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Karlsruhe Erfindung aus Leopoldshafen: Spinnen-Roboter soll Spielzimmer erobern!

Ferngesteuerte Autos kennt jeder. Tino Werner sind sie zu langweilig. Schon seit seiner Jugend tüftelt er an mobilen Robotern, die im Gegensatz zu den altbekannten Autos ganz ohne digitale Rechenpower auskommen. Im Juni 2014 war es soweit: Tino Werners erster Roboter - der "tibo" - war marktreif und erobert von Leopoldshafen aus Haushalte in ganz Deutschland.

"Wäre das Forschungsprojekt am KIT, für das ich von meiner Heimat Österreich nach Karlsruhe gezogen bin, nicht 2012 ausgelaufen, hätte ich sicherlich aus Bequemlichkeit dort weitergearbeitet", berichtet Tino Werner. Er studierte Telematik mit dem Schwerpunkt künstliche Intelligenz an der Technischen Universität Graz. Das Stellenangebot am KIT lockte ihn 2004 nach Karlsruhe.

Als das Forschungsprojekt zur Entwicklung künstlicher Arme beendet war, nutzte Tino Werner diese Gelegenheit, wagte den "Sprung ins kalte Wasser" und vollendete seine Entwicklung einer laufenden Roboterspinne, mit der er schon in seiner Schulzeit begonnen hatte, sowie eines fahrenden Roboters mit analoger Steuerung. Das Unternehmen Variobot mit den beiden mobilen Robotern "spido" und "tibo" war geboren.

Unterstützung aus der Region

Während der "tibo" bereits im Variobot-Onlineshop sowie in einigen Elektroshops und auf Spielzeugmessen erhältlich ist, läuft für den "spido" in Kooperation mit dem KIT noch bis zum 15. Mai eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext, auf der bis Ende April 3.600 Euro für den vogelspinnenähnlichen Roboter zusammenkamen.

Das ursprüngliche Ziel von 25.000 Euro sei damit kaum noch erreichbar, 15.000 Euro würden Werner zufolge allerdings auch genügen, um mit "spido" den deutschen Spielzeugmarkt zu erobern. Der "tibo" dagegen ist schon beinahe ein Jahr auf dem Markt. Das ist neben Tino Werner noch weiteren Tüchtigen aus der Region geschuldet. So kooperiert der Erfinder unter anderem mit den Hagsfelder Werkstätten Karlsruhe (HWK), wo Menschen mit Behinderung die Roboterbausätze konfektionieren.

Was dieser mobile Roboter eigentlich genau kann? "Es ist eine Überraschung, wie er reagiert. Nach und nach kann man aber erforschen, wann er welches Verhalten zeigt", sagt Tino Werner zu seinem "tibo". Ist der Roboter entsprechend der Anleitung zusammengebaut, kann sein Besitzer auf 56 Steckplätzen nach Belieben mit verschiedenen Bauteilen (Widerstände, Kondensatoren, Dioden) experimentieren, die jeweils verschiedene Verhaltensweisen hervorrufen.

Roboter mit "Gehirnzellen"

Der "tibo" verfügt über patentierte lichtempfindliche Sensoren, er reagiert auf Licht und Schatten. Wie - das hängt davon ab, zu welchen Bauteilen sein Besitzer greift. So kann es passieren, dass er auf einen Gegenstand in seiner Umgebung (oder einen anderen "tibo") zufährt, kurz vor diesem anhält und sich dann das nächste Zielobjekt sucht. Je nach gewähltem Bauteil leiten die beiden Operationsverstärker des "tibo" Infos an seine Motoren weiter. "Das Besondere an meinen Robotern ist ihre Ähnlichkeit zu Lebewesen. Die Operationsverstärker des 'tibo' funktionieren wie die Gehirnzellen eines Menschen. Je nachdem, welche Infos diese bekommen, reagiert der Roboter anders. Eine Fernsteuerung braucht es nicht", erklärt der Erfinder.

Eine weitere Besonderheit sei, dass es nichts Vergleichbares auf dem Markt gebe, das für junge Leute geeignet ist und für diese einen Lerneffekt hat. "Der 'tibo' bietet Jugendlichen einen spielerischen Zugang zu Elektronik", meint Tino Werner zu seiner Hauptzielgruppe, deren Nachfrage den Erfinder noch nicht ganz zufriedenstellt. "Ich habe schon viel positive Rückmeldungen bekommen, die Verkaufszahlen sind aber mittelmäßig. Die Schwelle, das Geld auszugeben, ist wohl für einige zu hoch", sagt der Leopoldshafener, den der Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e.V. für den "tibo" Ende 2014 mit der "spiel gut" Auszeichnung ehrte. 

