Handel-Mode-Kunst: Diesen Namen trägt der Pop-Up-Store, welcher bereits seit dem 7. Oktober im Ettlinger Tor seinen Sitz hat. Junge Unternehmensgründer präsentieren hier ihr Schaffen, auch Dienstleister und Künstler sind mit einem bunten Mix aus verschiedenen Aktionen vertreten.

Die Idee stammt von Martin Schulze

Das Konzept hat einen langen Weg hinter sich – nach achtmonatiger Planungsphase es letztendlich umgesetzt werden. Organisiert wird dieses Vorhaben von der Wirtschaftskanzlei Schulze. Martin Schulze ist seit über 30 Jahren mit ihr selbstständig und kümmert sich um den Finanzierungsbereich, die Businesspläne, den Vertrieb und die Positionierung von Unternehmen.

Michael Schulze ist Organisator des Pop-up-Stores im ECE-Center,
Michael Schulze ist Organisator des Pop-up-Stores im ECE-Center, | Bild: Michael Schulze

Die Idee für das Konzept ergab sich aus der Beratung von Existenzgründern und Start-ups. Schon seit ungefähr neun Jahren begleitet Schulze vorwiegend diese Art von Firmen. "Mit der Pandemie ist mir aufgefallen, wie viele Gründer mit tollen Einfällen auf mich zukommen." Hierbei gebe es allerdings häufig Probleme bei der Umsetzung.

Viele Gründer tendieren ausschließlich zu online

"Viele von ihnen sind im Einzelhandel angesiedelt und tendieren aufgrund hoher Kosten und Unsicherheit dazu, ihren Vertrieb ausschließlich online abzuwickeln", so Schulze. Doch dies bringe einige Hürden mit sich, vor allem im finanziellen Bereich. Internet sei es häufig eine Herausforderung, Reichweite zu erlangen und auf sich aufmerksam zu machen.

"Ich finde es total schade, dass die Präsentation solcher Ideen daher nicht dauerhaft durchgeführt werden kann." Schulze erklärt in diesem Zuge, warum das Vorhaben daher in Form eines Pop-up-Stores verwirklicht wurde: "Ein flexibles Ladengeschäft sorgt für eine höhere Planungssicherheit, vor allem bei finanziellen Aspekten."

Warum ist der Laden nur vier Monate geöffnet?

Ein begrenztes Angebot erwecke zudem das Gefühl von Exklusivität und einem individuellen Einkaufserlebnis für den Kunden. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen auch die Option, persönlich mit den Kunden in Berührung zu treten. Dies sei eine Win-win-Situation für beide Seiten.

"Unternehmen nutzen diesen Weg als kreative Art der Darstellung ihrer Produkte", sagt Schulze. Gerade für kleinere Unternehmen und Start-ups, die sich noch in ihrer Gründungsphase befinden, sei diese Inszenierung sinnvoll und man könne sich auf einfache Art mehr Bekanntheit verschaffen. 

Bunter Mix aus Kunst, Produkten und Dienstleistungen

Die Teilnehmenden kommen fast ausschließlich aus dem Großraum Karlsruhe, daher ist es ihnen wichtig, sich einen Namen in der Region zu machen. Ein zentraler Standort in einem gut besuchten Einkaufszentrum wie dem ECE-Center sei daher optimal.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Eric Dewald

Auch die Vielfalt des Angebotes mache den Laden zu etwas Einzigartigem. Das Sortiment ist breit gefächert: Kunst, Klamotten, Möbel und Accessoires aus Holz, Kinderbücher, Feinkost, Honig und Tee, sowie Personalberatung und Fotografie, alles geschaffen von jungen Existenzgründern aus verschiedenen Bereichen. Etwa zwölf bis 14 Start-up-Firmen machen bei dem Vorhaben mit.

Dabei wollte Martin Schulze nicht nur Gründer mit Produkten zum Teil des Pop-up-Konzeptes werden lassen. Auch der Karlsruher Künstler Tom Boller wird mit seinen Arbeiten vertreten sein, eine Pianistin ist mit vertreten und Dienstleister - von Werbeagentur bis Videoproduktionsfirma - haben ihren Platz im Laden. "Die genannten Probleme betreffen nämlich nicht nur den Handel", so Schulze.

Kleiner Weihnachtsmarkt und Aktionen geplant

Darüber hinaus sind viele verschiedene Aktionen im Rahmen der Angebote geplant: Beispielsweise Nähvorführungen von selbstgemachter Unterwäsche, Lesungen der Kinderbücher zusammen mit Karlsruher Kindergärtnern sowie ein kleiner Weihnachtsmarkt sollen den Besuch im Pop-up-Store zu mehr machen, als nur einem Verkauf und Kauf.

Pop-Up-Store ECE-Center
Blick in das Schaufenster. | Bild: Martin Schulze

Es werden zudem Pop-up-Talks mit den Gründern stattfinden, bei denen man sie besser kennenlernen und mehr über ihren Werdegang herausfinden kann. Martin Schulze möchte die Unternehmen so besser nach außen tragen: "Junge Talente können sich einfach ein bisschen dauerhafter zeigen, wie zum Beispiel auf einer Messe." Sie können jedem auf persönlicher Ebene zeigen, wer sie sind und was sie machen.

Eröffnungsfeier am Samstag

Vorfinanziert wurde das Projekt von Schulze selbst, die teilnehmenden Gründer und Personen zahlen eine anteilige Miete. Das Geschäft trage sich momentan zu null. Die 400 Quadratmeter Ladenfläche zu füllen war zunächst eine Herausforderung, die er jedoch mit Erfolg gemeistert hat: "Hier ist nun wirklich für jeden etwas dabei".

Die offizielle Eröffnungsfeier wird am kommenden Samstag, den 22. Oktober, ab 16 Uhr stattfinden. Für die kommenden vier Monate können im Obergeschoss des Einkaufszentrums sowohl selbst angefertigte Produkte, als auch Dienstleistungen  betrachtet und gekauft werden.