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Karlsruhe Umbau der Kriegsstraße: Anwohner kritisieren "Motel One"-Ansiedlung

Im Rahmen der Kombilösung soll die Kriegsstraße von der Hauptverkehrsachse zum Boulevard werden. Ein großes Projekt dieser Umgestaltung: ein 40-Millionen-Neubau, in den unter anderem ein Hotel der Kette "Motel One" ziehen wird. Anwohner äußern allerdings Bedenken.

Das ehemalige Gebäude des Landratsamts an der Kriegsstraße wird im Zuge der Kombilösung abgerissen. Im Gegenzug soll hier ein Gebäudekomplex entstehen, in dem sich sowohl Wohnungen, als auch ein Hotel der "Motel One"-Kette sowie Geschäfte, Gastronomie und eine Sky-Bar befinden werden. Um hierzu eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zu ermöglichen, lud das Stadtplanungsamt am Mittwochabend zu einer Infoveranstaltung in den K-Punkt ein. Hier wurde den Anwohnern und interessierten Karlsruhern der vorhabenbezogene Bebauungsplan "Kriegsstraße 23 – 25" vorgestellt. 

"Entwicklung für eine attraktive Innenstadt"

"Wir machen mit dem Bau des 'Motel One' eine ganz tolle Entwicklung für eine attraktive Innenstadt. Aus der bisherigen 'Schrott-Immobilie' wird neuer attraktiver Gebäudekörper, von dem man einen schönen Blick auf den Nymphengarten hat", so Anke Karmann-Woessner vom Stadtplanungsamt zu Beginn der Veranstaltung. Diese Begeisterung teilten allerdings nicht alle Anwesenden, so ist es unter anderem die Gebäudehöhe, die die Anwohner um ihre bisherige Aussicht bangen lässt.

Motel One Entwurf
So soll das Hotel in der Kriegsstraße 2020 aussehen. | Bild: Unmüssig Bauträgergesellschaft Baden mbH

Jens Wittfoht vom Stuttgarter Architekturbüro Wittfoht informiert: "Das Gebäude wird eine Maximalhöhe von 34,40 Metern haben, was nahezu identisch mit der bisherigen Immobilie ist." Doch wie kann das geplante Nutzungskonzept zwischen Hotelgästen, Bewohnern und Besuchern aussehen?

Gäste und Anwohner werden getrennt 

Fakt ist, dass der Neubau in verschiedene Bereiche unterteilt sein wird: Im Kopf-Erdgeschoss, sprich im vorderen Teil des Gebäudes, wird der Einzelhandel und die Gastronomie angesiedelt sein. Das Hotelfoyer wird sich im hinteren Immobilienteil befinden. "Die rund 300 Hotelzimmer sind ebenfalls im hinteren Teil. Die Wohnungen samt der geplanten Sky-Bar im Obergeschoss werden im Kopf des Gebäudes angesiedelt sein", so Wittfoht. Wie viele Wohnungen das Gebäude beherbergen wird, ist derzeit noch unklar.

Zudem sind die unterschiedlichen Nutzungszonen durch verschiedene Eingänge getrennt. Hotelgäste gelangen über einen Eingang vonseiten der Kriegsstraße in das Hotel. Menschen, die in den Wohnungen leben werden, haben einen separaten Eingang über die Badenwerkstraße. Für die Gäste der Sky-Bar ist ein Direkt-Aufzug, der sich im Frontbereich an der Kriegsstraße befinden wird, geplant.

Der Gebäudekomplex von der Kriegsstraße aus gesehen. Links befinden sich die Wohnungen sowie im Obergeschoss eine Sky Bar - rechts die Hotelzimmer. | Bild: Melanie Hofheinz

Höhere Lärmbelästigung?

Der Neubau wird über 52 Tiefgaragen-Stellplätze und 34 Außen-Parkplätze verfügen, die sich im Hinterhof befinden werden. Während die Tiefgarage nur über die Kriegsstraße zu erreichen sein wird, erfolgt der Zugang zu den Außen-Parkplätzen im Hinterhof über die Badenwerkstraße.

Doch dieser Punkt missfiel vielen Anwohnern, da sie eine höhere Lärm- sowie Schadstoffbelästigung befürchten. Auch wurde der unmittelbar angrenzende Kindergarten "Rabennest" in der Ritterstraße von den Anwohnern erwähnt, da auch er von möglichem Lärm und höheren Schadstoffen betroffen sein könnte - und das bereits schon während der Abriss- und Neubaumaßnahmen.

Der Hinterhof-Parkplatz solle außerdem grüner gestaltet werden, so die Vorschläge der Anwohner. Bepflanzte Überdachungen oder Wände wurden hierzu als Ideen genannt, welche das Stadtplanungsamt zur Kenntnis nahm. Laut Hans-Peter Umüßig , Investor und Projektleiter, werden die Baumaßnahmen 2018 beginnen. Die Fertigstellung des neuen Gebäudekomplexes soll 2020 erfolgen.

