Ohne Elektroauto keine Ladesäule - ohne Ladesäule kein E-Auto. Das war lange Zeit die Ausrede, wenn es um die Anschaffung eines Stromers ging. Doch die Verkaufszahlen und Erstzulassungen von reinen E-Autos steigen kontinuierlich. Zum Stichtag 1. Januar 2018 waren in Deutschland fast 54.000 Elektrofahrzeuge angemeldet, davon entfielen 359 auf die Fächerstadt (Stand 1. Mai 2018).

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(Symbolbild) | Bild: pixabay.com/MikesPhotos

Doch was, wenn diese Fahrzeuge "tanken" müssen? Am besten natürlich über Nacht, denn dann kann man sicher sein, dass der Akku auch wirklich voll ist. Wenn allerdings zu viele E-Autos zeitgleich laden, könnte das auch Auswirkungen auf das Karlsruher Stromnetz haben. 

Stecker rein und Aufladen: Den E-Autos soll die Zukunft auf den Straßen gehören.
Stecker rein und Aufladen: Den E-Autos soll die Zukunft auf den Straßen gehören. | Bild: Stadtwerke Karlsruhe

Aktuell haben die Stadtwerke Karlsruhe etwa 30 Ladesäulen über die Stadt verteilt eingerichtet. "Wir sind aber gerade erst dabei, das Ladeverhalten unserer Nutzer kennenzulernen", sagt Heiko Hembach, Leiter Betrieb und Instandsetzung bei der Netzservice-Gesellschaft der Stadtwerke Karlsruhe. "Wir verfolgen auch die Zulassungszahlen, dokumentieren unsere eigenen Ladeeinrichtungen und machen permanent Netzberechnungen!" 

Tücken der Elektromobilität: das Stromnetz

Denn das Stromnetz ist eine der Schwachstellen in der E-Mobilität. "Es muss so viel Strom produziert werden, wie auch in der Sekunde entnommen wird", erklärt Heiko Hembach. Heißt konkret: Wenn zu viel Strom gebraucht wird um das Auto zu laden oder um das Essen zu kochen, muss Strom "nachfließen". Sonst kommt es zu Schwankungen im Netz. Doch den Bedarf an Strom vorherzusagen, ist nicht einfach. "Da können wir nicht wirklich viel prognostizieren", so Hembach im Gespräch mit ka-news weiter. 

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(Symbolbild) | Bild: pixabay.com © MichaelGaida

Laut Hembach könne noch kein Netzbetrieber abschätzen, wie viel die Netze vertragen. "Das hängt mit der Gleichzeitigkeit zusammen: Wenn aber alle gleichmäßig über den Tag verteilt ihr Auto laden, ist es einfacher", so Heiko Hembach gegenüber ka-news weiter. Was man bei den Stadtwerken Karlsruhe aber schon weiß: Es werden nicht alle E-Autos nach 18 Uhr gleichzeitig geladen. "Wir als Netzbetreiber in Karlsruhe sehen aktuell noch keine Schwierigkeiten im Netz!" Nun liegt es an den Versorgern, wie die Ladeinfrastruktur in Zukunft ausgebaut wird. 

Ladesäule E-Mobilität
Eine Ladesäule am Gottesauer Platz: Sie ist öffentlich zugänglich. | Bild: Jonathan Hiller
ka-news Hintergrund: In Deutschland gibt es knapp 54.000 reine Elektroautos (Stand 1. Januar 2018). Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, Fahrzeuge mit Elektroantrieb werden immer beliebter. In der Fächerstadt gibt es rund 360 reine E-Autos (Stand 1. Mai 2018). 
Doch der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt noch ein wenig hinterher. Um die von der Regierung geforderten 1 Million E-Autos bis 2020 auch versorgen zu können, haben Experten berechnet, dass in Deutschland 70.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik allerdings nur knapp 11.000 Ladepunkte an fast 5.000 Ladesäulen (Stand September 2017). Daher will das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BVMI) bis 2020 den Aufbau von mehr als 15.000 öffentliche Ladesäulen fördern. Dafür stehen 300 Millionen Euro bereit. Das Ziel: Den flächendeckenden Aufbau einer Ladeinfrastruktur.
In Karlsruhe haben die Stadtwerke, teilweise in Zusammenarbeit mit der EnBW, 30 Ladesäulen im öffentlich Raum installiert.  Auf der Homepage der Stadtwerke Karlsruhe zeigt eine Karte, wo die Ladestationen zu finden sind: https://emobilitaet.stadtwerke-karlsruhe.de/ladestationen/going-electric