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Karlsruhe Bessere Verbindungen, mehr Güterverkehr: Zwischen Mannheim und Karlsruhe entsteht eine neue Bahnstrecke

In den kommenden Jahren steht dem Schienenverkehr in der Region um Karlsruhe ein neues Großprojekt bevor: Die Deutsche Bahn plant den Aus- und Neubau der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe. Damit soll die Kapazitätslücke im badischen Schienenverkehr geschlossen werden. Bevor die Arbeiten beginnen können, steht allerdings ein langer Planungsprozess bevor. Den Startschuss dafür gab es am Donnerstagabend im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung, an der sich rund 500 Bürger beteiligten.

Ob das Ziel Frankreich, Flughafen Frankfurt oder Stuttgart heißt - wer die wichtigsten Destinationen der Region um Baden mit der Bahn ansteuert, kommt um die Benutzung der Strecke zwischen Mannheim und Karlsruhe - den beiden großen Drehscheiben des Güterverkehrs der Region - kaum herum. Doch das hat seinen Preis: Die Bahnstrecke stößt an ihre Kapazitätsgrenzen, ein Ausbau muss her.

Eine neue Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe - warum ist das nötig?

"Der Streckenabschnitt zwischen Mannheim und Karlsruhe liegt auf drei europäischen Magistralen, ist also von großer Bedeutung im internationalen Schienenverkehr. Es zählt zu den wichtigsten Bahnverbindungen Europas", erklärt Jens Bergmann, der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG, am Donnerstag.

Jens Bergmann, der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG
Jens Bergmann, der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG | Bild: Screenshot Deutsche Bahn

Mit einer Erneuerung des Streckenabschnittes soll die Kapazitätslücke im Schienenverkehr geschlossen und die Möglichkeiten für eine nachhaltige Mobilität in der Zukunft geschaffen werden. "Klimaschutz braucht die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene", erklärt auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Informationsveranstaltung.

Konkret soll der Verkehr in der Region durch das Bauprojekt auf mehrere Arten profitieren:

  • mehr und bessere Bahnverbindungen sollen geschaffen werden
  • Karlsruhe und Mannheim sollen auch in Zukunft ICE- und Güterverkehrsknoten
  • Die "Schaltstelle der europäischen Wirtschaft" soll ausgebaut werden
  • Mehr Güter sollen über Schienen transportiert und umgeschlagen werden können
  • Verkehr soll nachhaltiger werden: Zirka 65.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid sollen künftig durch die neue Bahnstrecke eingespart werden können

Wo verläuft die neue Bahntrasse?

Doch noch steht das große Mobilitätsprojekt an seinem Anfang. Aktuell befindet man sich in der Grundlagenfindung. Konkret heißt das, dass derzeit eine Strecke gesucht wird, wo die zukünftige Bahnlinie verlaufen könnte. Hierfür wird der gesamte Raum - ausgehend von Mannheim-Waldhof im Norden über die gesamte Rheinebene bis hin nach Karlsruhe - untersucht. Östlich und westlich wird der Suchraum durch die Höhen des Kraichgaus und des Pfälzerwalds begrenzt. 

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Dabei wird geprüft, wo besonders hohe sogenannte Raumwiderstände herrschen - etwa in der Nähe von Siedlungen oder Naturschutzflächen. Aus der Berücksichtigung dieser ergeben sich danach mehrere mögliche Grobkorridore. Die am besten geeigneten Varianten werden dann im weiteren Verlauf vertieft geprüft und untersucht. Dabei müsse laut den Experten allerdings nicht unbedingt eine komplett neue Bahnstrecke entstehen, auch ein Ausbau bereits bestehender Teilstrecken sei denkbar.

Wie werden Lärm- und Umweltschutz bei der Trassensuche gewährleistet?

Auch wenn dieser Prozess der Trassenfindung voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird - die Auswirkungen der Standortsuche auf die Bürger beschäftigt Letztere schon jetzt. So drehten sich die Fragen der Teilnehmer des Online-Infoabends vor allem darum, wie bei der Trassensuche der Lärm- und Umweltschutz in die Bewertung einfließt.

Die Deutsche Bahn (DB) und die Gewerkschaft EVG haben sich in ihren Tarifverhandlungen im Zuge der Corona-Krise in wichtigen Punkten verständigt.
Bild: Armin Weigel/dpa

Doch darüber eine Aussage zu treffen sei es laut den Experten der DB aktuell noch zu früh, da der Verlauf der Strecke noch nicht bekannt ist. Auch die Kosten des aufwändigen Projekts seien daher noch nicht abzuschätzen. Als ersten zeitlichen Meilenstein sehen die Experten die Einreichung der Unterlagen zum Raumordnungsverfahren, das die Ergebnisse der ersten Trassensuche vorlegt. Hierfür nennt man das Jahr 2023.

Wann rollen die ersten Bagger?

Dann beginnt mit der Vorplanung die eigentliche technische Analyse der Vorzugsvarianten durch Vermessungsarbeiten, Baugrunduntersuchungen und der Auswertung von 3D-Modellen. Ist danach ein Trassen-Favorit gewählt, wird die Planung in der Entwurfsplanung vertieft und die Kosten konkretisiert. In der darauffolgenden Genehmigungsplanung werden die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erstellt, an dessen Ende erst die eigentliche Baugenehmigung steht.

