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Karlsruhe IHK Karlsruhe zum KSC-Stadion: Gute Investition, falscher Standort

Die Stadt und der Karlsruher SC scheinen sich einig zu sein. Der Gemeinderat muss noch zustimmen. Und auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe hat eine klare Empfehlung: Ein neues Fußballstadion ist für den Wirtschaftsstandort Technologieregion eine gute Investition. Das bestätigt ein Gutachten, das die IHK im Juli in Auftrag gegeben hat. Allerdings zeigt dieses auch, dass ein anderer Standort mehr Gewinn abwerfen würde. Am Mittwochvormittag wurde das Gutachten vorgestellt.

Für IHK-Präsident Wolfgang Grenke ist das Stadion ein wichtiges Infrastrukturprojekt "mit Auswirkungen auf die gesamte Technologieregion Karlsruhe und auf die regionale Wirtschaft".

Gutes Image, aber keine Sponsorenbereitschaft

Das Gutachten habe gezeigt, dass eine deutliche Mehrheit von 85 Prozent der befragten Unternehmen aus der Region im KSC einen wichtigen Imagefaktor und ein wichtiges Aushängeschild für die Region sehen. Doch von Investitionen wie beispielsweise dem Kauf von Namensrechten oder weiterem Sponsoring schien keine Rede zu sein.

Im Gutachten nicht untersucht wurden Vertragsoptionen zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe, denn das sei deren Aufgabe. "Unsere gesetzliche Aufgabe als IHK ist es, Politik und Verwaltung zu beraten", so Grenke. Man gebe nun die klare Botschaft aus, dass eine endgültige Einigung hermüsse. "Wir sind keine Schiedsrichter im Streit zwischen Stadt und KSC, wir wollen nur Informationen liefern."

In Anbetracht der aktuellen Tendenz in Richtung Neubau des Stadions am alten Standort sei selbstverständlich mit Einnahmenverlusten zu rechnen. Auch hier hat das Gutachten eine Hochrechnung erstellt, die für eine zweijährige Bauzeit insgesamt einen Verlust von rund 3,15 Millionen prognostiziert. Gerechnet wurde dabei mit einer Zuschauerkapazität von maximal 15.000 Plätzen während der Bauphase. 15.000 Plätze entsprächen exakt den Vorgaben der DFL in Sachen Mindeskapazität in der Zweiten Bundesliga. Berechnet wurde die Schätzung mit Hilfe von Zuschauerzahlen und den Pro-Kopf-Einnahmen aus den vergangenen beiden Zweitligasaisons.

Untere Hub und Mastweide bringen mehr Einnahmen

Berücksichtigt wurden in dem Gutachten zudem noch drei Standorte - im Juli war noch keine Einigung in dieser Frage in Sicht, da sich KSC-Präsidium und Stadt erst im Oktober für den Standort Wildpark entschlossen und auch der Gemeinderat diese Tendenz zeigte. Wenig verwunderlich zeigte sich, dass mit einem Stadion an der Mastweide oder Untere Hub mehr Geld zu machen wäre. An dem Einnahmenplus von 1,4 bis 2 Millionen Euro zeige sich, wo sich die Mehrkosten für einen anderen Standort aufrechnen würden.

Das Plus ergibt sich laut dem Gutachten vor allem aus zusätzlichen Einnahmen aus den Namensrechten des neuen Stadions. Während für den Wildpark eine Schätzung von 650.000 bis 950.000 Euro angegeben wird, käme man beispielsweise an der Mastweide zu Einnahmen in Höhe von bis zu 1,8 Millionen Euro. Auch beim Verkauf von Business Seats und Logen schlügen bei der Unteren Hub oder der Mastweide deutliche Mehreinnahmen zu Buche.

Doch: "Wir geben zu diesem Thema nur unsere Meinung, entscheiden müssen andere", kommentierte Grenke. Mit dem Gutachten liefere man eine gute Grundlage auf die wirtschaftliche Sichtweise.

Alle Artikel zum Thema Stadionbau finden Sie in unserem Dossier.

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  •   rockinsteven
    (1210 Beiträge)

    05.12.2013 22:25 Uhr
    Autobahn
    Wenn Werbung an der Autobahn tatsächlich so toll wäre müssten wir uns ja über unsere Infrastruktur keine Sorgen machen. Alle paar km ein Schild für paar Mios vermieten und gut ist....Blödsinn...!
    Ich freu mich auf den neuen Wildpark.
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  •   Abadu
    (467 Beiträge)

    05.12.2013 19:09 Uhr
    Wenn die IHK jetzt noch
    Mitgliedsunternehmen benennen könnte, die sagen wir mal 40-50 Mio bei einem Stadionneubau an der Autobahn springen ließen (verbindlich!), dann hätte das Ganze Hand und Fuß und man hätte wirklich Neues zur Diskussion beigetragen.
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  •   gabin
    (1026 Beiträge)

    05.12.2013 17:47 Uhr
    die
    5 Kolonne wird mal wieder mal zum stänkern vorgeschickt damit die widerliche Wolfsfresse im Hintergrund bleiben kann
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  •   Makamabesi
    (3025 Beiträge)

    05.12.2013 14:11 Uhr
    Was
    sagt das Handwerk, also die Handwerkskammer, dazu?
    Ist doch das zweite Standbein der Wirtschaft!
    Wichtich, wichtitch, diese Meinungen!
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  •   Faecherstadt_Guerilla
    (4092 Beiträge)

    05.12.2013 10:57 Uhr
    Vorschlag zur Güte
    Baut doch einfach den Adenauerring autobahnähnlich aus, und schon haben wir ein Stadion an der Autobahn. Da kann unsere heißgeliebte Rumpelbude Wildparkstadion so bleiben, wie sie ist, und alle Seiten zufrieden. zwinkern

    Das war übrigens mein letzter Kommentar zur unendlichen Stadiondebatte, weil sich in Sachen Stadion-Neu/Umbau nie was tun wird!
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  •   NackterMann
    (719 Beiträge)

    06.12.2013 10:34 Uhr
    @ FG
    Dein letzter, aber ein überragender! grinsen
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  •   Schmarow
    (942 Beiträge)

    05.12.2013 11:55 Uhr
    Es scheitert doch schon
    an der Einrichtung einer Busspur
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  •   Waterman
    (6452 Beiträge)

    05.12.2013 13:00 Uhr
    Wozu eine Busspur?
    An Spieltagen ist der Adenauerring eh gesperrt.
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  •   Schmarow
    (942 Beiträge)

    05.12.2013 13:35 Uhr
    Sicher?
    Also wenn ich mit dem Bus vom Mühlburger Tor aus mitfahre, stehe ich fast immer längere Zeit auf dem Adenauerring bis ich am Stadion ankomme.
    Und einige Autofahrer meinen, sie bekommen noch direkt vor dem Stadion einen Parkplatz, was dazu führt, dass sich der Bus einreihen muss und schön mit den anderen Autos im Stau stehen darf.
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  •   Sandhas
    (1286 Beiträge)

    06.12.2013 14:29 Uhr
    Dann lauf halt!
    Ist sowieso gesund!
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