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Rheinstetten/Karlsruhe Frischfleisch aus Rheinstetten: Edeka-Fleischwerk öffnet bald

Das umstrittene Edeka-Fleischwerk in Rheinstetten wird bald eröffnet. Neben dem Messegelände werden künftig jährlich unter anderem 750.000 Schweine zerlegt und verarbeitet. Täglich sollen bis zu 600 Tonnen Wurst und Fleisch das Gelände verlassen. 1.250 Lebensmittelgeschäfte im Südwesten werden von hier aus beliefert. Am 15. Juli beginnt die Produktion. ka-news warf vorab einen Blick hinter die Kulissen.

Das neue Fleischwerk der Lebensmittelkette Edeka in Rheinstetten gilt als eines der modernsten in Deutschland. In etwa 18 Monaten wurde das umstrittene Werk gebaut. Es kostete etwa 85 Millionen Euro. Künftig sollen am Standort 800 Mitarbeiter täglich bis zu 600 Tonnen Fleisch- und Wurstprodukte herstellen.

"Wir haben in Rheinstetten eine neue Heimat gefunden", sagte Detlev Weiler, Geschäftsführer Edeka Südwest, bei der Vorstellung des Werks am Montag. Das neue Werk sei ein "Meilenstein" in der Fleischproduktion. Es verfügt neben einem Verwaltungsgebäude über eine Halle zur Fleischzerlegung, eine Halle für die Wurstproduktion sowie einem Verpackungs- und Versandzentrum. Insgesamt erstreckt sich das Gebäude auf etwa 40.000 Quadratmetern.

In 30 Schritten ist das Schwein zerlegt

"Das hier ist kein Schlachthof", betont Jürgen Mäder, Geschäftsführer Edeka Südwest Fleisch. Denn Rinder und Schweine würden bereits in Hälften angeliefert und in einer riesigen Produktionshalle zerlegt und verarbeitet. Rund 200 Metzger werden in den Zerlege-Anlagen künftig 15.000 Schweinehälften pro Woche zerlegen. Das Fleisch stamme überwiegend von regionalen Schlachthöfen und Erzeugern. Lieferverträge mit mehr als 500 Landwirten seien abgeschlossen worden, so Mäder.

Die Metzger arbeiten bei maximal zwölf Grad Celsius in drei Schichten sieben Tage die Woche. Ein Schwein sei in etwa 30 Arbeitsschritten komplett in seine Einzelteile zerlegt und thekenfertig verpackt, erklärt Jürgen Sinn, ebenfalls Geschäftsführer bei Edeka Südwest. Die fertigen Produkte kommen direkt von Rheinstetten in den Zwischen- oder Einzelhandel. Beliefert werden etwa 1.250 Märkte im Absatzgebiet der Edeka Südwest.

Aufschnitt aus dem Hochsicherheitstrakt

Doch bevor die Mitarbeiter in die Produktionshallen treten, müssen sie durch eine Hygiene-Schleuse. Hier wird peinlichst darauf geachtet, dass Hände gewaschen, Sohlen desinfiziert und Schutzkleidung richtig angelegt ist. "Die  Hygienestandards in dem Werk sind sehr hoch", betont Werks-Chef Mäder. So gelten in bestimmten Bereichen wie der Hackfleischproduktion zusätzliche Hygienevorschriften. "Hackfleisch ist unser sensibelstes Produkt", so Mäder. Zudem sei Hackfleisch mit 30 Prozent des verkauften Fleisches das beliebteste Produkt. Ein gigantischer Fleischwolf wird daher täglich drei Tonnen Hackfleisch in der Stunde produzieren. Doch auch Putenbrust und Rindsrouladen stünden in der Gunst der Verbraucher ganz oben.

<%LBX id="13" title="Streit ums Fleischwerk"%>In der sogenannten Frischfleischmanufaktur stecken etwa 25 Fachkräfte Spieße per Hand zusammen und wickeln eigenhändig Rouladen. Zudem wird in der "Wursthalle" tonnenweise Brät hergestellt und von Hand in Wurstdärme gefüllt. "Wir wollen weg von der industriellen Produktion und produzieren in Metzgerqualität", erklärt Mäder diese Arbeitsschritte.

