Karlsruhe Künstliche Hand aus Karlsruhe: Die beweglichste Handprothese der Welt!

Die Vincent Systems GmbH ist ein international ausgerichtetes Unternehmen, es wurde 2009 gegründet, hat seinen Sitz in Karlsruhe und arbeitet im Bereich der Medizintechnik. Vincent Systems entwickelt und produziert innovative Hand- und Fingerprothesen und ist Marktführer auf dem Gebiet der mehrfachbeweglichen Handprothesen. Seit Mitte 2010 wird die beweglichste künstliche Hand der Welt verkauft.

Gegründet wurde das Unternehmen von Dr. Stefan Schulz, der vorher über 15 Jahre als Projektleiter am KIT tätig war, bereits dort hat er sich mit der Entwicklung neuartiger Handprothesen beschäftigt - ein Faktor, der ihm bei der Gründung seiner eigenen Firma durchaus nützlich war. "Ich bin quasi meinem Forschungsgebiet treu geblieben, konnte meine Erfahrungen und mein Wissen beim Aufbau von Vincent Systems einbringen", sagt der Jungunternehmer.

Die kleinste und leichteste Handprothese der Welt

Er habe so mit Vincent Systems ein völlig neues Produkt entwickeln können: Die kleinste und leichteste Handprothese der Welt, die mit sechs Motoren gleichzeitig auch die beweglichste ist und den Patienten wesentlich mehr Lebensqualität bietet, als herkömmliche Modelle.

Seit Mitte 2010 wird die künstliche Hand verkauft. Es gebe, so Schulz, weltweit nur fünf Hersteller, die mit ähnlichen Produkten auf dem Markt seien. Zum Teil seien das aber viel größere Unternehmen, die in größerer Stückzahl und damit auch günstiger produzieren können - wie also soll ein relativ kleiner Mitbewerber wie Vincent System mit seinen derzeit sechs Mitarbeitern da mithalten? "Wir setzen ganz eindeutig auf den Faktor Qualität", erklärt Schulz. "Unser Produkt ist hochwertiger, die Funktionen und das Design besser. Außerdem können wir unser Produkt - und das ist nun eben ein Vorteil unserer Unternehmensgröße - ständig weiterentwickeln, auch durch das Feedback, dass wir von unseren Kunden bekommen."

Handprothese auch für Kinder

So hat das Unternehmen in seinen Räumlichkeiten in der Breite Straße in Karlsruhe auch eigene Entwicklungswerkstätten, wo täglich getestet, experimentiert und weiterentwickelt wird. Das geht, weil Vincent System seine Prothesen und ihre Bestandteile nur in relativ kleinen Stückzahlen herstellt. Denn das bedeutet, dass ein Entwicklungsschritt aus der hauseigenen Forschung zeitnah in die Produktion eingebracht werden kann. So kann man bei der Entwicklung auch das Design miteinbeziehen, auch eine Stärke des Karlsruher Unternehmens, das für seine Prothesen schon zahlreiche renommierte Designpreise gewonnen hat. "Wir wollen, dass unsere Kunden stolz sein können auf ihre Prothese, was die Technik und das Aussehen betrifft, das ist wichtig, egal in welchem Alter der Patient ist", sagt Stefan Schulz.

Neben der voll beweglichen und anatomisch korrekten Handprothese hat Vincent System auch Einzelfinger entwickelt, die sich - je nach Bedarf - auch kombinieren lassen. Zudem haben die Tüftler aus Karlsruhe eine Kinderhandprothese auf den Markt gebracht: Die erste, die in Leistung und Optik dem "erwachsenen" Gegenstück absolut gleicht.

Rund 100 Hände pro Jahr

Derzeit verkauft Vincent Systems rund 100 Hände pro Jahr - nicht wenig, bedenkt man, dass man pro Hand mit etwa einer Woche reiner Arbeitszeit rechnen muss. Rund 800 Einzelteile müssen dabei zusammengefügt werden – dass dabei exaktes Arbeiten unabdingbar ist, versteht sich von selbst. Die Einzelteile werden alle auch in Karlsruhe entwickelt und dann von kompetenten Zulieferern in ganz Deutschland angefertigt. "Wir können das natürlich nicht alles selbst herstellen, die Präzisionsmaschinen, die es dafür braucht, könnten wir uns gar nicht leisten", erklärt Dr. Stefan Schulz. "Wir versuchen immer erst Zulieferer aus der Region zu finden - zum einen, weil wir gerne auf das Knowhow der Technologieregion setzen, zum anderen, weil es einfach besser ist, wenn man bei einem Zulieferer einfach mal kurz vorbeifahren und einen Sachverhalt vor Ort dann persönlich erklären kann."

Auch mit den Karlsruher Hochschulen kooperiert Vincent Systems gerne: Praktikanten und Werkstudenten sind immer gerne gesehen - zumal diese Kontakte auch oft zu einer dauerhaften Anstellung nach dem Studium geführt haben. "Fachkräftemangel kennen wir nicht", sagt CEO Stefan Schulz, "im Gegenteil, wir bekommen mehr Bewerbungen als wir Stellen haben." Problem sei eher, die Fachkräfte dann auch langfristig zu halten. "Irgendwann kommt im Leben der Punkt, wo man nach dem Studium eine Familie gründet, ein Haus kauft, in Urlaub fahren will", sagt der Unternehmensgründer. "Und spätestens dann vergleicht man sein eigenes Gehalt mit dem anderer Studienkollegen, die vielleicht bei einer großen Firma hier in der Region untergekommen sind und in einer ganz anderen Gehaltsklasse spielen, als wir das hier bieten können. Da siegt oftmals der Ruf des Geldes, was ich natürlich auch verstehen kann. Für uns als Unternehmen ist das natürlich schade und manchmal auch schwierig zu verkraften."

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