Baden-Baden Nach Investoren-Kritik: Grenke-Gründer verteidigt Franchise-System

Grenke-Gründer Wolfgang Grenke hat das Franchisesystem des Leasingkonzerns gegen schwere Kritik einer Investorengruppe verteidigt. "Das Franchisesystem ist einer der Erfolgsfaktoren der Grenke AG und einer der wesentlichen Treiber für die Expansion der letzten zehn Jahre wie auch für unser künftiges Wachstum", sagte Grenke laut einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung.

Kern des Franchisesystems des MDax-Konzerns sei weniger die Vereinnahmung von laufenden Franchisegebühren als vielmehr das Recht, die Franchisegesellschaften nach Ablauf von einigen Jahren zu übernehmen, hieß es in der Stellungnahme des Konzerns.

Das Übernahmerecht sei dabei geknüpft an ein von Anfang an festgelegtes Bewertungsmodell zur Kaufpreisfindung. Das Modell habe sich im Vergleich zu der Möglichkeit, konzerneigene Landesgesellschaften von Grund auf selbst aufzubauen, als dynamischer und erfolgversprechender erwiesen.

Das Modell biete dem Konzern die Möglichkeit, Franchise-Gesellschaften erst dann zu übernehmen, wenn sich diese im jeweiligen Markt bereits etabliert hätten und zudem über Wachstumspotenzial verfügten.

Grenke-Aktie wieder im Plus 

Die Investorengruppe Viceroy Research hatte unter anderem das Franchisingsystem von Grenke als Betrugskonstrukt im großen Stil kritisiert, mit dem entweder Luftbuchungen von Finanzmitteln kaschiert oder Geld abgezweigt werden sollte.

Die Grenke-Aktie war daraufhin seit Dienstag unter starken Druck gekommen und von rund 55 Euro am Mittwoch auf gut 25 Euro abgestürzt. Am Donnerstag lag das Papier zu Handelsschluss mit 33,56 Prozent im Plus bei 35,66 Euro.

Viceroy Research gehört nach eigenen Angaben zu solchen Investoren, die die Aktien von Grenke leer verkauft haben und damit an fallenden Kursen verdienen. Grenke hat die aufgebrachten Anschuldigungen mehrmals zurückgewiesen.

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