36  

Karlsruhe Stadtentwicklung in Dammerstock: Heute Sportplätze, morgen Wohnhäuser

Wer von Süden her in Richtung Karlsruhe fährt, dem wird aufgefallen sein, dass dort mehrere Sportvereine direkt an der Ettlinger Allee ihr Zuhause haben. Noch. Denn die könnten zugunsten von neuem Wohnraum weichen. So sieht es zumindest das Räumliche Leitbild vor, das an dieser Stelle großes Potential erkannt hat.

Das Gebiet zwischen dem Stadtteil Rüppurr und dem Karlsruher Hauptbahnhof, südlich der Südtangente, ist heute eher durch Sportnutzungen geprägt, die direkt an den Oberwald grenzen. "Entlang der Erschließungsstraße reihen sich die Sportanlagen mehrerer Vereine auf. Neben Sport- und Nebenanlagen gibt es auch Sporthallen, Vereinsgaststätten oder eine Kombination aus beidem", führt die Stadt Karlsruhe in ihrem Rahmenplan zur Stadtentwicklung den heutigen Ist-Zustand entlang der Ettlinger Allee auf. Dieses räumliche Leitbild wurde 2015 vorgestellt und soll zur Orientierung dienen, wie sich die Stadt in Zukunft entwickeln könnte.

Sportgelände FC Südstern und PSK
Blick über das Sportgelände in Richtung Hauptbahnhof. Hier sollen neue "Punktgebäude den Stadtteingang flankieren". | Bild: Thomas Riedel

Stadteingang soll schöner werden

Doch für die Stadt ist dieser südliche Stadteingang "nicht entsprechend profiliert", heißt: Er könnte schöner sein. Aussagekräftiger. "Um diesem Raum ein adäquates Gesicht zu geben, die Situation der Sportvereine zu verbessern und gleichzeitig Potential für Nachverdichtung zu schaffen, wird eine Transformation des östlichen Streifens an der Ettlinger Allee vorgeschlagen", schreibt die Stadt im Räumlichen Leitbild zum sogenannten "Teilraum 08 Südstern". Konkret sollen die Sportflächen einer Ausweitung, Umstrukturierung und einer Teilverlegung  zum Opfer fallen. "Auch eine mögliche Aktivierung der bebaubaren Flächen im Süden des Gebiets wird vorgeschlagen", so die Stadt weiter. 

Die Idee seitens der Stadt: Die Sportplätze, die derzeit vom PSK Karlsruhe, dem FSV Alemannia Rüppurr sowie dem FC Südstern genutzt werden, sollen verschwinden und an anderer Stelle neu entstehen. Sie werden ein Stück weiter in den Oberwald hinein verlegt. Dann entstehen "waldeingefasste Sportfelder auf der historischen Rennwiese", so der Plan. Außerdem soll dann auch gleich die Kapazität erweitert werden. "Durch diese Teilverlagerung werden Potentialflächen für Wohnnutzung zwischen dem Hochhaus und dem Seniorenstift an einer hochattraktiven Lage verfügbar!" Auf dem rund 19 Hektar großen Areal findet sich zudem noch Platz für markante Hochpunkte, um so den Stadteingang zu markieren. 

Die Entwicklungsziele des "Teilraum 08 Südstern"

"Die neuen Punkthäuser flankieren den Stadteingang, profilieren ihn und schaffen dort eine neue Präsenz der Stadt, die auch von der Südtangente aus wahrgenommen wird", so die Stadt Karlsruhe in ihrem Räumlichen Leitbild.

Sportgelände FC Südstern und PSK
Die Sportanlagen soll weiter in Richtung Oberwald verlegt werden. Dann entsteht hier Platz für Wohn- und Bürogebäude. | Bild: Thomas Riedel

Kleingärten müssen ebenfalls umziehen

Neben den Sportplätzen, die weichen sollen, müssen auch die Kleingärten an der Herrenalber Straße einen neuen Platz finden, um das Potential für Wohnbau komplett auszunutzen. Die Gartenanlage "Seewiesen" würde dann an das Ende der Straße Am Rüppurrer Schloss umziehen.

Teilraum 08 Südstern Räumliches Leitbild
Teilraum 08 Südstern: Das sind die Entwicklungsziele. | Bild: berchtoldkrass, UC Studio, S. US

Das Projekt "Südstern" ist eines der Schlüsselprojekte, wenn es darum geht, die Stadteingänge von Karlsruhe neu zu inszenieren. Die Stadt ist sich sicher: "Durch den Flächentausch könnte hier ein überraschendes Modell angestoßen werden, das interessante Mehrwerte bringt!" Denn der Mix aus Wald und Sport ist bereits gelebte Praxis im Oberwald. "Durch die Umstrukturierung eröffnen sich gleichzeitig auch erheblich bauliche Potentiale für Büro-, Sport- und Wohnnutzung", heißt es im Leitbild abschließend. 

Mit dem "Teilraum 08 Südstern" bleibt also nicht nur die sportliche Vielfalt in Karlsruhe bestehen, sondern auch neue Wohnräume entstehen - "ein dichtes urbanes Quartier, südlich des Hauptbahnhofs". Nur so kann die Stadtverwaltung versuchen, das Defizit an Wohnraum aufzufangen. Immerhin fehlen bis 2030 etwa 20.000 Wohneinheiten in der Fächerstadt. 

