29  

Karlsruhe Kritik an Karlsruher Sparkurs: "Sozial schwache Familien werden ausgegrenzt"

Es waren keine schönen Aussichten zum Weltkindertag: Für mehr als eine Millionen Menschen in Deutschland ist ein Leben von Sozialleistung zum Dauerzustand geworden - sie leben seit neun Jahren oder mehr von Hartz IV. Betroffen sind auch viele Kinder. Die Karlsruher Grünen warnen: Der Sparkurs der Fächerstadt könnte die Situation für einige Familien weiter erschweren.

"Es ist ein Armutszeugnis der Bundesregierung, dass auch im vergangenen Jahr wieder mehr Kinder von Hartz IV abhängig wurden", erklärt die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl anlässlich des internationalen Weltkindertages am 1. Juni. Selbst im reichen Karlsruhe steige die Zahl an, inzwischen seien rund 5.500 Kinder auf Hartz IV angewiesen.

ScoolCard, Schulessen, Jugendausschuss - alles bald zu teuer?

Mit Bauschmerzen betrachten Kotting-Uhl und die Karlsruher Grünen die Sparpläne, die Karlsruhe in den kommenden Jahren durchsetzen will. "Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge", unterstreicht der Kreisverband der Karlsruher Grünen in seiner Pressemitteilung.

"Im Hinblick auf die geplanten Kürzungen der Stadt im sozialen Bereich findet eine weitere Ausgrenzung von Kindern sozial schwacher Familien statt." Sylvia Kotting-Uhl und Peter Ballhausen, Vorstandsmitglied der Karlsruher Grünen kritisieren die Sparpläne der Stadt im schulischen und sozialen Bereich.

"Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, dass der Bildungserfolg der Kinder nicht mehr so stark vom Einkommen der Eltern abhängig ist, gerade die grüngeführte Landesregierung hat in der letzten Legislatur sehr viel dafür getan. Diese Fortschritte in der Bildungsgerechtigkeit werden durch die radikalen Kürzungen gefährdet."

Die Karlsruher Grünen machen die Mehrbelastung an den geplanten Erhöhungen beim Schulessen, der Umstellung der Bezuschussung der ScoolCard oder dem Wegfall von Zuschüssen beim Stadtjugendausschuss fest. Für den Kreisverband der Karlsruher Grünen stellen diese Einsparmaßnahmen eine unverhältnismäßige Belastung sozial schwacher Familien dar. Auch wenn Empfänger von Hartz IV bei Erhöhungen nicht direkt betroffen wären, so sei der Wegfall von Betreuungsangeboten und Unterstützungen indirekt eine Belastung für alle Familien.

Mehr zum Thema
Karlsruher Doppelhaushalt 2019/20: Schulden, Finanzen, Investitionen: Alles über den Karlsruher Doppelhaushalt 2019/20. ka-news ist wie immer live vor Ort und berichtet von den Gemeinderatssitzungen.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (29)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   zahlenbeutler
    (1322 Beiträge)

    02.06.2016 09:40 Uhr
    Hartz IV
    wenn jemand also Hartz-IV bezieht, z.b. eine alleinerziehende Mutter ist, ist sie halt selber schuld, dass sie ein Kind bekommen hat.
    Hoffentlich geht es Ihnen gut und sind nie in eine finaziell schwierige Situation gekommen.
    Die Reichen werden auf Kosten der Nichtreichen immer reicher, der Neoliberalismus machts möglich. Weg vom Sozialstaat, CDU und SPD sorgen schon gemeinsam dafür.
    Fragen Sie mal eine Rentnerin mit 75, die ihr Leben lang gearbeitet,
    Kinder großgezogen hat und jetzt mit 75 noch Putzen gehen muss, um einigermaßen zu überleben können.
    Zum Sozialamt, um dort mehr oder weniger ein Almosen zu erhalten, wird sie niemals gehen, das verbietet ihr ihre Einstellung.
    Jetzt wurde ihr auch noch von der Krankenkasse die Übernahme von Medikamenten verweigert, wären nicht notwendig, das sind nochmal 50 € monatlich, für viele wohl ein Klacks, aber sie muss das
    von wenig einsparen, also keine Besuche vom Cafe wöchentlich mehr.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1001 Beiträge)

    02.06.2016 16:43 Uhr
    Lieber Zahlenbeutler
    Ich gebe Ihnen mit allem Recht und habe all das nicht in Frage gestellt. Auch habe ich nicht alle damit gemeint. Auch ich habe lange Jahre in einer sozialen Einrichtung gearbeitet und bin meistens auf der Seite der Schwachen. Aber ist es wie es ist: in vielen Familen werden erst mal die Einkäufe von Kippen und Alk getätigt und dann fehlt es für das Lebensnotwendige. Das wissen Sie durch Ihre Arbeit auch und können das nicht leugnen. Und wir sprechen hier nicht von Rentnern die ihr Leben lang einbezahlt haben und mit ein paar Hundert Euro dahinvegetieren müssen und nicht darüber dass man keine Kinder mehr in die Welt setzen soll. Ich spreche über das Egoverhalten vieler Eltern. Und das war in den Sechzigern ganz anders, meistens. Da hat der Vater irgendwie schauen müssen, dass er seine Familie über die Runden bringt und er hat es geschafft. Weil für ihn zuerst seine Familie und seine Kinder kamen und es wurde nicht nach dem Staat gerufen sondern es gab eben keine Extras. Falsch?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1001 Beiträge)

