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Karlsruhe Erholungsgebiete zwischen Wald und Rhein: Karlsruhe soll grüner werden

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Und vom Wandel gibt's in Karlsruhe derzeit allerhand. Überall wird gebaut und gebaggert, vieles wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern in der Fächerstadt. Doch alles passiert unter verschiedenen Aspekten, die schon lange vorgegeben sind. Einer davon: Die Stadt soll grüner werden. Und weiter in Richtung Rhein rücken.

Mitten im Wald wurde Karlsruhe 1715 von Markgraf Karl Wilhelm gegründet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Fächerstadt eine ganz besondere Verbindung zum Wald hat: Hinter dem Schloss erstreckt sich der Hardtwald, an Rüppurr grenzt der Oberwald und der Zoologische Stadtgarten bildet die grüne Lunge Karlsruhes. Grün ist es also schon. Doch es soll noch grüner werden. Das sieht das Räumliche Leitbild vor. Denn laut Stadt tragen die Kulturlandschaften rund um die Stadt und die innerstädtischen Grünräume zur Lebensqualität bei. 

Der Schlosspark lockt im Sommer viele Karlsruher an - ob zum Sport oder einfach nur entspannen. | Bild: Thomas Riedel

Dabei seien zwei Handlungsfelder für die künftige Stadtentwicklung besonders wichtig: der Hardtwald und der Rhein. "Die 'Waldfinger' von Hardt- und Oberwald reichen tief in die Stadt hinein und ermöglichen so der Stadtbevölkerung den Zugang zur Landschaft", schreibt die Stadtverwaltung in ihrem Räumlichen Leitbild. Man wolle daher diese Landschaften als Erholungsräume der Stadt stärken. 

Nutzungskonzepte im Wald führen auch zu Konflikten

Diese "besondere Qualität" soll aus Sicht der Stadt Karlsruhe auch künftig weiterentwickelt werden. "Weil die Zahl der Einwohner weiter steigen wird, ist davon auszugehen, dass die Freiräume in und um Karlsruhe zukünftig mehrere Funktionen erfüllen müssen: Sie dienen der Erholung der Bürger, der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie der klimatischen Entlastung", heißt es im Räumlichen Leitbild weiter. Das allerdings könnte zu Konflikten hinsichtlich der Nutzung der Wälder und Grünflächen führen, und das sind die Herausforderungen für die Planungen der Waldgebiete in der Fächerstadt. Aber auch der Druck, die Anforderungen an den Natur- und Artenschutz zu erfüllen, spielen eine Rolle in der Entwicklung des Waldes. 

Riesenrad Karlsruher Schloss
Hinter dem Schloss erstreckt sich der Hardtwald. (Symboldbild). | Bild: ka-Reporter: Peter Eich

Dabei sind vor allem der Hardtwald und auch der Oberwald die beiden meistgenutzten Freiräume in der Stadt. Doch gerade für den Hardtwald hinter dem Karlsruher Schloss gibt es heute schon Konflikte zwischen dem Forstnutzen und dem Wald als Erholungsraum. "Diese Behandlung ist dringlich", so die Stadt weiter. "Zudem leidet der Baumbestand unter Wassermangel und den klimatischen Veränderungen. Im Hardtwald - ein Staatswald - müssen Veränderungen immer mit dem Land abgesprochen und verhandelt werden", führt die Stadt weiter aus. 

Als konkrete Ziele führt die Stadt daher auf, den Hardtwald zu erhalten. Aber auch Pflege, Wirtschaft und Nutzung müsse an den Wald angepasst werden. Zudem soll die Erlebbarkeit des Hardtwalds und die Besucherlenkung, etwa für Radfahrer oder Fußgänger, verbessert werden. 

Blick auf Karlsruhe aus Richtung Durlach
Vorne Grün, hinten der Rhein. | Bild: Peter Eich

Karlsruhe mit dem Rhein verbinden

Doch Karlsruhe liegt nicht nur idyllisch mitten im Wald, auch die Lebensader Rhein ist gerade mal fünf Kilometer Luftlinie vom Schloss entfernt. Die alte Idee, Karlsruhe an den Rhein anzubinden, hat in den letzten Jahren immer mehr Form angenommen. Mit dem Projekt "Landschaftspark Rhein" wurde ein erster Teil auf den Weg gebracht: Das Hofgut Maxau wurde bereits realisiert, hier liegt eines der Zentren des Projekts, ein weiteres ist geplant: "Im Rheinpark Rappenwört, der am Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf-Rappenwört noch vor durchgreifenden Veränderungen steht", schreibt die Stadt im Leitbild zur Stadtentwicklung. 

