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Essen 20 Karstadt-Sports-Filialen sollen schließen - auch in Karlsruhe?

62 Niederlassungen will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof dicht machen - die Standorte sind seit Freitag bekannt. Karlsruhe ist nicht darunter. Doch außerdem sollen auch 20 Filialen von Karstadt Sports geschlossen werden: Welche, das wird in den kommenden Tagen bekannt. Auch in der Fächerstadt gibt es eine Niederlassung.

Leere in der City und Frust bei den Beschäftigten: Das geplante Aus von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK)sowie 20 Standorten der Tochter Karstadt Sports schürt in vielen Kommunen die Angst vor verödeten Innenstädten.

Mitarbeiter sprachen von einer "schrecklichen Entscheidung", die Gewerkschaft Verdi hofft aber weiter, doch noch die Schließung einiger Niederlassungen verhindern zu können.

Nur 20 der insgesamt 30 Karstadt Sports-Filialen bleiben offen

Zunächst hatte GKK angekündigt, 62 seiner 172 Häuser zu schließen. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5.317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28.000 Beschäftigte. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen. Am Samstag wurde dann bekannt, dass auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports schließen sollen.

Welche Filialen das sind, war zunächst nicht bekannt. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" sollen unter anderem die Standorte in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Insgesamt seien 700 Arbeitsplätze betroffen, Verdi sprach von "bis zu zwei Drittel der rund 1200 Beschäftigten".

"Schließung ist unvermeidlich"

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte die Maßnahmen am Freitag als unvermeidlich bezeichnet. "Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden", sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz.

Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist mit seiner Klage gescheitert. Foto: Marijan Murat/Archiv
Generalbevollmächtigter Arndt Geiwitz. Foto: Marijan Murat/Archiv | Bild: dpa

An Karstadt Sports hatte Ende Mai die private Loitz Stiftung aus Essen Interesse bekundet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bot die Loitz Stiftung 40 Millionen Euro, das Angebot sei aber ohne Angabe von Gründen abgelehnt worden. Sachwalter Frank Kebekus und das Karstadt-Management müssen nun bis Ende Juni dem Amtsgericht Essen ihren Sanierungsplan vorlegen.

Tiefschlag für Innenstädte

Angesichts der angekündigten Filial-Schließungen warnen Kommunen und Politik vor einem Aussterben der Innenstädte. "Das ist ein Tiefschlag für den Standort, und auch für unsere Innenstadt würde das einen großen Einschnitt bedeuten", hatte der Oberbürgermeister des Karstadt-Stammsitzes Essen, Thomas Kufen (CDU), in einer ersten Reaktion am Freitag mitgeteilt.

Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup setzte sich bereits vor Pfingsten für einen Erhalt der Filiale in Karlsruhe ein: Das Kaufhaus Karstadt spiele in Karlsruhe seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle und sei "für die weitere Entwicklung der Fußgängerzone unverzichtbar".

Karstadt erstes Krisen-Opfer?

Die Grünen forderten, die Bundesregierung müsse "Kauf-vor-Ort"-Gutscheine einführen, um den stationären Einzelhandel sowie örtliche Dienstleistungen und Gastronomie zu unterstützen. "Innenstädte und Ortskerne dürfen nicht aussterben. Die Bundesregierung muss deshalb die Überbrückungshilfen dringend über August hinaus verlängern", sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge.

Die Gewerkschaft Verdi betonte, es müsse nun darum gehen, alle Möglichkeiten, Chancen und Wege auszuschöpfen, um so viel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Als Erfolg verbuchte Verdi, dass die Gewerkschaft für Karstadt Sports einen Tarifvertrag verhandelte. Dieser sehe unter anderem die Angleichung an das Tarifniveau von Galeria Karstadt Kaufhof in zwei Schritten bis zum 1. Januar 2022 vor sowie eine Standort- und Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Häuser.

"Konkret bedeutet dies für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten eine Anhebung des Gehalts auf das Niveau der Flächentarifverträge des Einzelhandels", betonte Verdi. Das kann spürbare Folgen für die Mitarbeiter haben, denn daraus berechnet sich später die Höhe des Arbeitslosengelds.

Neue Geschäftsmodelle werden gebraucht

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), sagte der "Passauer Neuen Presse", Galeria Karstadt Kaufhof stehe stellvertretend für die Krise vieler stationärer Händler, die durch die Corona-Pandemie verschärft worden sei. "Nach Schätzungen von Handelsexperten stehen 50.000 Einzelhändler vor der Pleite."

Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB): Gerd Landsberg.
Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB): Gerd Landsberg. | Bild: Britta Pedersen/dpa

Im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) betonte er, die Pandemie biete aber auch eine Chance: "Es muss uns gelingen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln - zum Beispiel Gemeinschaftskonzepte zwischen Handel, Gastronomie, Kultur, aber auch Büronutzungen."

