Karlsruhe Gründen in der Corona-Krise: Wie diese Jung-Unternehmerin es geschafft hat

Durchstarten in der Corona-Krise? Schwierig, aber möglich! Covid-19 hat viele Branchen hart getroffen. Viele Selbstständige können nur durch staatliche Hilfen überleben. Trotzdem ist es machbar, in Zeiten der Pandemie ein eigenes Unternehmen zu starten. Ein Beispiel ist Anja Katharina Wroblewski: Sie hat am 1. Dezember ein Brautmodengeschäft in Weingarten eröffnet. ka-news.de hat sich mit der jungen Gründerin über ihren schwierigen Weg in der Krise unterhalten.

Wer sich derzeit selbstständig machen und ein Geschäft eröffnen will, sollte sich in einer Corona-Resistenten Branche ansiedeln. So hat es auch Anja Katharina Wroblewski gemacht. Im Dezember wagte sie den Schritt zum eigenen Brautmodengeschäft während der Corona-Krise.

Vorteil durch Corona: Viel Zeit

"Hochzeiten sind schon seit ich ein kleines Mädchen bin, meine Leidenschaft, mit dem Geschäft habe ich mir einen Traum erfüllt", so Wroblewski. "Als ich mein eigenes Brautkleid gesucht habe, habe ich schließlich  den Entschluss gefasst, ein eigenes Geschäft zu eröffnen."

Mehrere potenzielle Läden hat sie sich daraufhin angeschaut und versucht, alle Ideen, die ihr gefallen haben, im eigenen Unternehmen umzusetzen. Nebenbei ist sie immer noch bei der Messe Karlsruhe Pressereferentin. "Das gibt mir für mein Start-up Sicherheit", betont die junge Frau, die dieses Jahr selbst heiraten wollte.

Ein Schock war für die Unternehmerin die Möglichkeit, dass der Einzelhandel noch vor ihrer Geschäftseröffnung am 1. Dezember schließen muss. | Bild: Lisa-Maria Schuster

"Meinen Entschluss habe ich letztes Jahr getroffen, Corona war im Dezember für mich auch noch kein Thema. Dass es noch so schlimm wird, habe ich nicht geahnt. Da meine eigene Hochzeit dieses Jahr verschoben wurde, hatte ich auch genug Zeit, um mein Unternehmen zu planen und zu realisieren", erklärt die Besitzerin des Brautmodengeschäfts. "Viel Zeit um neue Ideen zu verwirklichen ist der einzige Vorteil im Corona-Alltag."

"Ich dachte nur bitte nicht"

Ein Schock war für sie nicht speziell das Corona-Geschehen, sondern die Möglichkeit, dass der Einzelhandel noch vor ihrer Geschäftseröffnung am 1. Dezember schließen muss.

"Ich dachte nur bitte nicht, obwohl die Schließung ja jetzt wahrscheinlich doch kommt", meint die Kleinunternehmerin, "Es sind ja schon die ganzen Hochzeitsmessen dieses Jahr ausgefallen."

"Wenn die Leidenschaft vorhanden ist, einfach machen und sich trauen. Mutig sein!" erklärt Wroblewski die Entscheidung zum eigenen Geschäft. | Bild: Lisa-Maria Schuster

Auf denen wollte Wroblewski eigentlich Kontakte mit Herstellern knüpfen, Kleider begutachten und anfassen. Glücklicherweise konnte sie das über Social Media zum Teil nachholen. "Aber das war am Anfang sehr schwierig", erinnert sich die Selbstständige. Auch die Kreditvergabe bei der Bank zog sich hin. "Das hatte ich mir anders vorgestellt." 

"Als ich mein eigenes Brautkleid gesucht habe, habe ich schließlich  den Entschluss gefasst, ein eigenes Geschäft zu eröffnen." so Anja Katharina Wroblewski. | Bild: Lisa-Maria Schuster

Trotz der widrigen Umstände: Ihr engstes Umfeld hatte auf die Eröffnung des Ladens sehr positiv reagiert und sie bestärkt. "Meine Mutter hilft mir auch in der Boutique", freut sich Wroblewski. "Natürlich haben mich manche auch für verrückt gehalten oder noch mal nachgefragt, ob ich das in der Krise wirklich machen will. Aber für mich war es die richtige Zeit."

"Corona-Regeln muss man nicht ausreizen"

"Auf Corona habe ich mich von Beginn an eingestellt. Ich habe mich bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert, was ich beachten muss", so Wroblewski. 

Eine gewisse Anzahl an Bräuten darf sie im Laden beraten. Die Kunden müssen dann überlegen, wen sie mitnehmen und auch die Anzahl der Haushalte beachten. "Natürlich muss man die Regeln nicht ausreizen, das mache ich nach eigenen Mitdenken", erklärt die Gründerin und versichert: "Desinfektionsmittel und Masken halte ich natürlich auch bereit."

Nächstes Jahr gibt es eine neue Kollektion Brautkleider, die Anja Katharina Wroblewski kaufen wird. Dann sind ihre Rücklagen aufgebraucht. | Bild: Lisa-Maria Schuster

Angst vor finanziellen Rückschlägen hat sie nicht. "Natürlich habe ich meine Rücklagen gut geplant", teilt die Unternehmerin mit, "Aber nächstes Jahr sind die natürlich aufgebraucht. Dann gibt es auch eine neue Kollektion, die ich kaufen muss. Ich überlege natürlich schon, was kann ich noch tun? Daher biete ich auch Fotoshootings, Hochzeitsfilme oder Mädelsabende an. Ich versuche mich möglichst breit aufzustellen."

Rückhalt aus der Familie ist wichtig

Am 1. August hätte die junge Frau geheiratet, durch Corona musste sie den Termin verschieben. Sie hofft aber, dass im nächsten Jahr die verlegten Hochzeiten stattfinden können.  Bis dahin versucht sie, ihr Geschäft etwas bekannt zu machen, z. B. über Facebook. "Social Media ist in Corona-Zeiten extrem wichtig."

Tipps für Unternehmer, die wegen der Krise ihr eigenes Start-up nicht verwirklichen konnten, hat sie auch. "Wenn die Begeisterung für etwas vorhanden ist und eigentlich alles passt, dann sollte jeder sein Vorhaben versuchen umzusetzen. Rückhalt aus dem engsten Familien- und Freundeskreises finde ich wichtig. Und es gibt ja nichts Schlimmeres, als zu denken, hätte ich das nur gemacht. Wenn die Leidenschaft vorhanden ist, einfach machen und sich trauen. Mutig sein!"

 

 

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