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Karlsruhe Ein Spaghettiglas für die Ewigkeit: Ikea-Bau in Karlsruhe startet mit symbolischem Akt nun offiziell

Was lange währt, wird endlich gut. So formulierte es Oberbürgermeister Frank Mentrup. Gemeint war damit die lange Planung für den Bau eines Ikea-Möbelhauses in Karlsruhe, der mit der Grundsteinlegung am Donnerstag offiziell gestartet wurde. Bis die ersten Billys, Kallax und Köttbullar verkauft werden, ziehen aber noch zwei Jahre ins Land.

Die ersten Betonsäulen ragen bereits meterhoch in den Himmel, die ersten Wände sind bereits eingezogen. Doch auch wenn der Bau sichtbar voranschreitet, wurde erst am Donnerstag der Grundstein gelegt. Ein Termin, den sich viele nicht entgehen lassen wollten: Die Bürgermeister Mentrup und Obert, Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, Verbandsdirektor Regionalverband Mittlerer Oberrhein Gerd Hager, Stadtrats-Mitglieder und einige offizielle Köpfe mehr.

Eröffnung rund 30 Jahre nach der ersten Anfrage

Es zeigt, dass an der Durlacher Allee nicht nur irgendein Firmengebäude entsteht, sondern das Projekt eine große Bedeutung hat. Nach jahrzehntelangen Planungen, Verzögerungen, Platzsuchen und Gesprächen auf vielen politischen Ebenen hat der schwedische Möbelriese Ikea nun einen Platz in der Fächerstadt gefunden. Bereits 1990 kam die erste Anfrage von Ikea, 30 Jahre später sollen nun die Pforten geöffnet werden.

Ikea Expansions-Chef Johannes Ferber | Bild: Thomas Riedel

Im Sommer 2020 ist die Eröffnung des Geschäfts geplant, das rund 80 Millionen Euro teuer ist und immerhin 200 neue Arbeitsplätze schaffen soll. "Wir schließen eine Lücke auf der Ikea-Karte", so der für die Expansion verantwortliche Geschäftsführer bei Ikea, Johannes Ferber. Ein "normales" Haus soll dabei in Karlsruhe nicht entstehen: Immerhin ist die Grundfläche nur rund ein Drittel so groß, wie ein Standard-Geschäft.

Attraktive Lage für Anreise mit dem Auto, der Bahn und dem Fahrrad

Dafür soll es besonders nachhaltig sein: Fernwärme, E-Tankstelle und 300 Fahrradparkplätze sind dabei selbstverständlich. Hinzu kommt ein begrüntes Dach, Sanitäranlagen, die mit Regenwasser gespeist werden und ein besonders Lieferkonzept für die Kunden, die mit Bus und Bahn zu Ikea fahren. Immerhin 15 Prozent aller Kunden sollen ohne Auto anreisen, "ich denke aber, es werden noch mehr sein", so Ferber am Donnerstag. Durch die nahe A5 sei das Haus aber auch per Auto gut zu erreichen.

Verbandsdirektor Regionalverband Mittlerer Oberrhein Gerd Hager | Bild: Thomas Riedel

Oberbürgermeister Frank Mentrup und Regionalverbandschef Gerd Hager betonen beide die Bedeutung des Bauprojekts für die Region: Die Ansiedlung sei eine "Sternstunde für die Region", so Hager und ein "starkes Signal für das vitale Oberzentrum Karlsruhe".

Ikea soll mehr Menschen nach Karlsruhe locken

Mentrup spricht von einer "großen Stärkung" und geht davon aus, dass der Möbelriesen für mehr Menschen ein Grund ist nach Karlsruhe zu gehen. "Auch wenn sie wahrscheinlich nicht am gleichen Tag noch in die Innenstadt gehen", beschreibt es der Oberbürgermeister, trage Ikea aber zu einem anderen Eindruck der Stadt bei - ähnlich wie es die Schlosslichtspiele tun.

Als symbolischer Akt zum Beginn der Bauarbeiten wurde am Mittag dann ein Spaghettiglas aus dem Ikea-Sortiment eingemauert. Darin unter anderem der aktuelle Katalog des Möbelhauses und ein Satz Euro-Münzen. Aus den vorläufigen Mauern soll das Glas nochmal entnommen werden: Es wird dann noch in ein Kupferrohr eingeschlossen um es haltbarer zu machen, bevor das Paket dann endgültig in die Bodenplatte des Eingangsbereichs einbetoniert wird.

Den genauen Eröffnungstermin wollen die Verantwortlichen übrigens noch nicht nennen: "Das machen wir dann erst beim Richtfest", so Ferber. Das soll voraussichtlich im Sommer 2019 stattfinden. Derzeit laufen bereits die Arbeiten am Rohbau, der bis dahin dann abgeschlossen ist. Der Innenausbau soll dann ein weiteres Jahr andauern, sodass mit einer Eröffnung im Sommer 2020 gerechnet wird. Probleme mit den Altlasten im Boden hatten den Termin mehrmals in die Ferne rücken lassen.

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Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe: Karlsruhe erhält einen Ikea: 2020 soll der Neubau am Weinweg eröffnet werden. Alle Infos rund um die Planung, Bau und Eröffnung von Ikea in Karlsruhe haben wir hier in unserem Dossier für Sie zusammengestellt.

