Vom Kupferkabel zur Glasfaser – bislang mit Zwischenschritten

Bisher bedeutete ein Internetzugang in aller Regel: Kupferkabel – über den herkömmlichen Telefonanschluss. „Wir haben uns bereits in den letzten Jahren in Karlsruhe erheblich engagiert durch unseren Glasfaser-Teil-Ausbau, das sogenannte Vectoring und Super-Vectoring“, so der Telekom-Regio-Manager Klaus Vogel, der in Karlsruhe den Ausbau managt. Er spricht die Zwischenlösung an, die die Telekom ersann, um kurzfristig mehr Bandbreite in Deutschland zur Verfügung zu stellen: Glasfaserleitungen wurden bereits verlegt bis zu allgemeinen Verteilerkästen am Straßenrand verlegt. Von dort geht der Weg noch per Kupferkabel weiter, was die Bandbreite begrenzt.

Verteilerkasten im Stadtteil Mühlburg
Verteilerkasten im Stadtteil Mühlburg | Bild: Klaus Vogel DEUTSCHE TELEKOM

Aktueller Ausbau: Glasfaser von der Vermittlungsstelle bis ins Haus

In Karlsruhe existieren bereits viele Glasfaserstrecken, erklärt er. Die Telekom baue aktuell die Infrastruktur auf, um Glasfaser von der zuständigen Vermittlungsstelle direkt ins Haus des Kunden zu bringen. "Jedes Haus erhält – sofern sich der Eigentümer für einen Glasfaseranschluss entschieden hat – eine eigene Zuführung." Die könne man sich wie ein kleines Plastikröhrchen vorstellen. "In die sogenannten Pipes blasen wir unsere Glasfaser – je nach benötigter Kapazität pro Gebäude – ein."

Glasfaser-Zugang zum Haus: "Wir stellen die Oberfläche wieder so her, wie wir sie vorfinden"

Die ideale Methode wird mit dem Eigentümer besprochen, um die Glasfaser von der Grundstücksgrenze bis zum Gebäude hinzuführen – etwa, wenn das Gebäude durch einen Vorgarten nach hinten versetzt ist: „Wir wählen in Absprache mit dem Eigentümer immer die jeweils günstigste Zuführung. Es existiert zum einen die Erdrakete: Wir schießen sie  über ein Kopfloch am Gebäude und an der Grundstücksgrenze oberflächenschonend durch und bringen dann das Plastikröhrchen ins Gebäude ein.“ In seltenen Fällen, etwa bei steinigem oder felsigem Untergrund müsse „klassisch“ gegraben werden. "Prinzipiell stellen wir die Oberfläche immer so wieder her, wie wir sie vorfinden." Der Zugang im Haus erfolgt per Bohrung, Vogel vergleicht das etwa mit einem Gas- und Wasser-Anschluss. Anschließend wird vom Keller oder Technikraum des Gebäudes jede Wohnung separat angesteuert, bei einem Mehrfamilienhaus etwa über eine Steigleitung im Treppenhaus angebracht.

Der Glasfaser-Anschluss ist derzeit kostenfrei

Die Kosten für den Anschluss werden im Rahmen der Vorvermarktungsphase von der Telekom übernommen: "Jeder der aktuell interessiert ist, gerade bezogen auf die Ausbaustadtteile Weststadt und Mühlburg, hat die Möglichkeit, den Anschluss für 0 Euro zu bekommen. Es entstehen keinerlei Kosten – im Gegenteil: Das Objekt erfährt eine Wertsteigerung – in Fachkreisen wird von bis zu acht Prozent ausgegangen." Die Verkabelung bis in die Wohnung der Kunden ist im Rahmen der Aktion ebenfalls kostenfrei.

Stabilere Verbindungen – und schnellere Reaktionszeiten für Gamer

Die Vorteile von Glasfaser, abgesehen von der Möglichkeit, größere Bandbreiten zu übertragen? "Eine Kupferleitung ist viel störanfälliger." Dadurch seien gelegentlich Ausfälle durch Wartungsarbeiten möglich. Eine Glasfaser unterliege praktisch keiner elektromagnetischen Störanfälligkeit wie ein Kupferkabel, was die Stabilität hinsichtlich der Bandbreite gewährleiste. "Wenn es nicht gerade zu einem sogenannten ‚Baggerbiss‘ kommt, besteht wenig Wartungsbedarf." Regelmäßige Unterbrechungen seien nicht zu erwarten.

Ein weiterer Vorteil bestehe in den reduzierten Latenzzeiten, die die Übertragung per Glasfaser ermöglicht: "Das ist für Zocker-Fans wichtig – da liegt Glasfaser zwischen zwei und zehn Millisekunden – wir liegen meist im unteren Bereich bei zwei Millisekunden. Das bietet erheblich gesteigerten Spielspaß." Bei einer VDSL-fähigen Kupferleitung gehe man ab 25 Mbit etwa von 15 bis 50 Millisekunden aus, je nach Entfernung.

Hier gibt es mehr Infos und die Möglichkeit zur Buchung

Gleicher Preis für gleiche Bandbreite

Dass Glasfaser per se teurer sei, stelle einen Trugschluss dar, meint Klaus Vogel, gerade angesichts der Möglichkeit, aktuell den Anschluss kostenfrei zu bekommen. "Auf Glas bezahle ich dann mehr, wenn ich eine höhere Bandbreite möchte, als auf Kupfer möglich ist. Ich kann 50 oder 100 Mbit auf Glas nehmen und bezahlte keinen Cent mehr als für die gleiche Leistung auf Kupfer." Bei der "geringen" Bandbreite habe man auf Glasfaser die benannten Stabilitätsvorteile der Verbindung, weniger Schwankungen – dazu komme die gebuchte Bandbreite dauerhaft an.

Oststadt, Rintheim und die Südstadt sollen folgen

In der Südweststadt ist der Glasfaser-Ausbau bereits abgeschlossen, in der Weststadt und in Mühlburg läuft der Ausbau, Anschlüsse können bereits vorab gebucht werden. Im dritten Quartal soll der Ausbau in der Oststadt und in Rintheim erfolgen, 2023 in der Südstadt.

Interessierte können sich unter der Hotline 0800/2266100 oder beim Telekom-Shop vor Ort beraten lassen.

 

Information gibt es in diesen 3 Telekom-Shops:

  1. Telekom Shop Ettlinger Tor Karlsruhe
  2. Telekom Partnershop Postgalerie Karlsruhe
  3. Telekom Shop Schenkenburgstr. 2, Karlsruhe
Karlsruhe Mühlburg
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