Karlsruhe Quartierentwicklung im Südwesten: Industriegebiet stärken, Wohngebiet attraktiv machen

Karlsruhe wächst und soll sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte verändern. Im Räumlichen Leitbild stellt die Stadt Areale vor, die in den kommenden Jahren verändert werden könnten. Im Südwesten der Stadt finden sich zwischen der Südtangente und der Gleistrasse gleich zwei Gebiete, die die Stadt weiterentwickeln. Das Areal an der Bannwaldallee soll zudem für Wohnraum und als Wirtschaftsstandort vorangebracht werden.

Der Teilraum 4 des Räumlichen Leitbildes umfasst das Gebiet auf dem Gelände der ehemaligen Fabrikanlage der Firma Junker und Ruh, rund um den Metro-Markt an der Bannwaldallee. Es liegt eingekesselt zwischen den Bahnlinien auf der einen Seite und der Südtangente auf der anderen. Im Osten und Westen wird das Gelände von Brücken begrenzt, die Radfahrer und Fußgänger über die Schnellstraße führen. Über die östliche Brücke rollt auch der Schienenverkehr der Tramlinie 1.

In großen Teilen umfasst das Gebiet große Flurstücke mit wenigen Einzelnutzern. Im Norden des Geländes hat der Großhandelskonzern Metro einen Markt mit weitläufigen, zum Teil überdachten Parkflächen. Im restlichen, insgesamt knapp 13 Hektar großen Teilraum, befinden sich noch andere Gebäude, in denen unter anderem die Telekom oder Michelin einen Standort haben. 

Teilraum 4 Metro Räumliches Leitbild
Das Gelände der ehemaligen Firma Junker und Ruh soll in Zukunft besser genutzt werden. | Bild: Google Maps Screenshot

Parkhäuser und Tiefgaragen ersetzen offene Parkflächen 

Die Freiflächen des Geländes haben laut Räumlichen Leitbild das Potenzial, ein starkes und klar umrissenes Profil mit einer baulich deutlich höheren Dichte aber auch Freiräumen zu entwickeln. Denkbar sind laut Stadtplanungsamt unterschiedliche Branchen und Unternehmensformen, die das Gelände beherbergen könnte. Gestapelte Nutzungen und innovative Parkierungsmöglichkeiten sollen dabei helfen. 

Statt offenen Parkplätzen wie bisher,  sollen künftig Parkgeschosse und Tiefgaragen entlang der Bannwaldallee entstehen. Am Verkehr zwischen Bannwaldallee und Südtangente selbst soll sich nach den Plänen der Stadt aber nichts ändern. Über die angedachte Tramlinie in der Pulverhausstraße soll die Haltestelle Bannwaldallee durch eine höhere Taktung eine bessere Anbindung bekommen. Außerdem entstehen so neue Fahrziele, wie etwa die Verbindung Ebertstraße - Hauptbahnhof sowie Grünwinkel - Daxlanden. Verbindungen für Rad- und Fußverkehr will die Stadt ebenfalls ausbauen.  

Bannwaldallee
Die Parkplätze vor der Metro. | Bild: Lukas Hiegle

Während das Gebäude von Metro im Norden des Areals bestehen bleibt und aufgestockt werden könnte, soll das restliche Areal ein neues Gesicht bekommen, da neue Gebäude entstehen. Jedoch nur in sogenannter Randbebauung, die wie eine Art Lärmschutzwand wirkt. Dadurch entsteht in der Mitte ein zentraler Freiraum, eine grüne Zone. Dieser Bereich soll für gemeinsame Pausen, Aktivitäten und zur Erholung dienen. Durch weitere grüne Bänder sollen außerdem Freiraumverbindungen entstehen, die das Areal mit der Alb und anderen Grünflächen, wie etwa der gegenüberliegenden Günther-Klotz-Anlage, verbindet. 

Teilraum 04 Junker und Ruh
Die Randbebauung auf dem Areal rund um die Metro soll als eine Art Lärmschutzwand fungieren. Grüne Freiflächen in der Mitte des Areals sollen zum Verweilen einladen. | Bild: bertholdkrass, UC Studio , S.US

Nach Einschätzungen der Stadt sieht sich das Areal rund um die Metro umfangreichen Veränderungen entgegen. Nutzbarkeit, Flächeneffizienz und Wirtschaftlichkeit sollen durch die neuen Planungen enorm ausgebaut werden. Aufgrund der hohen Freiflächenstruktur mit wenigen einzelnen Eigentümern ist aus Sicht der Stadt auf dem Areal vieles realisierbar.