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  •   vielvornichtsdahinter
    (973 Beiträge)

    20.10.2017 08:13 Uhr
    Wer aus der Stadtentwicklung bei
    nur 86 Parkplätzen solch einem Projekt zustimmt wird ordentlich, wirklich ordentlich geschmiert worden sein.
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  •   karlsruher1955
    (883 Beiträge)

    21.10.2017 03:27 Uhr
    Super Beitrag
    Dem kann ich nur zustimmen.
    Ohne Moos nix los.
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  •   Mathias
    (71 Beiträge)

    20.10.2017 08:03 Uhr
    Nur 86 Parkplätze?
    Das ist doch ein Witz bei ca. 40 Privatwohnungen, 300 Hotelbetten und der Sky-Bar.
    Allein die Privaten werden, wie bereits geschrieben, jeweils eher 2 als einen Parkplatz belegen.
    Da freut sich die Umgebung, da es ja jetzt schon nicht genügend Parkplätze gibt.
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  •   IchKA
    (341 Beiträge)

    20.10.2017 11:21 Uhr
    Ist halt viel billiger
    als den Investoren einen weitere Etage in der Tiefgarage zuzumuten bei dem Grundwasserspiegel.
    Da lacht die Rendite bei ienem Billighotel in Karlsruher Vorzugslage. Natürlich schielt die Stadt auch darauf vielleicht die Attraktivität des Kongresszentrums zu steigen, egal wie?, um endlich aus den Millionenverlusten rauszukommen, die man sich perspektivisch immer weniger leisten können wird.
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  •   Nachteule
    (395 Beiträge)

    20.10.2017 07:56 Uhr
    Anwohner äussern Bedenken
    Das ist inzwischen völlig normal bei Neuprojekten. Und diese Reichsbedenkenträger sind dabei genauso renitent, wie die sogenannten Reichsbürger. Die Anwohner wollen eigentlich IMMER nur ihre Ruhe haben. Blos keine Veränderung. Und dann immer die gleichen Gründe: Schadstoffbelästigung und Lärm. Wer keinen "Lärm" will, sollte von der Großstadt aufs Land ziehen. Wer ein Problem mit "Schadstoffen" hat, sollte Mundschutz tragen - sehr günstig im 10er Pack im Baumarkt zu haben. Die meisten Leute in einer Großstadt haben übrigens kein Problem mit Schadstoffen. Sieht man beim Feinstaubalarm in Stuttgart - kein Mensch verzichtet dort auf das Auto. Liegt vielleicht auch daran, dass man in Stuttgart noch nie einen Toten gefunden hat, der an Feinstaub oder Luftschadstoffen gestorben ist. Aber für die Reichsbedenkenträger ist das ein Riesending. Und die schlimmsten Reichsbedenkenträger sind die grün Lackierten. Aber Gottseidank hören immer weniger Menschen auf die Klima-Angsthasen.
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  •   zahlenbeutler
    (1062 Beiträge)

    20.10.2017 11:03 Uhr
    Feinstaub in Stuttgart
    der gemeine Schwabe keht den Feinstaub in der Kehrwoche einfach weg, nur gut, daß solche wissenschaftlich hervorragend gebildete Menschen wie Sie gibt, de Karle mit de Kapp vom Stammtisch umd Eck sagt das auch
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  •   myopinions
    (787 Beiträge)

    19.10.2017 23:20 Uhr
    ....................und was würd der legendäre
    Pater Brown dazu sagen?

    Hübsch hässlich!
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  •   ggg
    (1 Beiträge)

    19.10.2017 22:15 Uhr
    Reichen Sie Ihre Bedenken bei der Stadt ein ...
    an alle Anwohner oder Bewohner, die Bedenken und/oder Anregungen zu diesem Großprojekt äußern wollen, können unter diesem Link bis zum 01. Nov. eine persönliche Stellungnahme bei der Stadt abgeben. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wird ausdrücklich gewünscht![b][/b]
    https://www.karlsruhe.de/b3/bauen/bebauungsplanung/plaene/kriegsstrasse_23-25[b][/b]
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  •   DonHasi
    (791 Beiträge)

    19.10.2017 19:55 Uhr
    Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten
    Der schlechte Geschmack dieses Planers ist aber über jeden Zweifel erhaben.
    Wieviel von diesen "BilligPuffBumsundGammelHotes" a`la Ignis u.a. braucht eine Stadt wie Karlsruhe noch. Oder anders gesagt wieviel will und kann eine Stadt wie Karlsruhe dann retten, wenn die erste Euphorie vorbei ist.
    Novotel läßt grüßen. Eines der gelungensten Gebäude dieser Stadt..
    An einem Platz wie geschaffen für so ein Kunstwerk
    Wer Ironie findet darf Sie behalten..
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  •   yokohama
    (3154 Beiträge)

    19.10.2017 22:05 Uhr
    An dem Hotel am Festplatz
    kann ich nichts Negatives erkennen. Ein ansprechendes, eher unauffälliges Bauwerk, das sich problemlos in die Umgebung einfügt. Eine Bausünde ist das sicher nicht, der 70er-Jahre-Betonklotz an der Kriegsstraße hingegen sehr wohl..
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