Das Wohnen in Innenstädten könne attraktiver werden, zumal wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroräume gebraucht würden. Dem Vernehmen nach planen mehrere Kommunen - unter anderem Berlin - Runde Tische mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, um Zukunftskonzepte zu entwickeln.

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  •   Toleranz
    (249 Beiträge)

    26.06.2020 10:47 Uhr
    Die Kaufkraft der Bürger sinkt seit 2003 massiv
    und das ist auch keine Neuigkeit. Karstadt Sport war zudem im Sortiment mies und Megateuer, Warenqualität na ja eben Marken (viel teuer, schnell kaputt). Die Ketten managen sich doch selbst kaputt. Folgen noch weitere und dann ist die Stadt-KA in den Anus gekniffen. Hebesatz 420 v. H. , keine Inhabergeführten Läden mehr oder nur noch Dönerhauptstadt der Barbiere. Wen interessiert die ... Karstadt Sport , Pleite Saturn & Media. Pleite Walmart, Pleite Real's ... wenn die Leute keine 3.000 € 'über' in der Tasche haben und die Geldstaubsauger (Ikea, Aldi, BMW, Samsung, Apple & CO) kein Geld ausgeben .... siehts nun mal so aus. Sowas ist keine Physik, keine Unvorhersehbarkeit, sondern schlicht logisch.
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  •   Kartoffelsalat
    (533 Beiträge)

    22.06.2020 22:49 Uhr
    20 von 30 Filialen bleiben offen
    und die anderen 20 schließen. Gut zu wissen. Dann stehen die Chancen für Karlsruhe ja 60 zu 60.
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  •   vielvornichtsdahinter
    (1113 Beiträge)

    22.06.2020 21:05 Uhr
    Wir brauchen mehr
    Radfahrer die in die Innenstadt kommen. Die kaufen viel und gerne ein
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  •   Denkfehler
    (174 Beiträge)

    23.06.2020 12:51 Uhr
    Völlig richtig!
    Könnte man die Kaiserstraße (hintenrum) nicht so ideal mit dem Rad anfahren (und muss dann nicht verzweifelt versuchen, einen der letzten Parkplätze zu finden), würde ich dort deutlich weniger einkaufen gehen - eben auch bei Karstadt-Sport.
    Außerdem liegt das mit den Schwierigkeiten, in denen sich die Geschäfte in den Städten befinden, nicht an fehlenden Publikum - aber "nur kucken" und dann im Internet bestellen (möglichst noch vor den Augen des Verkäufers mit dem Smartfon) bringt eben kein Umsatz......
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  •   Freigeist1
    (1224 Beiträge)

    22.06.2020 21:25 Uhr
    Genau. In Karlsruhe mit
    seinem hohem Radanteil bleibt Karstadt -trotz aller Verfehlungen des Managements- erfolgreichen als in "Auto-Citys" wie z.B. Singen. Radverkehr + ÖPNV sei dank. Sonst wären da schon lämgst die Lichter ausgegangen.
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  •   kommentar4711
    (2505 Beiträge)

    22.06.2020 15:10 Uhr
    KEIN Corona Opfer
    Karstadt und genauso Kaufhof sind doch seit über 10 Jahren in der Dauerkrise. Wie kann man da nur behaupten, Karstadt sei ein Opfer der Corona Pandemie? Karstadt ist ein Opfer von Herrn Middelhoff der das Tafelsilber verkauft und teuer zurückgemietet hat. Das war der Anfang vom Ende.
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  •   Maol
    (145 Beiträge)

    22.06.2020 16:16 Uhr
    Stillstand ist Rückschritt
    Und wer glaubt über 40 Jahre ein Geschäft nach dem gleichen Konzept zu führen, braucht sich nicht wundern wenn es bergab geht.
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  •   Denkfehler
    (174 Beiträge)

    23.06.2020 13:17 Uhr
    Sie hätten eine Idee...
    ....welches Konzept besser passen würde?

    Nein - die Bequemlichkeit des heutigen Konsumenten, auch noch jeden Schlübber einzel über Amazon zu bestellen, statt den örtlichen Einzelhandel zu nutzen, ist der Sterbegrund für solche "Vollsortimenter".
    Welches andere Konzept soll denn greifen? Warenpräsentation zum Ankucken, Bestell-Terminals für den Internetkauf - kein Personal, keine Beratung (doch - die möchte man ja kostenlos abgreifen)?
    Warum funktioniert das Konzept denn bei ALDI, der macht ja nichts anders - oder?
    Ach ja - Joghurt bestellt man nicht so gerne übers Netz.........
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  •   Maol
    (145 Beiträge)

    23.06.2020 22:40 Uhr
    Ich bin weder Manager, noch ziehe ich jedes Jahr Millionen aus dem Unternehmen.
    Seit Jahrzehnten nichts neues ist einfach zu wenig für ein gutes Management
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