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Karlsruhe Gewinn schrumpft: EnBW will "um jeden Kunden kämpfen"

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW hat am Freitag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 vorgestellt. Diese sind nicht gerade berauschend. Der Konzern hat nach wie vor stark am Atomausstieg zu knabbern. Die Energiewende lässt den Gewinn schrumpfen. Zudem macht dem drittgrößten deutschen Energieunternehmen in Deutschland ein sinkender Stromabsatz zu schaffen.

"Wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns. Und das laufende Jahr 2014 zeigt: Das wird nicht das letzte sein", so Konzernchef Frank Mastiaux am Freitag auf der EnBW-Bilanzpressekonferenz.

Fallende Preise, sinkender Stromabsatz

Trotz eines Umsatzwachstums (plus 6,3 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro) brach der Konzernüberschuss von etwa 550 auf rund 120 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 5,3 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen in Karlsruhe mitteilte.

Fallende Strompreise, Kosten und Zusatzbelastungen durch den Atomausstieg sowie ein sinkender Stromabsatz machen dem Konzern zu schaffen. Dieser sank im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 128 Milliarden Kilowattstunden. Zulegen konnte indes der Gasabsatz um 63,8 Prozent auf 100 Milliarden Kilowattstunden.

EnBW setzt auf Erneuerbare Energien und E-Mobilität

"Die Bilanz des Jahres 2013 und der finanzielle Ausblick auf das Jahr 2014 machen deutlich: Markt und Umfeld waren schwierig und werden es bleiben", so Mastiaux. Es handele sich hierbei nicht um eine "temporäre Schwächephase des Marktes". Der EnBW-Chef weiter: "Wir haben es mit einem strukturellen Wandel zu tun, der die gesellschaftlich gewollte und politisch beschlossene Energiewende ausmacht. Und dieser Zug hat den Bahnhof definitiv verlassen."

Das Unternehmen kämpft mit einem Effizienzprogramm (Strategie EnBW 2020) gegen die Krise an. Im vergangenen Jahr konnten so bereits 624 Millionen Euro eingespart werden. Die EnBW habe "frühzeitig und energisch" an der Verbesserung der Effizienz gearbeitet, so Mastiaux. "Wir haben vor allem strategisch und auch strukturell die Weichen gestellt, um eine aktive Rolle bei der Energiewende zu spielen", so der EnBW-Chef. Hier will der Konzern in Zukunft auch weiter anpacken. Das Ziel der EnBW: bis 2020 das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien mehr als verdreifachen und das Netzgeschäft ausbauen.

"Kunden als Partner auf Augenhöhe"

Die Gesamtinvestitionen des Konzerns sind im Vergleich zum Vorjahr um über 25 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro angestiegen. Dies sei hauptsächlich auf den Netzausbau, den Bau des Offshore-Windparks EnBW Baltic 2, den Bau des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks Lausward in Düsseldorf und den Bau des Kohlekraftwerks RDK 8 in Karlsruhe zurückzuführen. Das "modernste Kraftwerks Europas" soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Zudem will die EnBW künftig mit mehr Kundenfreundlichkeit, einer Smart-Home-Plattform und E-Mobilität punkten. "Die Zeiten, in denen der sichere Betrieb von Großkraftwerken sicherer Erträge bedeutet, sind vorbei. Wir werden um jeden Kunden kämpfen müssen, dabei zum Teil vollkommen neue Wege gehen und wir müssen unsere Kunden als Partner auf Augenhöhe begreifen", so Mastiaux. Zu den Strompreisen sagte er: "Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die Strompreise für die allermeisten unserer Vertragskunden so wie sie sind. Da planen wir keine Erhöhungen."

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  • unbekannt
    (599 Beiträge)

    24.03.2014 21:33 Uhr
    Haben sich jahrelang die
    Taschen vollgestopft und die Preise diktiert. Mein Mitleid habt Ihr 😆
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  • unbekannt
    (335 Beiträge)

    10.03.2014 14:51 Uhr
    Die Fetten Jahre sind vorbei
    In dem die oberste Etage durch wenig tun massivst von Den Kunden abgeschöpft hat. Wer jetzt keine wirklichen Ideen mehr hat wird im Wettbewerb verlieren.
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  •   myopinions
    (1036 Beiträge)

    10.03.2014 14:21 Uhr
    ....................was ist das doch für ein Drama.
    Das EBITDA ging um knapp über 5% zurück. Geht jetzt die Welt unter?

    Jedes Unternehmen verdient mal mehr oder auch weniger. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern.

    Ich würde ein paar Controller zum Teufel jagen, dann wäre der Aufwärtstrend schon eingeleitet !
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  • unbekannt
    (9 Beiträge)

    09.03.2014 16:36 Uhr
    Nur 120 Mio Gewinn?
    Armer armer Konzern....
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    07.03.2014 23:24 Uhr
    Gasabsatz,
    hoffentlich ist die Versorgung sicher und Onkel Vladimir wird nicht sauer.
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  • unbekannt
    (1211 Beiträge)

    07.03.2014 19:56 Uhr
    das ist ein Loser- und Beamtenladen
    sonder Gleichen
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  •   Bennobaumstark
    (176 Beiträge)

    07.03.2014 16:28 Uhr
    alles Marketing Gerede
    was heißt da um jeden Kunden kämpfen ? Da ist wohl einer zu lange geschult worden. Wie können wir uns das vorstellen ? Haustürbesuche oder Telefonate über einen Telefonservice ? Hochglanzschreiben mit Gewinnmöglichkeit ?
    Und überhaupt, wer ständig selbst Personal abbaut und überall spart, wer soll da noch kämpfen ?
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  • unbekannt
    (104 Beiträge)

    07.03.2014 16:18 Uhr
    Energiewende verschlafen
    da sieht man mal was mit einem Konzern passiert, der im Prinzip davon gelebt hat, dass der Staat die Kosten seines Abfalls, seiner Forschung und seiner Risiken seit eh und je übernommen hat. Oder wo sind diese Kosten in der Stromrechnung?
    Tschüß ENBW. Du fehlst höchstens dem KSC und dem VfB als Sponsor! aber vielleicht wäre dann beim ENBW Hauptsitz Platz für das Stadion?
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  •   altruist
    (478 Beiträge)

    07.03.2014 16:13 Uhr
    .. will um jeden Kunden kämpfen...?
    Na da hat ersich was vorgenommen. Ausser "Kopf in Sand" war bei der Anfarge nach einem besseren Tarif nix mit Kampf. Im Gegenteil, die telefonische Auskunft wahr eher schnippisch... da könne ma nix mache.... Allaaahhh, dann gäma hat zu nem annere versoorgaaa..

    Die ENBw hat es mir als Kunde sehr leicht gemacht zu wechseln. Sei es Strom oder Gas...
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