50.000 Kisten in 30-Meter-Regalen

Auch Fleischkäse und Rohbeißer werden in dem Werk hergestellt. Im Prinzip all das, was es an Fleisch- und Wurstwaren im Supermarkt gibt, so Mäder. In großen Öfen werden die Wurstprodukte getrocknet, geräuchert oder gebrüht. In einem speziellen "Hochsicherheitstrakt" - wie es Mäder nennt - wird Wurst zu Schnittwurst verarbeitet. Denn auch hierbei handele es sich um sehr sensible Produkte.

Letztlich wird am Ende der Produktionskette die Ware im Logistikzentrum verpackt und kistenweise den Bestellungen zugeordnet. In einem 30 Meter hohen Regal werden etwa 50.000 Kisten automatisch sortiert und gelagert. Täglich werden 200 Lkw und 100 Pkw diese Lieferungen abholen.

Kritik an Planungen

Die Planungen des Fleischwerks waren von massiver Kritik von Bürgerinitiativen und Naturschützern begleitet.  Die Gegner befürchten eine Zunahme des Verkehrs. So versuchten die Interessengemeinschaft "Die Siedler von KA" und die "Interessengemeinschaft Rheinstetten e.V." das Fleischwerk zu verhindern. Aktivisten der Initiative "Bürger für Karlsruhe" (BüKA) rechneten neben klimatischen Veränderungen auch mit Geruchs- und Lärmbelästigungen. Im August 2009 wurde einEilantragdes Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der den Baubeginn des Vorhabens verhindern sollte, vom Verwaltungsgericht Karlsruhe abgelehnt.

"Wir werden alle gesetzlichen Vorgaben einhalten", beruhigt Mäder. Die Bürger bräuchten keine Bedenken haben. Zudem wolle man die Produktionsstätte für die Bürger öffnen. "Wir wollen unsere Produktion so gläsern und transparent wie möglich gestalten", meint Mäder. Nach der Eröffnung am 15. Juli wird es daher einen Tag der Offenen Tür geben.  Ab 2012 sollen zudem Besuchergruppe die Möglichkeit erhalten, dass Werk zu besuchen.

Zu Beginn arbeiten am Standort 600 Angestellte. Künftig sollen es bis zu 800 Arbeits- und 30 Ausbildungsplätze sein.

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29 Beiträge)

    26.08.2011 13:22 Uhr
    jedesmal wenn ich
    zum Epplesee mit dem Rad fahre, könnte ich ****** Ein Anblick zum grausen. Selten hat eine so gnadenlos die Optik ihres Gebäudes und deren Funktion gezeigt. Naturschutz, Frischluft, alles Unsinn, was Ihr braucht sind billigste Schnitzel! Jawoll !!! Und nur deshalb, weil die Leute die "geiz ist geil" Einstellung zum Essen haben. Macht nur so weiter mit Eurem Sparwahn. All die armen Viecher, die nur zu diesem Zweck "erzeugt" werden. Aber wer braucht schon Natur,die Viecher werden klinisch rein erzeugt und den Rest begaffen wir im Zoo. Ist eh bequemer im Zoo. Wildlife mit Schnitzel und Pommes (von Edeka natürlich), muss ja günstig sein. Wie sagte schon Max Liebermann, als er einmal eine Demonstration staatlicher Macht mit ansehen musste:
    Ich könnte gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte! Also, Guten Appetit beim nächsten Sonderangebotsgrillteller.....
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (134 Beiträge)

    14.07.2011 19:04 Uhr
    Unter die Lupe nehmen
    solle man am Eröffnungstag die angereisten Politiker und Gemeinderäte; zu deutsch : die willigen Helfer des Bauvorhabens.
    Wird sich der Dank von EDEKA z.B. in Form von Fleisch - und Wurstpakten niederschlagen?
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  •   kampion
    (1296 Beiträge)

