Stuttgart/Karlsruhe EnBW-Chef Mastiaux übernimmt Vertrieb: Vorstand muss gehen

EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux will sich künftig selbst um den Vertrieb kümmern. Das entsprechende Vorstandsressort wird abgeschafft, bestätigte der Konzern am Mittwoch. Vor dem Hintergrund anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen der Energiebranche und im Zuge der organisatorischen Neuaufstellung des Unternehmens hätten sich Aufsichtsrat und Vorstand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG darauf verständigt, in der aktuell schwierigen Phase des Unternehmens den Vorstand bis auf weiteres von bisher fünf auf vier Ressorts zu verkleinern.

Nach Umsetzung der geplanten Verschmelzung von fünf Kerngesellschaften auf die EnBW AG und der damit verbundenen Vereinfachung der Strukturen und Prozesse sei vorgesehen, den Bereich Vertrieb, Marketing, Handel und Verteilnetze nicht mehr als eigenständiges Vorstandsressort zu führen.

Dies sei ein weiterer Schritt zur Straffung der Organisation des Unternehmens. Deshalb seien der Aufsichtsrat und EnBW-Vorstandsmitglied Dirk Mausbeck, derzeit verantwortlich für Vertrieb, Marketing, Handel und Verteilnetze, übereingekommen, dass Dirk Mausbeck mit Ablauf seiner bis 30. September 2014 laufenden Bestellung aus dem Unternehmen ausscheiden wird. Die Kernaufgaben des Vertriebs und des Marketings werden danach im Ressort des Vorstandsvorsitzenden Frank Mastiaux geführt, die Beschlüsse zur Zuordnung von Handel und Verteilnetzen werden in naher Zukunft getroffen.

Der drittgrößte deutsche Energieversorger hatte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 9,3 Prozent auf knapp 10,6 Milliarden Euro steigern können. Der Konzernüberschuss brach jedoch um 65 Prozent ein auf 190,5 Millionen Euro. Der frühere Eon-Manager Mastiaux ist seit einem Jahr am Ruder.

Er will die EnBW, die mit ihren beiden Großaktionären - dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW -, mehrheitlich in öffentlichem Besitz ist, vom Atomstromer zum Ökokonzern umbauen. Dies soll vor allem über den Ausbau der Windkraft und den Verkauf von Beteiligungen geschehen. Zuletzt gab es Berichte, dass die Karlsruher planen, die 50-Prozent-Beteiligung des italienischen Erdöl- und Energiekonzerns Eni an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) und der Schwestergesellschaft Terranets BW zu übernehmen.

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