Mehr zum Thema
Karlsruhes Zukunft | ka-news.de: Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität - Karlsruhe richtet sich mit dem Räumlichen Leitbild strategisch auf die Zukunft aus. Erste Vorhaben und Projekte werden bereits verwirklicht. In diesem Dossier werden die aktuellen Entwicklungen zum Räumlichen Leitbild gesammelt und kritisch beleuchtet.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (36)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (982 Beiträge)

    15.05.2018 21:22 Uhr
    Ich finde Grundideen gut und einleuchtend.
    Wie viele Andere bereits erwähnten, ist es sinnvoll, Wohngebäude an eine bereits funktionierende Infrastruktur anzuschließen. Und gemäß der Handskizzen wandern die Sportplätze lediglich wenige hundert Meter zurück. Das ist doch perfekt.

    Als Eingangsvisitenkarte taugen die trostlosen und angeranzten Sportanlagen nun mal überhaupt nichts. Die müsste man für solche Zwecke sowieso mit viel Aufwand in einen hochmodernen und renomierten Sportpark umwandeln.

    Das kostet unverhältnismäßig viel und wäre purer Luxus von dem Gemeinnutzen her gesehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6245 Beiträge)

    15.05.2018 14:01 Uhr
    Ist das mit der Tierhaltung
    im Oberwald verträglich. Oder haben die Planer diese als Steaks und Gulasch schon fest bei der Einweihung der neuen verlegten Sportplätze eingeplant?
    Wenn, würden da ja nur hochpreisige Eigentumswohnungen gebaut und Büros, noch mehr lehrstehende Bürogebäude, nun ja man sie ja lukrativ abschreiben.
    Die Planer sollten einmal Zelte aufstellen und dort ein paar Tage "wohnen", auch nachts. Aber bitte nicht mit Kopfhörern und Musik abspielen, sondern mit "blanken" Ohren. Damit sie in den Genuss der Geräuschkulisse kommen, Bahnverkehr, Güterzüge nachts, mehrere Hundert, S- Bahnen, Tangente und Herrenalberstraße. Ein Sound, so richtig zum Genießen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   yokohama
    (3291 Beiträge)

    15.05.2018 14:24 Uhr
    Wie schrecklich
    "Damit sie in den Genuss der Geräuschkulisse kommen, Bahnverkehr, Güterzüge nachts, mehrere Hundert, S- Bahnen, Tangente und Herrenalberstraße"

    Nach solchen "Kriterien" ist halb Karlsruhe und ein Großteil der Städte dieser Welt unbewohnbar.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (6245 Beiträge)

    15.05.2018 14:41 Uhr
    Ja, sicher leben wir in einer lauten Welt.
    Trotzdem darf man ruhig auch in unserer Stadt erwähnen, dass die Ecke besser offen bleibt, für die jetzige zeitweise Nutzung und nicht für dauerbewohntes Gelände. Aber Yokohama, sollte das Gelände bebaut werden, kaufen Sie sich dort eine Wohnung, am besten eine Wohnung auf der Seite des Grundstückes unmittelbar am Bahnhof.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rino
    (248 Beiträge)

    15.05.2018 13:52 Uhr
    Da war doch mal was
    1967 war doch dort das "Schwarzwald Hotel" oder hatte ich damals Halluzinationen.

    So zwei, drei 30 - 40 Stockwerke - Türme die den Wind aus dem Albtal aufteilen, wäre doch mal was aussergewöhnliches.

    Dann noch alle 5 Stockwerke untereinander mit Seilrutschen verbunden, das wäre super-mega-geil.

    Wie will man dann die Abgase der Südtangente entsorgen? Oder sollen die neuen Anwohner daß machen?

    Fragen über Fragen beim Bäumchen-Wechsel-dich- Spiel.

    Die Verdummung ist auf dem Vormarsch und wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Svetogor
    (214 Beiträge)

    15.05.2018 13:39 Uhr
    .
    Ja, schafft alle Sportanlagen ab. Die meisten Deutschen sind übergewichtig, die gehn da eh nicht hin - außer vielleicht zum Futtern in die Wirtschaft.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ralf
    (3589 Beiträge)

    15.05.2018 12:26 Uhr
    Basketballhalle
    Könnte man in diesem Zuge nicht gleich eine bundesligataugliche Halle für die PSK Lions bauen? 🤔
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beiertheimer
    (945 Beiträge)

    15.05.2018 11:46 Uhr
    Ich sag nur:
    Finger weg vom Oberwald.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gegengerade1975
    (99 Beiträge)

    15.05.2018 12:41 Uhr
    so isses
    dem ist nichts hinzuzufügen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ulika
    (169 Beiträge)

    15.05.2018 13:34 Uhr
    Die Planer
    des Leitbildes sind ja nur auf die Flächen gekommen weil dort eigentlich nicht der Oberwald ist. Früher waren dort Wiesen und der Rennplatz der nachdem er nach dem Krieg aufgegeben wurde mit Wald zugewachsen ist. Schaut euch mal alte Fotos im Stadtarchiv an.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben