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Karlsruhe Karlsruher Osten entdeckt sich neu: Wie ein Park mit See und Aussichtshügel den Stadteingang verändern soll

Die Stadt Karlsruhe soll und wird sich in den kommenden Jahren stark verändern: Neue Wohnviertel, Gewerbegebiete und Grünflächen sind geplant - auch im Osten der Stadt. Hier soll das sogenannte Seeviertel entstehen. Damit soll vor allem der Stadteingang an der Durlacher Allee aufgewertet werden.

Bis 2030 fehlen in der Fächerstadt etwa 20.000 Wohneinheiten. Ein großes Defizit, dass die Stadt Karlsruhe versucht, aufzufangen. Daher hat man schon 2015 damit begonnen, die Flächenpotenziale der Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen, denn nicht jede Fläche eignet sich für die Entwicklung von neuen Wohnquartieren, Bahnlinien und Gewerberäumen. Doch die Stadt soll sich in Zukunft weiterentwickeln. Um diesen städtischen Wandel in zielgerichtete Bahnen zu lenken, gibt es für Karlsruhe ein "Räumliches Leitbild". Darin auch beschrieben: Das neue "Karlsruher Seeviertel".

Urbanes Mischquartier mit hohem Wohnanteil

Das Quartier, im Leitbild als Teilraum 10 beschrieben, soll östlich des Ostrings und südlich der Durlacher Allee - konkret also auf dem Gelände der ESG Frankonia, der dort ansässigen Kleingärten und dem jetzigen Standort der Landes­erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­g für Flücht­linge (LEA) - realisiert werden.

Neben einem urbanen Mischquartier und damit einem hohen Wohnanteil ist dort ein Park mit See und Aussichtshügel geplant. "Innerhalb eines vermeintlich benachteiligten Ortes inmitten von Gleistrassen entsteht so ein hochattraktives Freiraumelement", heißt es im Räumlichen Leitbild. 

Südlich der Durlacher Allee soll das neue Seeviertel entstehen.
Südlich der Durlacher Allee soll das neue Seeviertel entstehen. | Bild: Screenshot Google Maps

Umgestaltung auch beim Alten Schlachthof

Mit dieser Planung soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung vor allem dem Problem der fehlenden Wohnfläche entgegengewirkt werden. Das vorgesehene Gelände ist innenstadtnah und damit also durchaus ideal für die Stadtentwicklung und gleichzeitig auch für die Aufwertung des östlichen Stadteingangs. Vor allem auch deshalb, weil durch eine mögliche Umsetzung ungenutztem Raum Bedeutung zugeschrieben werden könne.

Denn: Die Pläne des Seeviertels stehen in engem Zusammenhang mit den Plänen für ein neues Quartier rund um den Alten Schlachthof - genauer am Otto-Dullenkopf-Park und dem jetzigen Standort des Messplatzes. Auch wenn hier rund um den Park schon viel entwickelt wird, sind weitere Veränderungen in Planung: Das "Quartier am Alten Schlachthof" soll auf dem Messplatz Standort für Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbenutzungen werden.

Der Messplatz hingegen würde als "Neuer Tivoli" an die Fautenbruchstraße in die unmittelbare Nähe der Wasserwerkbrücke verlagert werden. Eine weitere Vorstellung der Stadt: Die Grünfläche des Otto-Dullenkopf-Parks würde an Größe gewinnen.

Quartier am Alten Schlachthof/ Seeviertel
Quartier am Alten Schlachthof/ Seeviertel | Bild: berchtoldkrass, UC Studio, S.US

Neue Tramlinie nach Durlach

Der "prominente Stadteingang Durlacher Allee/Ostring" soll somit also auf insgesamt 29,9 Hektar neu gestaltet werden. Da darf die Neuentwicklung der Mobilität natürlich nicht fehlen, obwohl die beiden Gebiete schon heute gut erschlossen sind: Im Süden des Gebiets soll nach den aktuellen Plänen der Stadt eine neue Tramlinie in Richtung Karlsruhes größten Stadtteil Durlach installiert werden.

