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Karlsruhe Aus für Nordtangente: Trasse soll nicht mehr freigehalten werden

Die Stadt Karlsruhe hat beantragt, dass die Nordtangenten-Trasse aus dem Regionalplan zu streichen. Der entsprechende Verband hat diesen Schritt nun in die Wege geleitet.

Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes sprach sich am Mittwoch, 13. Dezember, mit deutlicher Mehrheit für eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) zum Thema Karlsruher Nordtangente aus. Hintergrund ist der Antrag der Stadt Karlsruhe auf Herausnahme der Nordtangente-West aus dem Regionalplan.

Die Verbandsverwaltung hatte ihrem obersten Entscheidungsgremium vorgeschlagen, die Raumnutzungskarte und den Regionalplan 2003 über den Antrag der Stadt Karlsruhe hinaus anzupassen. Das würde bedeuten, dass der aktuelle Planungsstand aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) in den Regionalplan übernommen wird.

Anschluss zur B36 soll weiter freigehalten werden

Konkret würden dann künftig nur noch die westlichen Trassenabschnitte im Regionalplan enthalten sein, die für den Bau der zweiten Rheinbrücke und deren Anbindung an die B36 erforderlich sind. Nicht mehr enthalten wären die bisherigen Freihaltetrassen für eine Parallelbrücke zur aktuellen Rheinbrücke, für die Nordtangente-West zwischen B36 und L605 sowie für den sogenannten Hardtwalddurchstich. Für diese Abschnitte sieht der Bund keinen Bedarf mehr und hat sie entsprechend auch nicht mehr im neuen BVWP berücksichtigt.

Für die Herausnahme der Nordtangente aus dem Regionalplan ist kein formelles Regionalplanänderungsverfahren erforderlich. Es handelt sich lediglich um eine so genannte "nachrichtliche Übernahme" in den Regionalplan. Dennoch hat die Verwaltung aufgrund der Bedeutung der Verkehrstrassen für das regionale Verkehrsnetz empfohlen, den berührten Trägern öffentlicher Belange in einem informellen Beteiligungsverfahren die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Das entsprechende Verfahren wurde nun mit dem gestrigen Beschluss der Verbandsversammlung eingeleitet. Über die Herausnahme der Trassensicherung möchte der Regionalverband dann nach Prüfung aller eingegangenen Stellungnahmen entscheiden.

Freie Trasse wird nicht gleich zugebaut

Bereits in den vorausgegangenen Sitzungen des Planungsausschusses hat der Regionalverband seine Position zum Ausdruck gebracht, dass durch eine Herausnahme der Freihaltetrassen aus dem Regionalplan diese Flächen nicht automatisch für Siedlungserweiterungen im großen Stil zur Verfügung stünden.

Hier seien dann wieder regionalplanerische Freiraumfestlegungen zu berücksichtigen, darunter so genannte Grünzäsuren, die im aktuellen Regionalplan von den Freihaltetrassen für Verkehrswege überlagert werden. "Dies harmoniert mit dem räumlichen Leitbild der Stadt Karlsruhe, das an dieser Stelle ebenfalls eine durchgehende grüne Verbindung vorsieht", so Hager abschließend.

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  •   Pendler_2
    (38 Beiträge)

    18.12.2017 13:05 Uhr
    Ohne
    Nordtangente und Brückenerweiterung ist Karlsruhe tot....
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (765 Beiträge)

    17.12.2017 22:56 Uhr
    Wenn auf der Südtangente
    jemand einen Furz lässt staut es sich gleich bis zum Wasserwerk, Kriegsstraße dicht, Brauerstraße und Reinhold-Frank ebenso katastrophal. Große Lapp, nix dahinner.
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  •   Freigeist1
    (664 Beiträge)

    18.12.2017 00:08 Uhr
    Ja klaro, genau wie auf der A5, A8, A65; normaler Autowahnsinn eben. Daher: ÖPNV
    und Radverkehr fördern und fordern, damit die Alternativen zum Autofahren attraktiver werden, also schneller & komfortabler. Das ist die Lösung, siehe Amsterdam, Kopenhagen, Zürich,...
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  •   Mammut
    (745 Beiträge)