Bislang konzentrierte Tino Werner sich beim Vertrieb des "tibo" auf den Hobbybereich, versucht nun allerdings wegen des Lerneffekts, den das Herumbasteln am Roboter mit sich bringt, auch den Ausbildungsbereich zu erobern. So hat er den "tibo" beispielsweise vor kurzem beim Girlsday am MINT Kolleg Baden-Württemberg vorgestellt. Langfristig will Tino Werner seine Erfindungen auch international bekannt machen. Dafür hat er schon einmal die Anleitung auf Englisch übersetzt.

Webseite: www.variobot.com

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Kommentare (10)
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  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    10.05.2015 20:20 Uhr
    Etwas professioneller
    sind diese Krabbler

    Ich habe mir ernsthaft überlegt, so einen mit Kamera, Personenerkennungssoftware und Elektroschocker als Wachroboter zuzulegen.

    Da dürfte jeder Einbrecher zusammenzucken, wenn ihm so ein Ding um die Ecke entgegen kommt.
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  • unbekannt
    (1093 Beiträge)

    10.05.2015 15:32 Uhr
    Wer seine Stubentiger
    ärgern bzw. auf Trab bringen mag,kann sich auch mal diese alten Miniinsektenroboter mit Sensoren anschauen.
    Vorsicht Werbung - Hexbugs
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    10.05.2015 15:45 Uhr
    Das ist
    ja total geil! Ich nehm natürlich den Crab! grinsen

    Das ist doch genau das richtige für grosse Kinder. grinsen
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  • unbekannt
    (1093 Beiträge)

    10.05.2015 15:56 Uhr
    lach
    wir haben mehrere von den Teilen,schliessen manchmal sogar Wetten ab welcher Bug welchen umkippt grinsen
    Klingt vielleicht nach Nerds,aber was solls,gibt auch ältere Leute die mit Carrera spielen.
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    10.05.2015 16:23 Uhr
    Carrera?
    Ich hab 14 Meter, 1:24 und folgende Autos:

    Mercedes W 196, Auto Union Typ C, Panoz, BMW Le Mans, Porsche Le Mans (aus den 90ern), Ferrari und Mclaren Sportwagen (auch älter, mit Lexan Karosserie), Audi Le Mans, Ferrari 599 und Aston Martin DBR9.

    Allerdings gibt es mit den neueren Autos ein Problem, die sind zu detailgenau, vor allem am Unterboden, und zu breit. Die innere Spur der Steilkurve ist mit dem 599 und dem DBR nicht fahrbar. Setzen auf und fliegen raus.

    Ich hab jetzt keine Zeit mehr, muss aufbauen. grinsen
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  • unbekannt
    (1093 Beiträge)

    10.05.2015 16:28 Uhr
    Weiha ein Freak,
    bestimmt so einer der mit Schmiergelpapier die Aufnehmer der Autos so bearbeitet dass sie in den Kurven einen entscheidenden Vorteil haben grinsen
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    10.05.2015 16:35 Uhr
    Ne,
    aber die Reifen. grinsen

    Rennbahn ist das Geilste wo gibt. Und auch nichts für Kinder, dafür sind die Autos viel zu teuer. Ich hab sie leider schon lange nicht mehr aufgebaut, ich hab zwar überdurchschnittlich Wohnfläche, aber meine Frau würd mir was husten wenn sie über die Carrerabahn steigen müsste. grinsen
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  •   DreiFragezeichen
    (1402 Beiträge)

    10.05.2015 20:34 Uhr
    Der Gag war gut!
    grinsen
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    10.05.2015 13:58 Uhr
    Ich wette,
    dass Herr Werner vom durchaus sehenswerten Film 'Runaway-Spinnen des Todes' mit Tom Selleck und Gene Simmons inspiriert wurde. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (6416 Beiträge)

    10.05.2015 09:25 Uhr
    Spinnenroboter
    im Kinderzimmer, erschreckt vor allen Dingen zunächst einmal die Oma, die sofort den Staubsauger holt, bevor sie ihre Brille aufsetzt, wenn eine Spinne gesichtet wird. Von anderen Spinnenfreunden gar nicht zu reden. grinsen
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