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Karlsruhe Eigenanteil Kombilösung: Karlsruhe muss halbe Milliarde Euro zahlen

Wie teuer wird die Kombilösung werden? Nachdem zu Beginn noch rund 500 Millionen prognostiziert wurden, haben die Kosten inzwischen die Grenze von einer Milliarde Euro geknackt. Jetzt ist auch der Eigenanteil der Stadt Karlsruhe an der Kombi-Rechnung bekannt: Rund 500 Millionen Euro.

Seit Ende Februar steht es offiziell fest: Die Kombilösung wird teurer als beim Baustart noch angenommen. Wie Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einem Pressegespräch bestätigte, wurde die magische Grenze von einer Milliarde Euro überschritten. Die Rede war von gestiegenen "reellen Mehr-" sowie Herstellungskosten. Eine genaue Summe nannte das Karlsruher Stadtoberhaupt nicht. Der aktuelle Sachstandsbericht, der ka-news vorliegt, zeigt nun die Details der Kostenentwicklung. 

Kombi-Arbeiten kommen weiter voran

Die positive Nachricht im Sachstandsbericht: An vielen Baustellen geht es voran. Sowohl im Bereich der Kaiserallee, dem Mühlburger Tor und dem Kaiserplatz sind die Oberflächenarbeiten laut Bericht abgeschlossen. Der Plan: Bis Ende Februar sollte die Baustelleneinrichtungsfläche am Kaiserplatz durch die ARGE geräumt sein.

Auch in der Karl-Friedrich-Straße hat sich nach Aussage der Bauherren einiges getan: Im Februar habe man nach rund 250 Tunnelmetern die südliche Stirnwand der Haltestelle Marktplatz erreicht, heißt es weiter. Bis Mitte April oder Mai soll der vollständige Ausbruch erfolgt sein.  

Karlsruher Bauherren müssten die Hälfte der Kosten tragen

Während die Arbeiten voranschreiten, steigen aber auch die Kosten des Karlsruher Jahrhundertprojekts. Im Sachstandsbericht wurde aus diesem Grund eine aktuelle Kostenfortschreibung auf Basis einer "neuen Systematik der Ermittlung und Bewertung" erstellt. Eingeschlossen in diese Berechnung sind unter anderem Risikofaktoren, aber auch potentielle Chancen für die Karlsruher Bauherren. 

Dabei sind nicht nur die reinen Baukosten aufgeführt, sondern auch Kosten für Verwaltung, Personal und Marketing. Je nach Szenario liegen die Endkosten der Kombilösung zwischen 1,036 und 1,09 Milliarden Euro. Die Gesamtbaukosten schlagen dabei mit 899 bis 965 Millionen Euro zu Buche. Die Kosten für Verwaltung und Marketing liegen, ebenfalls abhängig vom Kostenszenario, zwischen 31 und 39 Millionen Euro. 

Den Großteil der Gesamtbaukosten tragen laut Sachstandsbericht nach wie vor das Land Baden-Württemberg und der Bund. Nach aktueller Rechnung würden Land und Bund rund 592 Millionen Euro übernehmen. Und die Karlsruher Bauherren? Sie müssen für ihren Anteil an den Gesamtbaukosten, Kosten für Finanzierung, Marketing, Personal und nicht förderfähigen Kosten nach aktueller Lage 494,7 Millionen Euro tragen. Über weitere Details will die Stadt am morgigen Donnerstag noch offiziell informieren. 

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Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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  •   KlausKalle
    (380 Beiträge)

    08.03.2017 14:57 Uhr
    Aber nicht in diesem Artikel.
    kwT.
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  •   andi79
    (2997 Beiträge)

    08.03.2017 11:36 Uhr
    die hälfte der kosten?
    Wie soll das gehen wenn Land und Bund Mittel gedeckelt waren? Wurde dieser Deckel entfernt oder gibts nen super Rechentrick?
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  •   redaktion
    (1366 Beiträge)

    08.03.2017 11:46 Uhr
    @andi79
    Weder das eine noch das andere. Bund und Land beteiligen sich zu 80 Prozent an den Baukosten. 20 Prozent, also 148 Millionen Euro, muss Karlsruhe an den Baukosten übernehmen. Hinzu kommen, wie auch im Artikel steht, für die Stadt neben den Baukosten auch noch Kosten für Verwaltung, Marketing und Maßnahmen, die nicht gefördert werden können hinzu. Und so summiert sich das Ganze am Ende auf 494,7 Millionen Euro.
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    08.03.2017 13:36 Uhr
    Eben,
    Mehrkosten von ca. 350 Millionen. Natürlich kostet die Verwaltung und das Marketing, klar. 30-40 Millionen, steht ja da. Dann sind wir bei 310-320 Millionen für die ominösen nicht förderfähigen Maßnahmen.
    Und was das ist möchten manche gerne wissen.

