Aus Misserfolg lernen und daraus erfolgreicher hervorgehen. Das ist die Idee hinter den Fuckup Nights, einer internationalen Bewegung mit Ursprung in Mexiko. Zum ersten Mal initiiert die IHK Karlsruhe, gemeinsam mit dem Karlsruher Fuckup Nights-Chapter, nun ein Special-Event: Fuckup Nights Studienabbruch. "Das ist ein neues Format, das wir bei der IHK anbieten. Mit dieser Veranstaltung am 2. Juni möchten wir Studierende ansprechen, die zweifeln, ob ihr Studium das richtige für sie ist, oder Studis, die bereits ihr Studium abgebrochen haben", sagt Jörn Pelzer, IHK-Referent. 

Viele Studierende ziehen bereits nach wenigen Semestern einen Schlussstrich unter dem Studium, bei anderen kann der Prozess des Studienabbruchs auch einige Jahre dauern. Etwas anzufangen und nicht zu Ende zu bringen, fällt niemandem leicht. Oft ist auch der Druck groß, weil Freunde und Studienkollegen nur von ihren Erfolgen berichten. "Bei den Fuckup Nights haben wir zwei aktuelle Auszubildende als Speaker, die aus erster Hand ganz offen von ihren Studienabbrüchen und anschließenden Ausbildungswegen berichten werden", sagt Pelzer weiter.

Jeder spricht gerne über die Erfolge, berufliche Rückschläge werden meist verschwiegen. "Dabei möchten wir die Studis ermutigen, sich mit dem Thema Studienabbruch auseinanderzusetzen. Denn unglücklich durchs Studium muss nicht sein und Scheitern ist nichts schlimmes!" Und ein Studienabbruch eröffnet neue berufliche Möglichkeiten.

Fuckup Nights in Karlsruhe
Bild: Fuckup Nights Karlsruhe

Anton Baranowski, Organisator der Fuckup Nights bei Startups Karlsruhe, sieht Misserfolge und Rückschläge gelassen und gewinnt ihnen etwas Positives ab: "Sie bringen uns zunächst in eine unbequeme Situation. Wir ärgern uns darüber, streiten mit anderen oder sind einfach nur frustriert über diese Lage. Aus dieser möchten wir ganz natürlich wieder herauskommen. Dieser Druck führt dazu, dass wir bisherige Routinen, Lebensweisen oder auch Karrierewege hinterfragen. Um aus der misslichen Lage zu kommen, verändern wir diese Dinge, unser Umfeld oder sogar auch uns selbst. Wir haben Erfahrungen gemacht, dazugelernt und uns damit weiterentwickelt. Somit führen Misserfolge oft zu größeren Veränderungen im Leben, die uns nachhaltig prägen." 

Gründe für den Abbruch eines Studiums gibt es viele: einige wünschen sich mehr Praxisnähe, anderen haben finanzielle Engpässe, stecken in schwierigen Lebenslagen oder streben eine berufliche Neuorientierung an. Manchmal ist es auch einfach nur die falsche Hochschulart. "Viele wissen gar nicht, dass eine duale Ausbildung tolle Karrierechancen bietet und eine echte Alternative zum Studium darstellt. Da möchten wir aufklären und beraten. Denn: Studienabbruch heißt nicht Karriereende. Im Gegenteil," so Pelzer weiter. 

Hörsaal einer Uni Fuckup Nights Karlsruhe
Bild: pexels.com/Pixabay

Laut Jörn Pelzer, IHK-Referent, sind Studienabbrecher bei vielen Ausbildungsbetrieben sehr beliebt. "Das liegt unter anderem an ihrem höheren Lebensalter, ihrer persönlichen Reife und der während des Studiums erworbenen Fach- und Methodenkompetenz." Für den Azubi gleichermaßen wie für das Unternehmen: Studienabbrecher können die Ausbildungszeit nach Vereinbarung mit dem Unternehmen in der Regel um bis zu 12 Monate verkürzen.

Für die Beratung im Rahmen der Fuckup Nights in der Karlsruher Location "Die Stadtmitte", konnte die IHK unter anderem die Karlsruher Agentur für Arbeit und das CyberForum gewinnen. "Bei dem Event werden weitere Beratungsmöglichkeiten angeboten, der Abend soll für die Studierenden auch eine Möglichkeit zum Netzwerken sein", erklärt Pelzer.

Fuckup Nights in Karlsruhe
Bild: Fuckup Nights Karlsruhe

Die erste Special-Ausgabe der Fuckup Nights in Kooperation mit der IHK Karlsruhe findet am 2. Juni in der "Stadtmitte" statt. Einlass ist ab 17.30 Uhr, los geht es mit den beiden Speakern ab 18 Uhr. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Beratung, zum Austausch und zum Netzwerken. Die Fuckup Nights ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Fuckup Nights Karlsruhe - Studi-Special Studienabbrecher

2. Juni, Einlass ab 17.30 Uhr

Die Stadtmitte

Baumeisterstr. 3

76137 Karlsruhe

Mehr Infos unter www.karlsruhe.ihk.de/fuckupnight