Doch eine direkte Anbindung an den Rhein fehlt noch in Karlsruhe. Mit der Planung von Knielingen als "Rheinstadt" gab es in den 1960er Jahren einen ersten Versuch, die Stadt an den Rhein anzuschließen. Jedoch ist die Distanz noch immer da. Dabei ist eines der Bestreben im Räumlichen Leitbild, aus dem Rhein ebenfalls einen Bestandteil zur Erholungslandschaft der Stadt zu machen. "Der Anschluss an den Rhein gelingt allerdings erst über eine verbesserte Anbindung der Stadt an den großen Fluss!", so die Stadt abschließend. 

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  •   malerdoerfler
    (5584 Beiträge)

    08.05.2018 21:48 Uhr
    Bitte nur biologisch, NICHT politisch!
    Der Kommentar musste einfach sein - sorry!
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  •   BMWFahrer
    (213 Beiträge)

    08.05.2018 17:16 Uhr
    Man sollte dankbar sein,
    dass Karlsruhe so weit vom Rhein entfernt ist. Keinerlei Hochwasserproblematik, wie in anderen Rheinanliegerstädten. Ausserdem ist der Oberrhein kein sehenswertes Gewässer, sondern seit der Begradigung ein langweiliger Kanal. Etwa so schön anzusehen, wie eine Autobahn
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  •   JaHe
    (28 Beiträge)

    08.05.2018 16:12 Uhr
    Witzig
    "... dass die Freiräume in und um Karlsruhe zukünftig mehrere Funktionen erfüllen müssen"
    Das dachten sich wohl auch die Arbeiter am Schloss Gottesaue und funktionierten promt die halbe Grünfläche zur Baustellenausfahrt um :D
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  •   de.schwule.sascha
    (191 Beiträge)

    08.05.2018 14:15 Uhr
    Ja
    ne Rheinpromenade wie in Düsseldorf wäre doch mal was schönes für Karlsruhe, direkt mit der Innenstadt verbinden.
    Wird eh nicht passieren.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11246 Beiträge)

    08.05.2018 08:59 Uhr
    "Karlsruhe mit dem Rhein verbinden"
    der Anfang ist gemacht, der Kanal durch die Kaiserstraße muß nur noch geflutet werden, dann können die Gondeln - auch bei Regen, weil unterirdisch geführt - vom Gottesauer Platz bis in den Rheinhafen fahren.
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  •   hajmo
    (4169 Beiträge)

    08.05.2018 11:44 Uhr
    Alte Pläne
    Einfach die alten Pläne wieder hervor holen und den Rheinhafen bis zum heutigen Festplatzgelände verlegen. Planung war so um 1850 rum - die Pläne liegen bestimmt noch irgendwo rum. Und am Buddeln sind wir ja eh grad.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    08.05.2018 08:14 Uhr
    Ich weiss
    nicht ob es vorne bei der Rheinbrücke eine Strassenbahnhaltestelle gibt, aber dort und am Rappele ist der Rhein doch direkt mit der Bahn angebunden. Mehr geht wohl kaum.
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  •   haku
    (4076 Beiträge)

    08.05.2018 10:06 Uhr
    Maxau...
    ...heißt die Haltestelle auf der Karlsruher Seite der Rheinbrücke. Den schönen Spaziergang Maxau-Rappenwört mache ich wenn möglich einmal pro Jahreszeit, seit es den schönen Biergarten am Hofgut gibt, eher von Rappenwört startend...
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  •   stoersender
    (1309 Beiträge)

    08.05.2018 07:47 Uhr
    Die lügen sich doch in die Tasche
    Wenn man immer mehr Bevölkerungszuwachs will dann gibts immer weniger Grünfläche. So einfach ist das.
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  •   dipfele
    (5440 Beiträge)

    08.05.2018 17:09 Uhr
    Und die Grünfläche....
    ... in der Kaiserstrasse in Form der grosskronigen Platanen wird abgeholzt.
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