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  •   chris
    (666 Beiträge)

    13.09.2018 17:03 Uhr
    Tolle Sache für Karlsruhe & IKEA
    Endlich ein schöneren Stadteingang. Dann noch ein toller Arbeitgeber. BIslang läuft alles gut. Fehlt noch die städtebauliche Entwicklung entlang des ehemaligen Vereins Frankonia am Weinweg. Eine schöne Bebauung mit Stadtpark und See ist dort angedacht. Wirklich toll und durchdacht. Auch die Bebauung des Messplatzes mit Verlegung an den Tivoli. Damit gewinnt Karlsruhe enorm an Attraktivität. Auch der Neubau an der Tullastrasse bei den Straßenbahngaragen. Wirklich toll. Wundere mich, warum plötzlich so viele Dinge in Karlsruhe richtig laufen. 30 Jahre ging nichts voran und plötzlich alles. Man bedenke noch den Bau am Hbf, die U-Strab, das Kriegsstraßentunnel, das neue Hotel hinter dem Naturkundemuseum, der geplante Neubau mit Wohnungen und Geschäften neben dem ECE-Einkaufszentrum. Karlsruhe wird immer attraktiver und größer. Nur die zweite Rheinbrücke, für immer mehr Menschen, fehlt. Ich hoffe der Verkehr wird bald gelöst.
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  •   kampion
    (1294 Beiträge)

    13.09.2018 18:25 Uhr
    und die Nordtangente!
    Messplatz am Tivoli, versteh ich das richtig? wo ist da Platz?
    ...und ich bitte um Infos (Links) zu "Hotel hinterm Museum" und "Neubau am ETC"

    danke im voraus!
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  •   silberahorn
    (10702 Beiträge)

    13.09.2018 19:12 Uhr
    Vermutlich
    wird das Hotel hinter dem Museum an der Kriegstrasse auf Höhe des Nymphengartens sein und zwar wenn das jetzige Gebäude (zwischen den beiden Brücken über die Kriegstraße) abgerissen ist. Ich war lange nicht dort und nehme an, dass das Haus noch steht.
    Wohnen neben den ECE ist wahrscheinlich dort ,wo jetzt noch das ehemalige Postbankgebäude steht. Ich nehme an, dass das auch abgerissen wird.
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  •   kampion
    (1294 Beiträge)

    14.09.2018 00:23 Uhr
    ach so
    das Hotel ist mir bekannt, an der Kriegsstr. Dachte direkt hinterm Museum is auch was geplant.
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  •   suedoschtkarle
    (187 Beiträge)

    13.09.2018 18:14 Uhr
    Meine volle Zustimmung...
    ...hast Du für Dein posting. In den über 40 Jahren, die ich nun in Karlsruhe wohne, hat sich wirklich viel Gutes getan. Damals gab es noch viele Trümmerfelder und leerstehende Fabriken, z.B. Hallenbau A (heute ZKM) und AW Karlsruhe (heute Citypark). Und es stimmt schon, seit OB Mentrup die Zügel in der Hand hält, geht es schneller und besser voran. Weiter so, adoptierte Heimatstadt!
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  •   silberahorn
    (10702 Beiträge)

    14.09.2018 05:41 Uhr
    Diese Entwicklung
    habe ich auch seit 40 Jahren gesehen und ich war schon in den alten Gebäuden des jetzigen ZKM, als man noch den Würfel hinter dem Bahnhof für deisen Zweck haben wollte.

    Entscheidungen im größeren Bereich des Baugeschehens sind immer schwierig, weil diese Gebäude lange stehen. War tatsächlich Frank Mentrup entscheidend? Es gibt es immer lange Vorläufe und er ist in der ersten Amtszeit und kann also gar nicht ausschlaggebend gewirkt haben.

    Was Ikea angeht, so habe ich kürzlich eine Radtour auf Lanzarote gemacht und beim Anblick vom dortigen Ikea gedacht, dass sich César Manrique bestimmt im Grab herumdrehte. Er war der heimische Architekt, der den Massentourismus einschränkte. Gestorben an selbstverschuldetem? Unfall. Dass Ikea kam hat damit zwar nichts zu tun, eher mit der allgemeinen Entwicklung. Auf der noch natürlichsten Insel der Kanaren La Palma freut man sich bei den Einwanderern, dass jetzt Lidl kommt.
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  •   Weichei
    (840 Beiträge)

    13.09.2018 19:38 Uhr
    Karlruhe
    macht sich ja toll. Also als ich vor 40 Jahren Karlsruhe verlies gab es noch Gaslaternen. Noch einige Jahre davor ging im Kaisergarten die MP mit Schlagstoecken ein und aus. Im Kino nebenan (Name vergessen) konnte man Matinee Filme fue 50 Pfennig ansehen und noch einige Jahre davor hatte ich meine ersten Jeans und mein Vater nannte mich Halbstarker.
    Ich wuensche meiner ehemaligen Heimatstadt noch ganz viele Ikeas.
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  •   A320
    (312 Beiträge)

    13.09.2018 17:50 Uhr
    .
    Kann dir nur beipflichte. Und was mich am meisten am deinem Kommentar freut, endlich mal kein Bruddler.
    Karlsruhe wird immer lebenswerter, größer, und potenter, und trotz der Tatsache, dass es sich um die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs handelt, hat man noch genug Individualität. Das vermisse ich in Großstädten wie München, Frankfurt und Berlin sehr.
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