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Karlsruhe Die große Suche nach dem Traumjob: "Die Messe Einstieg Beruf ist ein erster Schritt in Sachen Berufswahl"

Das kennt sicherlich jeder: Was mache ich nach der Schule? Welchen Beruf möchte ich lernen? Soll ich studieren gehen oder eine Ausbildung machen? Da könnte man nun die Eltern um Rat fragen oder sich auf einer Jobmesse über die unzähligen Möglichkeiten informieren. Etwa auf der "Einstieg Beruf", die am Samstag ab 10 Uhr in der Messe Karlsruhe ihre Tore öffnet. IHK-Präsident Wolfgang Grenke weiß, warum solche Berufsmessen so wichtig sind und wie sie bei den Jugendlichen ankommen.

Wie viele Aussteller hat die Messe dieses Jahr, aus welchen Bereichen kommen diese?

In diesem Jahr können sich die Besucher der "Einstieg Beruf" auf 385 Aussteller freuen. Dies sind etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Wir verzeichnen damit einen neuen Ausstellerrekord. Die Aussteller kommen aus den Bereichen Industrie, Handel, Gesundheit, Dienstleistung und Handwerk. Außerdem präsentieren sich verschiedene Schulen, Hochschulen sowie Bildungseinrichtungen und Bildungsträger.

Der Einstieg muss ja nicht zwingend über Ausbildung oder Studium erfolgen, gibt es auch Informationen zu Auslandsaufenthalten wie etwa Au Pair, Work & Travel, oder der Möglichkeit eines FSJ/FÖJ?

Im Mittelpunkt der Messe stehen die verschiedenen dualen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei den Unternehmen in der Region. Im Rahmen dessen können sich Jugendliche auch über Auslandsaufenthalte informieren. Es lohnt sich hierbei, aktiv auf die Unternehmen zuzugehen. Im persönlichen Gespräch mit Personalverantwortlichen ergeben sich oft entsprechende Möglichkeiten und Angebote.

Zudem können sich Besucher beim Thema Auslandsaufenthalte ebenfalls an den Ständen der Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder Agentur für Arbeit informieren. Darüber hinaus bieten einige Aussteller durchaus auch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst an.

Thema Fachkräftemangel: Wie können Unternehmen den Schülern und Eltern auf der Messe vermitteln, dass eine gute Ausbildung mitunter besser oder sinnvoller sein kann, als ein Studium?

Grundsätzlich geht es nicht darum, den einen Karriereweg gegenüber dem anderen auf- oder abzuwerten. Ziel ist es, Jugendliche und ihre Eltern bei der Berufsorientierung so zu unterstützen, dass sie die für sich optimale Berufswahl treffen können. Funktioniert diese berufliche Entscheidungsfindung nicht richtig, kann das beispielsweise zu Ausbildungs- oder Studienabbrüchen führen.

Es geht darum, die Gleichwertigkeit der beiden Wege - Ausbildung und Studium - hervorzuheben. Beide schaffen die Basis für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Welcher Weg der richtige ist, gilt es individuell zu beurteilen und dabei soll die Messe unterstützen.

Gibt es eine Zielgruppe, die die Messe besonders ansprechen möchte - oder richtet sich das Angebot an junge Menschen aus allen Schularten?

Auf der "Einstieg Beruf" ist jeder herzlich willkommen, der sich über seine Ausbildungs- und Karrierechancen informieren möchte. Jugendliche und Schüler aller Schularten, natürlich auch geflüchtete Jugendliche, können auf der Messe am Samstag passende Karriereangebote finden.

Zudem können sich Studienzweifler über die Möglichkeiten eines Umstiegs in die Aus- und Weiterbildung informieren. Insbesondere möchten wir Eltern ansprechen: Ihnen kommt in der Phase der Berufsorientierung und Berufswahl ihrer Kinder eine entscheidende Rolle zu. Daher werden sie auf der Messe ebenfalls spezielle Informationen erhalten.

Wolfgang Grenke
IHK-Präsident Wolfgang Grenke. | Bild: Marijan Murat/Archiv

Wie entschlossen sind die jungen Menschen - und ihre Eltern - die zur Messe kommen? Wissen sie schon, was nach der Schule kommen soll oder sind sie eher offen für alle Möglichkeiten?

Das ist unterschiedlich. Die "Einstieg Beruf" ist für viele Jugendliche und ihre Eltern der erste Schritt in der Phase der Berufsorientierung. Hier können sie sich über ein großes Spektrum an verschiedenen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren, Berufe live erleben sowie mit Personalverantwortlichen und aktuellen Auszubildenden ins Gespräch kommen. Dies ist bei der Berufsorientierung ungemein wichtig und hilft, die Berufswünsche zu konkretisieren.

Andere Jugendliche wiederum haben bereits konkrete berufliche Vorstellung und nutzen die Messe, um mit Unternehmen gezielt in Kontakt zu kommen und sich für Praktika, Ausbildungsplätze oder (duale) Studienplätze zu bewerben. Für diejenigen, die noch 2019 einen Ausbildungsplatz suchen, gibt es ab 12 Uhr wieder ein Speed-Dating mit über 40 Unternehmen. Erstmals gibt es neben der Job-Wall für freie Ausbildungsstellen auch eine Job-Wall für Praktikumsplätze.

Wohin geht der Trend bei den Jugendlichen: Gleich Geld verdienen und unabhängig sein oder erst einmal ausprobieren, Zeit lassen und in aller Ruhe einen Beruf finden?

In den vergangenen Jahren lässt sich beobachten, dass sich junge Menschen bei der Berufsorientierung mehr Zeit lassen, in dem viele nach ihrem Schulabschluss eine weiterführende Schule besuchen, eine Auszeit nehmen, ein Auslandsjahr oder FSJ absolvieren. Das hat zum Beispiel dazu geführt, dass das Durchschnittsalter beim Einstieg in eine Ausbildung seit 2006 um fast ein Jahr angestiegen ist.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass zunehmend mehr Studierende ihr Studium vorzeitig beenden und anschließend einen passenden Umstieg in die duale Ausbildung finden.

Können Sie einen Überblick geben, wie groß die Bandbreite der Aussteller ist? Werden auch "außergewöhnliche" Berufe vorgestellt, die vielleicht noch nicht so bekannt sind?

Die Aussteller informieren über mehr als 180 betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten in Bereichen wie Metall und Elektro, Wirtschaft und Verwaltung, Medien und IT, Handwerk, Naturwissenschaften, Verkehr, Soziales und Gastronomie. Einzelne Berufe besonders hervorzuheben würde der großen Bandbreite nicht gerecht werden.

Neben den betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten geben Bildungseinrichtungen und Bildungsträger Einblicke in weiterführende Schulabschlüsse, duale Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten.

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