Sie soll entlang der neuen Grünflächen fahren. "Eine zusätzliche Option könnte die Neueinrichtung eines Bahnhaltepunkts auf der Gleistrasse über die Durlacher Allee darstellen", so die Stadt in ihren veröffentlichen Unterlagen zum Räumlichen Leitbild.

Wann und ob das neue Seeviertel und das neue Quartier rund um den Alten Schlachthof tatsächlich realisiert werden, steht bislang allerdings noch nicht fest. Sicher ist lediglich die Tatsache, dass die Stadt bereits schon jetzt mit baulichen Vorbereitungen beginnt: Das Gelände der ESG Frankonia wurde bereits von der Stadt erworben und die Arbeiten für die Umsiedlung des Sportvereins an die Stuttgarter Straße haben begonnen.

Karlsruhes Zukunft unter der Lupe

ka-news widmet sich Karlsruhes Zukunft: Wir stellen in unseren neuen Dossier "Stadtentwicklung" das Räumliche Leitbild und darin enthaltene Projekte näher vor. Was ist der aktuelle Stand bei den konkreten Vorhaben - wo entstehen neue Quartiere und welche Teilräume werden entwickelt? Welche Ideen können sich durchsetzen, was wird vielleicht verworfen und wie verändert sich die Stadt für den einzelnen Bürger in Bezug auf Wohnen, Verkehr und Lebensqualität?

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Karlsruhes Zukunft | ka-news.de: Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität - Karlsruhe richtet sich mit dem Räumlichen Leitbild strategisch auf die Zukunft aus. Erste Vorhaben und Projekte werden bereits verwirklicht. In diesem Dossier werden die aktuellen Entwicklungen zum Räumlichen Leitbild gesammelt und kritisch beleuchtet.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    05.04.2018 11:10 Uhr
    Tivoli 7
    Der Link ist hilfreich...DANKE! https://www.karlsruhe.de/b3/bauen/projekte/leitbildhaupt/stadtneu/update/HF_sections/content/ZZmxWJZckiu910/ZZmxWKIkNAI6zp/Vertiefungsbereich_S%C3%BCd_Download.pdf

    Allerdings fehlt mir da ein wenig die Räumliche Vorstellungskraft...mE ist das Gebiet dort ziemlich klein im Quervergleich zum jetzigen Messplatz...mag mich auch irren...bauen die dann dort Gleise zurück von der DB???
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  •   mueck
    (11493 Beiträge)

    05.04.2018 19:00 Uhr
    !
    Flächenmäßig könnte es passen, wenn man bedenkt, dass das noch eine unkonkrete Idee ist und daher die Abgrenzung nach links und rechts noch völlig offen ist.
    Da liegen noch viele Gleise vom ehem. Rangierbahnhof, dessen Reste zum Abstellen dienen. Könnte man schönes draus machen, aber die DB will dort wohl weiterhin noch was parken ...
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  •   Lokführer
    (5 Beiträge)

    05.04.2018 17:14 Uhr
    Träumereien der Stadt
    Sie träumen vielleicht davon, die Gleise von der B-/C-Gruppe im Güterbahnhof abbauen zu können. Die DB hat schon vor Monaten klar gemacht, eine Freistellung von Bahnzwecken wird es nicht geben. Schon alleine um die Züge, die in Karlsruhe beginnen/enden, abfertigen zu können braucht man weite Teile des Bahnhofs zwingend. Westbahnhof und die verbleibendende D-/E-Gruppe (in der D Gruppe soll ja auch noch das DUSS Terminal gebaut werden) reichen dafür nicht. Eine Ansiedlung von Gewerbe auf dem Gbf würde auch bedeuten, dass der Bahnhof an anderer Stelle neu gebaut werden müsste, inklusive der nötigen Anpassungen im Bahnknoten Karlsruhe. Wieso plant man dann überhaupt munter weiter?
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  •   teflon
    (2906 Beiträge)

