Etwa fünf Jahre ist es her, dass Unternehmensberater Jens Thieme die Idee für ein etwas anderes Stadtgefährt kam. Was zunächst als Spaß für ihn allein gedacht war, hat sich inzwischen zu einer ausgefeilten Geschäftsidee entwickelt. Thieme ist der Erfinder des sogenannten Scrooser, einem Elektro-Roller, der an einen Tretroller für Kinder erinnert - "allerdings etwas größer und mit dicken Reifen", so der Dresdner.

Karlsruhe bietet ab sofort Scrooser-Touren an

2014 ging Thieme mit einem Vorgängermodell des Scroosers an den Start. In Karlsruhe wird sein Gefährt schon bald öfter auf den Straßen zu sehen sein. In Zusammenarbeit mit Jürgen Reiss, Inhaber "City Seq", bringt Thieme seine Erfindung in die Fächerstadt. Ab sofort bietet das Karlsruher Unternehmen "City Seq" Stadttouren mit den Scroosern an; eine Führung, die in Deutschland so bislang einzigartig ist, wie die Verantwortlichen beim Pressetermin am Mittwoch erklären.

Scrooser Vorstellung

(Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz testete am Mittwoch die neuen Scrooser.)

Die Idee: Unter dem Motto "Scrooser die Stadt" können sich Karlsruhe-Besucher und Karlsruher die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren kennenlernen. Rund 2,5 Stunden soll eine Scrooser-Tour durch Karlsruhe dauern. Einzige Voraussetzung: Die Teilnehmer müssen mindestens 15 Jahre alt sein und einen Führerschein ab Klasse A1 - wie zum Beispiel Moped-, Pkw- oder Motorrad-Führerschein - vorweisen können. Dieser ist notwendig, da das 50 Kilo schwere Gerät bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell werden kann. Gleichzeitig kommt man mit dem Scrooser bis zu 60 Kilometer weit, erklärt der Erfinder.

Die Anschaffung der Scrooser war für Riest nicht ganz billig. Zwischen 4.490 und 4.750 Euro kostet ein Scrooser je nach Ausführung. Von der Idee ist der Karlsruher Unternehmer aber überzeugt. "Es kommt auf dem Elektromobilitätsmarkt äußert selten vor, dass ein Produkt das Label 'Made in Germany' trägt", lobt Riess Thiemes Fahrzeug.

ka-news macht den Selbsttest

Und wie fährt sich so ein Scrooser? An sich ist die Handhabe nicht sonderlich schwierig. Gefahren wird entweder bequem im Sitzen oder im Stehen - Erfinder Thieme empfiehlt für die ersten Meter allerdings eine Fahrt auf dem Sitz. Rechts gibt man Gas, links befindet sich eine Handbremse, wie man sie von Fahrrädern kennt. Und schon kann es losgehen: Entweder stößt man den Scrooser mit dem Fuß an oder man nutzt gleich den Motorantrieb.

Bereits nach wenigen Metern hat man ein Gefühl für das etwas andere Gefährt. Einzige Schwierigkeit: Der Scrooser reagiert träger als man erwartet. Wer engere Kurven fahren will, muss sich mit seinem Gewicht in die Kurve lehnen, was zu Beginn etwas Überwindung kostet. Nach kurzer Zeit läuft allerdings alles wie es soll.

 

Technische Daten des Scroosers im Überblick:

Rahmen: Stahl

Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen (vorne), mechanische Scheibenbremse (hitnen)

Sitzhöhe: 0,7 Meter

Gesamtlänge: 1,76 Meter

Gesamtbreite: 0,8 Meter

Lenkerhöhe: 1,1 Meter

Eigengewicht : 56 Kilogramm (ohne Akku)

Zulässiges Gesamtgewicht: 150 Kilogramm

Motor: Felgenelektromotor 500 Watt, befindet sich versteckt im Hinterrad

Akkumulator: Lithium-Ionen-Akku 36 V, 20 Ah, 728 Wh

Aufladezeit: 2,5 bis zu vier Stunden

Geschwindigkeit: sechs, 20 oder 35 Kilometer pro Stunde (abhängig von Einstellung)