So schnell ist es vorbei: Die Spargelsaison, die Anfang April angefangen hat, geht am 24. Juni zu Ende. Der in Bruchsaler Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE) zieht schon wenige Tage vorher Bilanz zur deutschlandweiten Ernte. 

"Die Erntemenge war kaum zu bewältigen"

Die große Spargelmenge sei die größte Herausforderung der Saison gewesen, und Bruchsal ist da keine Ausnahme. Die Rekordtemperaturen im April und Mai hätten für Höchsterträge gesorgt, und gleichzeitig den Erntezeitpunkt der frühen und späten Spargelsorten zusammengerückt. "Für viele Spargelbetriebe war die Erntemenge kaum zu bewältigen. Einige Betriebe beendeten daher schon vorzeitig die Ernte", resümiert Ludger Aldenhoff, Spargelberater in Süddeutschland, in einem Bericht an die Presse.

Sonnige Tage haben Spargel wie Erdbeeren gut wachsen und reifen lassen.
Sonnige Tage haben Spargel wie Erdbeeren gut wachsen und reifen lassen. | Bild: VSSE e.V./Christoph Göckel

Die Konsequenzen einer solchen Spargelmenge: Die Preise sind stark gesunken. Am Anfang der Saison war die Nachfrage auch sehr hoch, ebenso wie das Angebot: "Wir hatten drei Wochen mit hoher Reichweite im Mai, das heißt es gab hohe Mengen, aber auch einen hohen Abverkauf", so Michael Koch von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft. Aber die Absatzbedingungen haben sich danach erschwert: Die Nachfrage habe im Laufe der Saison abgenommen, und Angebotsaktionen hätten den durchschnittlichen Verbraucherpreis im Vergleich zu den beiden Vorjahren schnell und stark sinken gelassen. Dieser Preis sei bis auf 5,48 Euro/kg gerutscht und sei damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr gewesen. 

Graphik Preise der Spargel 2018
Bild: AMI-informiert.de

Arbeitskräfte fehlen in den Spargelfeldern

Aber die Spargelerzeuger müssen mit einem anderen Problem kämpfen: die fehlenden Arbeitskräfte. "Die Saison war sehr stressig und eine hohe Belastung für die Mitarbeiter. Es sind weniger Erntehelfer gekommen, Arbeitskräfte fehlten. Teilweise konnten Flächen nicht abgeerntet werden", erklärt Jürgen Schulze, Spargelberater in Ostdeutschland in dem Pressebericht weiter. An diesem Problem würden sich nicht nur ostdeutsche Betriebe stoßen: Laut einer VSSE-Umfrage unter Spargel- und Erdbeererzeugern gaben 50 Prozent der Befragten an, dass sich die Verfügbarkeit an Saisonerntehelfern deutlich verschlechtert habe. 

In den Spargelfeldern waren dieses Jahr die Mitarbeiter besonders überfordert: sowohl wegen des hohen Ertrags als auch wegen Unterbesetzung.
In den Spargelfeldern waren dieses Jahr die Mitarbeiter besonders überfordert: sowohl wegen des hohen Ertrags als auch wegen Unterbesetzung. | Bild: VSSE e.V./Christoph Göckel

Die Schwierigkeit, Arbeitskräfte zu finden, besteht laut VSSE schon seit Jahren. Laut Verband wird die mögliche Rückkehr zur 50-Tage-Regelung für die kurzfristigen Minijobs - darunter fallen auch die Saisonarbeiter - die Situation nur verschärfen.