    08.07.2011 21:17 Uhr
    weiß jemand
    wann der Edeka zw. Bulach und Oberreut öffnet?
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    unbekannt
    (29 Beiträge)

    26.08.2011 13:31 Uhr
    die können noch nicht öffnen
    die Fleischtheke ist noch leer
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    unbekannt
    (4144 Beiträge)

    08.07.2011 17:12 Uhr
    Ich begreife die Diskussion hier nicht?
    Werden die Schweine dort etwa mit Kernkraft zerlegt, und die Gegend radioaktiv verseucht?
    Dem schwein kann es letzendlich egal sein wo es geschlachtet und zerlegt wird und wenn die das nicht in Rheinstetten machen, und einige Arbeitsplaetze dort schaffen, dann machen die es eben in Dingenskirchen!!
    Dass manchen Menschen immer erst einfaellt wie sie mit ihren Mitkreaturen umgehen, wenn's vor der Haustuer passiert, ist auch seltsam und was die Qualitaet anbelangt, bin ich sicher, dass die Wurst und das Fleisch von dort auch nicht schlechter ist als vom Metzger an der Ecke. Ihr solltet mal die eine oder andere Wurstkueche von innen sehen??!!
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    unbekannt
    (134 Beiträge)

    14.07.2011 19:21 Uhr
    vielschichtig....
    meine Erklärung hat sich leider erst weiter untern angedockt sorry
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    unbekannt
    (134 Beiträge)

    14.07.2011 19:18 Uhr
    diese ist auch emotional und vielschichtig
    # den Veganern und Vegetariern geht es wirklich um das Töten und Essen von Tieren;
    # einigen Anwohnern geht es um die drastische Verschlechterung ihres Umfeldes, ihrer persönlichen Lebensqualität;
    # den Naturschützern geht es um den unnötigen Flächenverbrauch und um die Zerstörung von Lebensräumers seltener Arten;
    # vielen Rheinstettenern geht es um Stück historische Heimat;
    # ein paar engagierten Bürgern geht es auch darum, dass mit Lügen und Tricks ein Industriebetrieb angesiedelt wurde, ohne zuvor die notwendige Transparenz zu und das Mitspracherecht zu schaffen;
    # viele ärgenr sich auch, weilder Gemiendrat udn die Verwaltung gegen den erklärten Bürgerwillen abstimmte und sicherheitshalber diesen entgegen der Gemeindeordnung gar nicht erst ermittlen wollte.
    Un diese Gruppen diskutieren mit den Befürworten des Vorhabens hier eifrig um die Wette. ... Man kann es jetz nur noch als unterhaltsam einstufen; stimmts?
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    unbekannt
    (6808 Beiträge)

    08.07.2011 22:29 Uhr
    ich persönlich
    finde es schlicht bescheuert, Schweine irgendwo in Deutschland zu schlachten, sie dann halbiert durch die Gegend zu fahren und sie dann zu verpacken um sie adnn erneut durch die Gegend zu fahren, bevor sie dann erneut durch die Gegend gefahren auf die einzelnen EDEKA-Filialen verteilt werden. Also ich würd das anders machen.
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    unbekannt
    (32 Beiträge)

    13.07.2011 20:12 Uhr
    mehr als bescheuert , verlogen und schön-gerechnet
    das Fleisch kommt zum großen Teil zwar aus D, aber auch zu einem andern großen Teil aus dem Ausland: m.W. Spanien, Frankreich, Italien usw. und dann wurde der neue Standort damit begründet, dass man insgesamt weniger Sprit beim Transport benötigen würde.
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  •   jimmg
    (411 Beiträge)

    06.07.2011 12:32 Uhr
    Ich 6 x die Woche Fleisch!
    Also was soll die blöde Diskussion ob der Standort dort gut ist oder nicht. Wenn nicht hier dann würde er eben wo anderst gebaut werden. Dann lieber hier und Arbeitsplätze schaffen (und Geld für die Gemeinde).

    PS: 1 x die Woche Fleischlos - das reicht!
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