Grünes Wohngebiet in Verkehrsachse "gefangen"    

Nur einige hundert Meter entfernt liegt der Teilraum 5, den die Stadt ebenfalls im Räumlichen Leitbild aufgreift. Dabei steht die kleine Wohnsiedlung Maienweg im Fokus. Die ist noch ein Relikt aus der Zeit vor der Südtangente und mit insgesamt 3,47 Hektar der kleinste Teilraum entlang des Dynamischen Bandes, das entlang der Südtangente entstehen könnte.

Bannwaldallee
Unmittelbar hinter der Maienwegsiedlung verläuft der Zubringer von der Südtangente auf die L605 in Richtung Beiertheim und Bulach. | Bild: Lukas Hiegle

Die Siedlung Maienweg ist überwiegend von Wohnnutzung mit großen, grünen Gärten geprägt. Allerdings ist das Wohngebiet auch "umzingelt" von der Südtangente sowie den Bahngleisen und dem Gewerbegebiet. Durch die starke Lärmentwicklung durch den Verkehr wird die eigentlich hervorragende Lage im städtischen Gefüge stark eingeschränkt, bemerkt die Stadt. 

Bannwaldallee
Der Maienweg, davor die Eisenbahnenschienen in unmittelbarer Nachbarschaft. | Bild: Lukas Hiegle

Im Räumlichen Leitbild ist daher eine Aufwertung und Stärkung der Wohnsiedlung vorgesehen, die das Gebiet Maienweg klarer profilieren soll. Neben dem Ausbau und der Ergänzung der Wohnraumnutzung könnte hier in Zukunft auch die Aufwertung der Anbindungen im Fokus stehen. 

Bannwaldallee
Der Freiraum unter der Brücke des Bulacher Kreuzes. Diese grünen Freiflächen sollen aufgewertet und zugänglich gemacht werden. | Bild: Lukas Hiegle

So finden sich im südwestlichen Bereich Potenzialflächen für bauliche Ergänzung der Wohnraumnutzung. Diese Gebäude sind mit wirksamem Lärmschutz ausgestattet und sollen als Lärmschutz für bereits bestehende Häuser dienen. Durch die Aufwertung der Anbindungen wäre die Siedlung Maienweg künftig noch besser mit anderen Freiräumen entlang der Alb und der Innenstadt vernetzt. Ein neuer Grünraum soll zwischen der Wohnsiedlung und dem Gewerbegebiet rund um die Metro entstehen und die Verbindung über das Bahngleis nach Süden verbessern. 

Bannwaldallee
Ein Blick in den Maienweg. | Bild: Lukas Hiegle

Darüber hinaus sollen die bestehenden Grünräume entlang des Bulacher Kreuzes aufgewertet und zugänglich gemacht werden. Über die Haltestelle Bannwaldallee besteht Anbindung an die Tram, Fuß- und Radverbindungen in Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof sollen zusätzlich aufgewertet werden. Durch die bauliche Ergänzung des Areals erhofft sich die Stadt eine Stärkung des Quartiers und des Zusammenhalts. Der Restraum unter der L605 könnte dann auch für neue Nutzungen aktiviert werden.  

So könnte das Areal rund um die Wohnsiedlung Maienweg nach Vorstellungen der Stadt entwickelt werden. | Bild: Stadt Karlsruhe/ Google Maps

Die Verwaltung ist abschließend der Meinung, dass sich rund um die Siedlung Maienweg dauerhaft ein neues Wohnquartier etablieren kann, das trotz ungünstiger Umgebung gute Wohnqualität bietet und darüber hinaus seinen hervorragenden Standort für Fuß- und Radverkehr voll ausnutzt.

Karlsruhes Zukunft unter der Lupe: ka-news widmet sich Karlsruhes Zukunft: Wir stellen in unseren neuen Dossier "Stadtentwicklung" das Räumliche Leitbild und darin enthaltene Projekte näher vor. Was ist der aktuelle Stand bei den konkreten Vorhaben - wo entstehen neue Quartiere und welche Teilräume werden entwickelt? Welche Ideen können sich durchsetzen, was wird vielleicht verworfen und wie verändert sich die Stadt für den einzelnen Bürger in Bezug auf Wohnen, Verkehr und Lebensqualität? Was interessiert Sie rund um das Räumliche Leitbild? Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anmerkungen hier in den Kommentaren, per ka-Reporter-Formular oder per Mail an redaktion@ka-news.de.
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