    02.06.2016 16:55 Uhr
    Und was
    die von Ihnen geschilderte Situation angeht, das ist eine Riesensauerei und kein Einzelfall im Reichen Deutschland. Es interessiert aber unsere Politiker nicht. Die können hier wunderbar wegschauen. Und vor der alleinerziehenden Mutter die nicht weiss wie sie über die Runden kimmen soll habe ich grössten Respekt. Lesen Sie vielleicht nochmal was ich genau geschrieben habe, dann werden Sie sehen dass ich keine sozial Schwachen generell angegriffen habe.
    Übrigens bringen unzählige Sozialarbeiter eben diesen Familien schon seit Jahren bei wie sie mit ihrem Geld auskommen können. U.a. Auch damit, dass die Mütter keine teuren Fertiggerichte kaufen, sondern selber kochen usw.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zackenbarsch
    (220 Beiträge)

    02.06.2016 12:49 Uhr
    Sie wissen aber schon
    dass der Verteilungskampf für die sozial Schwachen in den nächsten Jahren noch viel härter wird? Oder glauben Sie an Behauptungen, dass die Zuwanderer alle Akademiker sind, die nach ein paar Wochen Deutschkurs alle mit Kusshand am KIT aufgenommen werden und dann zu den Gutverdienern gehören?
    Nein, die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Sozialhilfe bzw. in so genannten prekären Beschäftigungsverhältnissen wird wohl deutlich zunehmen.

    NOCH erzählen uns Schäuble und Co., es seien so viel Steuermehreinnahmen da, dass das alles kein Problem sei. Irgendwann wird man aber merken, dass die Gelder verbraucht sind. Und dann kommt auf Bundesebene der nächste Sparkurs. Da ist das, was die Stadt Karlsruhe jetzt plant, eine Mini-Einsparung dagegen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    03.06.2016 13:11 Uhr
    Keine Intelligenz - wieder mal eine dreiste Beleidigung
    Wenn sich Witzfiguren aus der Schwätzerbranche auf einer Hightechfregatte oder als Kampfpilot bewürben, würden sie ausgelacht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   zahlenbeutler
    (1322 Beiträge)

    02.06.2016 16:56 Uhr
    Zuwanderer
    noch nicht einmal Schäuble behauptet, dass Flüchtlinge, das sind keine Einwanderer, denn es gibt bei uns kein Einwanderungsgesetz, alles Akademiker sind.
    Wenn man eine Rechnung aufmacht, was kosten die Flüchlinge und was wird den Banken, Globalplayern, Superreichen an Steuern geschenkt, welche Profite schaffen sie aus Deutschland heraus, die vorher von Arbeitnehmern erwirtschaftet worden sind, kommt man auf zu einem anderen Ergebnis, das einem klarmacht, wer die wahren Asozialen und einschließlich ihrer Büttel in Regierungsparteien und AfD sind.
    Ich sehe ja ein, dass das für einen besorgten Bürger schwer zu akzeptieren ist, er müsste ja sein Feindbild ändern und seine Hoffnung eines Tages neben Gauland wohnen zu dürfen, würde selbstverständlich gegen null gehen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zackenbarsch
    (220 Beiträge)

    02.06.2016 17:30 Uhr
    Mir ging es nicht darum
    eine Gruppe gegen die andere auszuspielen, da müssen Sie mich missverstanden haben. Mir ging es lediglich um die Tatsache, dass es am "unteren Ende" der Einkommensskala enger werden wird. Je mehr Menschen auf diesem unteren Einkommensniveau sind, desto größer die Gefahr für den sozialen Frieden. Denn wie ich schon sagte: Noch hat vielleicht Schäuble ein wenig Geld übrig für Wohltaten. Aber was, wenn die Steuereinnahmen einbrechen? Dann ist Schluss mit lustig.

    Natürlich gibt es viele "Steuersparer" unter den Großverdienern und ich finde das auch äußerst ärgerlich. Deren Verhalten schadet dem Staat und uns allen. Aber wenn wir doch ehrlich sind: die werden immer ihre Schlupflöcher finden. Der gesetzgeber lässt es zu... egal wer gerade an der Regierung ist!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zackenbarsch
    (220 Beiträge)

    02.06.2016 14:42 Uhr
    Pünktlich zur Stelle
    und sofort die AfD ins Spiel gebracht. Glückwunsch zu Ihrem Talent, diese in jeder Diskussion zu erwähnen.

    Zum Thema haben Sie aber außer polemischen Störfeuern nichts gesagt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zackenbarsch
    (220 Beiträge)

    02.06.2016 17:31 Uhr
    Klar dass Sie sich anschließen
    Ich nehme an Sie haben beide die gleiche politische Parteipräferenz. Und die fängt mit L an.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Sonnenschein
    (62 Beiträge)

    02.06.2016 11:41 Uhr
    Bekommt man mittlerweile alleine Kinder?
    Früher waren dafür immer Mann und Frau, Vater und Mutter nötig.

    Aber in diesen modernen Zeiten ist so vieles anders.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.