Die Deutsche Bahn überwacht nun 28.000 Weichen digital.
Bild: Sven Hoppe/dpa

Liegt dieser Planfeststellungsbeschluss vor, werden in der Ausführungsplanung die detaillierten Baupläne erstellt und zeitliche Abläufe geplant. Ist hier alles klar, werden im letzten Schritt die Bauleistungen ausgeschrieben und an entsprechende Bauunternehmen vergeben. Wann genau daraufhin mit dem eigentlichen Bau der Bahnstrecke begonnen werden kann, ist laut den DB-Experten noch nicht absehbar. Spekuliert wird aber auf eine Inbetriebnahme um 2035.

Wie können die Bürger sich beteiligen? 

Damit die Bürger stets über den aktuellen Stand des langwierigen Bauprojekts informiert sind, wollen die Verantwortlichen die Öffentlichkeit schon früh über die Planungsschritte und Ergebnisse informieren und durch weitere Bürgerdialoge in die Planungen mit einbinden.

Landrat Christoph Schnaudigel.
Landrat Christoph Schnaudigel. | Bild: Screenshot Deutsche Bahn

"Transparenz und eine rege Bürgerbeteiligung müssen im Vordergrund stehen", erklärt Landrat Christoph Schnaudigel. "Die Region bekennt sich zum Ausbau der Schieneninfrastruktur - und nur so kann die Verkehrswende gelingen."

 

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  •   FCKSUV
    (534 Beiträge)

    15.11.2020 14:42 Uhr
    Die ersten die auf die Barrikaden gehen, wenn ein Bäumchen
    für die neue Trasse gefällt werden muss, sind die, die jetzt eine Umverteilung von Gütern von der Straße auf die Schiene fordern. zwinkern
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  •   KA300
    (150 Beiträge)

    15.11.2020 09:45 Uhr
    Ausbau Bahnnetzt
    Kannst vergessen! Wird nie was, plantest bestimmt 15 Jahre. Falls jemals angefangen werden sollte zu bauen, haben sich alle Parameter, die für den Ausbau heute ausschlaggebend waren, wieder dramatisch verändert. Siehe BER: von der Realität und der schnellen Entwicklung überholt worden. Ja das wird wohl der nächste Murks. Warum ist da so? Ka news: bittenachforschen wie lange die Planung dauern wird, warum es so ist und die Prozesse im Detail beleuchten, um unsere Behörde und die Bürokratie vorzuführen!
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    15.11.2020 00:58 Uhr
    Durch
    die Pfalz wäre doch super. Da könnte gleich mal die Infrastruktur up to date gebracht werden (Elektrifizierung, Stellwerk Wörth) so dass auch der Personnenverkehr zeitgemäß verbessert werden kann, mit positiven Folgen (2. Rheinbrücke für Autos überflüssig). Da braucht es ein Gesamtkonzept, das der Bund und die Bahn inkl. Weghfall 2. Rheinbrücke der Region schmackhaft machen sollten (Flüsterbremsen, Lärmschutz, Tunnel wo nötig).
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  •   BMWFahrer
    (330 Beiträge)

    15.11.2020 18:25 Uhr
    "Flüsterbremsen"
    sind ab 13.12.2020 verbindlich vorgeschrieben, macht ca. 10 dB Geräuschminderung und ist bei fast allen Güterwagen schon realisiert.
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  •   BMWFahrer
    (330 Beiträge)

    15.11.2020 18:23 Uhr
    die betreffende Strecke
    in der Pfalz ist schon längst elektrifiziert (Schifferstadt - Wörth).
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    16.11.2020 12:38 Uhr
    Ja,
    die zu elekrifizierende und auszubauende Strecke ist natürlich die, die bisher nicht elekrifiziert ist, also Wörth - Kandel - Landau. Liegt im angezeigten Korridor.
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  •   dipfele
    (5858 Beiträge)

    15.11.2020 09:50 Uhr
    Ein gewisses Paradoxon.....
    …. der Verkehrspolitik ist dieser Güterverkehrskorridor, weil immer mehr Autobohnen (Hessen!!!) und Bundestrassen (Freiburg-Donaueschingen- Lindau) für den LKW Güterververkehr ausgebaut werden. Und wo gibt es denn noch Güterbahnhöfe oder Ladestellen? In Bruchsal wurde der Ortsgüterbahnhof von der ADAC Verwaltungszentrale vereinnahmt. Löblich ist es schon, mehr Platz für Güterzüge zu schaffen. Aber dann müssen die LKW konsequent von den Strassen verschwinden.
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  •   franklin
    (314 Beiträge)

    14.11.2020 22:52 Uhr
    Inbetriebnahme 2035
    kann ich mir absolut nicht vorstellen. Bis dahin fliesst noch manches Wasser die Pfinz, äh den Rhein hinunter.
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  •   BMWFahrer
    (330 Beiträge)

    14.11.2020 21:23 Uhr
    "Inbetriebnahme 2035"
    Der Witz ist gut. Der 4-gleisige Bahnausbau der zwischen Karlsruhe und Basel wurde in der 80er Jahren begonnen und ist bis heute nicht fertiggestellt.
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  •   Rino
    (328 Beiträge)

    14.11.2020 18:13 Uhr
    Eine Lachnummer
    Es darf gelacht werden bei solchen Berichten. Als ich 1967 nach KA kam war die Nordtangende im Gespräch.
    Und wo läuft sie jetzt? Im Nirwana der Bürokratie und Bürgerbeteiligung.
    Bis da die erste Draisine auf die Piste geht, brauchen meine Kinder schon einen Rollator!
    Sehenswert: am 11.11. vom Mittwoch auf Donnerstag in der Nacht um 01:00 kam im ZDF
    "MURKS IN GERMANY"
    Da ging es auch um diese Strecke und das "Rastatter Loch".
    Nur in der USA sieht es noch miserabler aus, aber wir sind auf der Überholspur.
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