    17.12.2017 21:56 Uhr
    Bei der üblichen Wetterlage gibts Südwestwind....
    ...der die Abgase von der Südtangente schön Richtung Knielingen und in die Karlsruher Innenstadt drückt. Den Lärmteppich ebenso.
    Jedes Fahrzeug (z.B. Schwerverkehr Daimler, Raffinerie, Paierfabrik) das auf die Nordtangente ausgewichen wäre, hätte man kaum noch gehört. Ebenso wären die Abgase (meist) Richtung Nordosten abgezogen.
    Ausserdem hätte man diue Option gehabt, wirksame Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen, ohne auf Jahre hinaus ein Verkehrschaos in Rest-Karlsruhe zu provozieren.
    Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung auf den Klimawandel, dass der vielleicht die vorherrschende Windrichtung umkehrt.
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  •   Freigeist1
    (664 Beiträge)

    18.12.2017 00:13 Uhr
    Daher: nachts Tempo 60 für LKW, wäre
    sofort wirksam auf der Südtangente. Die Idee "weniger Abgase" durch Straßenneubau funktioniert übrigens nirgends, da die Gleichung bessere Straßen = mehr Verkehr + weitere Wege dem entgegegnsteht. Schau mal in entsprechende Studien am KIT.
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  •   Icy
    (126 Beiträge)

    17.12.2017 20:49 Uhr
    Karlsruhe bekommt kalte Füße...
    und will daher jetzt Fakten schaffen damit eine Nordtangente nicht mehr realisiert werden kann.
    Die Faktenlage nach Fertigstellung von IKEA, DM, Rheinbrücke, Bahnhofsbürotürmen, Wohnraumverdichtung wird zeigen wie wichtig eine zweite leistungsfähige Ost-West Achse im Bereich Karlsruhe ist.
    Die Südtangente auszubauen und einzuhausen wird sehr teuer, langwierig und stauträchtig.
    Eine eingehauste Nordtangente liese sich realisieren ohne dass der Verkehr auf Jahre zusammenbricht. Eine vergleichbar leistungsfähige Achse an anderer Stelle konnte bisher noch keiner realistisch aufzeigen (Einen Tunnel von der A5 bis hinter das Wörther Kreuz sehe ich nicht als realistisch an).
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  •   mueck
    (10043 Beiträge)

    16.12.2017 14:49 Uhr
    !
    Eine solche Südbrücke löst heute keine Verkehrsprobleme mehr.
    Als noch die A76 geplant war, hätte sie an der Stelle noch eine verkehrliche Funktion gehabt.
    Mit Aufgabe der Autobahnplanungen durch Nordschwarzwald und Pfälzerwald stünde die Brücke an der falschen Stelle.
    Eher wäre, wenn der B10-Ausbau in der Pfalz so weitergeht, diese Trasse über B272 und B35 fortzuentwickeln.
    Oder die Bestandstrasse der B10/Südtangente fit machen mit Ausbau und dann Deckel drauf ...
    Diese beiden Rheinbrücken stehen für eine Ost-West-Achse an der richtigen Stelle, alle anderen Rücken südlich oder nördlich davon lägen außerhalb von Achsen (incl. der aktuellen Planung) und wären daher verkehrlich nicht sinnvoll und würde von den Navis des Transitverkehrs ignoriert ...
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  •   mueck
    (10043 Beiträge)

    16.12.2017 14:50 Uhr
    !
    Hätte unter lynx' "Die Nordtangente ist tod" gehört ...
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  •   Mammut
    (745 Beiträge)

    16.12.2017 14:06 Uhr
    Dann kann jetzt endlich die Karlsruher .....
    ....Stadtmauer begonnen werden.
    Ohne irgendwelche Durchlässe natürlich!
    Wenn die Schildbürger dann was zum essen haben wollen, wird die Verpflegung an einem Weidenkorb an der Stadtmauer hochgezogen.
    Da sieht man den lebenden Beweis: Wer nach allen Seiten weltoffen ist, ist wirklich nicht mehr ganz dicht!
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  •   KFZfreak
    (131 Beiträge)

    16.12.2017 16:30 Uhr
    Das ist doch mal eine Idee
    die diese ganzen hippen, weltoffenen Stadtleute wieder auf den Boden der Realität zurück holt. Das Essen steht im Regal, aber wie es dahin kommt geht mir am arsch vorbei, Hauptsache es ist pünktlich zu den Angeboten da....
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