    Ich würde mal sagen, jetzt brennt der Baum. Und die Milliarde ist Stand jetzt. Das wird ja jeden Tag noch teurer und für die zig Millionen die bei der Abnahme noch für Nachbesserungen draufgehen muss garantiert auch die Stadt einstehen (weil nicht förderfähig).
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  •   dipfele
    (5959 Beiträge)

    09.03.2017 00:32 Uhr
    vielleicht.....
    .... gehört die Kriegsstrasse zu den nicht förderfähigen Kosten? Wer weis, wer weis......
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  •   ALFPFIN
    (7791 Beiträge)

    08.03.2017 14:22 Uhr
    Ja, je höher die Kosten weiter steigen,
    und daran besteht für mich kein Zweifel, je höher steigen die Kosten für die nicht geförderten Maßnahmen,
    Verwaltung und Marketing. Marketing? für was: Für die regelmäßigen Veröffentlichungen der baulichen "Fortschritte", die diversen Schwierigkeiten bei der Arbeit mit Guilia, das man alle paar Meter auf Widerstand gestoßen istt und so weiter. Mehr Marketing ist doch noch nicht drin. Oh halt, das wir Flüsterasphalt und eine Döner-Starbuck- Mc Donald Flaniermeile bekommen. Das sind Millionenbeträge für Marketing und dann noch die "Maßnahmen"?. Aber, ja die Verwaltung die "koschtet die restliche Millione". grinsen
    Lachen kann man da eigentlich nicht mehr.
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  •   freigeist
    (743 Beiträge)

    08.03.2017 13:16 Uhr
    von welchen Maßnahmen ist da die Rede
    Verwaltung, Marketing und Maßnahmen, die nicht gefördert werden,es dreht sich ja um eine Summe von 346,7 Millionen. Die Baukosten machen ja nicht einmal ein Drittel der Kosten aus,da wurde aber wohl nur Markting im 5 Sterne plus Bereich gemacht,einfach irre.
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  •   andi79
    (2997 Beiträge)

    08.03.2017 11:43 Uhr
    gerade nochmal
    gegoogelt und verschiedene aussagen gefunden, mal gedeckelt, mal nicht. Daher die Frage in den Raum ob Land und Bund die Mehrkosten zu 100% mittragen (entsprechend ihren Anteilen). Hat jemand eine verlässliche Quelle dafür? Ich hatte es so in Erinnerung das Mehrkosten eben nicht förderungsfähig sind.
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  •   dipfele
    (5959 Beiträge)

    09.03.2017 00:24 Uhr
    also das Land.....
    .... hat in einer Finanzierungsvereinbarung von 2007 (? müsste extra nachschauen) seinen Zuschuss auf 100,8 Mio gedeckelt. Die 0,8 Mio sind für den K-Punkt. In mehreren Petitionen und Anfragen der Frau Dr. Splett wurde von der damaligen CDU Regierung immer auf die Deckelung verwiesen. Pro Jahr auf 10 Jahre verteilt wird ein Betrag X überwiesen. Damit sollen Abrechnungskosten eingespart werden. Zur damaligen Kalkulation waren das mehr als 20 %, jetzt etwa 10%. Es gibt aber in der "Präampel" den Hinweis, dass UNABDINGBARE Mehrkosten auch gefördert werden können. Schon vor 10 Jahren stritten die gelehrten, was unabdingbare Mehrkosten seien. Jedenfalls die grüne Frau Dr. Splett als Verkehrsstaatssekretärin, bestand gegenüber dem CDU Fenrich auf die Deckelung. Seit der liebe Frank das Sagen hat, sieht das der grüne Verkehrsminister etwas lockerer. Vielleicht wurden zwischenzeitlich unabdingbare Mehrkosten anerkannt. Die Politik ist flexibel.
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