    05.04.2018 10:30 Uhr
    Ich wäre für
    "Bellenäcker 2 "oder wenn Welli & FM der Bundesmutti den Allerwertesten küssen möchten, dann wäre auch das "Merkelviertel" in der Auswahl.
    Wer da freiwillig hinziehen möchte, sollte sich ärztlich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen- das wird ganz fix ein Banlieu a la Macron-Art.
    In Schilda wird aus einem Leitbild immer ganz schnell ein Leidbild...bei dem Personal, was seit 10 -20 Jahren im Rathaus rumstümpert, ist das ständige Nichtergebnis auch kein grosses Wunder..viel vor und absolut nichts dahinter.
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  •   stefko
    (2226 Beiträge)

    05.04.2018 16:15 Uhr
    "Banlieu a la Macron" ... *facepalm*
    Macron hat mit den Banlieues (so schreibt man das übrigens) schon rein zeitlich in etwa so viel zu tun wie Angela Merkel mit dem Ozonloch. Aber Hauptsache mal dumm gschwätzt ...
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  •   likeka
    (499 Beiträge)

    05.04.2018 15:36 Uhr
    Kein Banlieu!
    Warum sind Sie eigentlich immer dagegen?
    Dieses Viertel -so es denn gebaut wird- liegt absolut zentrumsnah, im Gegensatz zu den bekannten Banlieus!
    Wenn man schon nur meckert, sollte man wenigstens wissen, wovon man redet.
    Mit exzellenter S-Bahn- und Tramverbindung in die Innenstadt, See, einer Grünraumverbindung zum Mendelsohnplatz und unmittelbarer Nachbarschaft zum "Alten Schlachthof", einem Kreativviertel; zu großen Firmen wie der EnBW, weist das so ziemlich keine Parallelen zu Banlieus auf!

    Übrigens Respekt, wie Sie es schaffen in einem Kommentar zu einem kleinen Karlsruher Neubauviertel die Brücke zur großen Politik (Merkel und Macron) zu schlagen zwinkern
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  •   Gegengerade1975
    (206 Beiträge)

    05.04.2018 16:02 Uhr
    negativ
    Es hat schon eine gewisse Besessenheit, wie ständig bei jedem x-beliebigen Thema die Kurve zu Merkel genommen wird. Und es ist inzwischen gähnend langweilig.
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  •   Prof.Baerlapp
    (722 Beiträge)

    05.04.2018 15:59 Uhr
    Zentrumsnah und gute Bahnanbindung
    heißt doch noch lange nicht, dass das ein Nobelviertel wird. Die bisherige Umgebung bedeutet schon mal überwiegend eine negative Prägung. Da müsste man schon Top-Neubauten hinstellen mit höchstem Wohnstandard zu exorbitanten Preisen, um entsprechend zahlungskräftige Käufer anzulocken.

    Aber das will doch hier von den Besserwissern auch keiner, hier schwadronieren doch alle vom sozialen Wohnungsbau. Dabei ist aber dann eines klar: wenn in dieser Nachbarschaft sozialer Wohnungsbau entsteht, dann wird das ein sozialer Brennpunkt allererster Güte.
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  •   likeka
    (499 Beiträge)

    05.04.2018 16:13 Uhr
    Die Charakteristik
    eines Balieu ist nunmal aber, dass es eben nicht zentrumsnah ist, keine großen Firmen in der Nähe, keine Kultur, etc.
    Ich habe nie von einem "Nobelviertel" geschrieben. Es ist aber eben kein Banlieu!

    Zudem soll laut dem Artikel die LEA am Standort Durlcher Allee verschwinden, soviel zu Ihrer "negativen Prägung"
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    05.04.2018 11:49 Uhr
    Denk ich auch,
    abgetrennt von der alten Wohnbebauung direkt an der Autobahn. Und um endlich mal dieses Vorhaben der Flächenverbrauchsreduzierung umzusetzen muss man schon etwa zehn Stockwerke hoch bauen, zumindest teilweise.
    Hervorragende Voraussetzungen für ein zukünftiges Viertel das sogar von der Polizei gemieden wird.
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