ambrosius bei einem Spiel.
Der Karlsruher Stephan Ambrosius bei einem Spiel. | Bild: Uli Deck/dpa/Archiv