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Karlsruhe Karlsruhe auf Sparkurs: Diakonisches Werk muss Angebote streichen

Von den geplanten umfangreichen Sparmaßnahmen, welche der Karlsruher Gemeinderat in der vergangenen Woche beschlossen hat, ist auch das Diakonische Werk Karlsruhe betroffen: Ab dem Haushaltsjahr 2017 werden die freiwilligen Leistungen der Stadt um rund 180.000 Euro jährlich reduziert. In einer Pressemitteilung kündigt die Diakonie "spürbare Einschnitte" an.

"Eine Kürzung in dieser Höhe trifft uns äußerst schmerzhaft", so der Direktor des Diakonischen Werks, Pfarrer Wolfgang Stoll. "Wir werden spürbare Einschnitte bei einigen unserer Arbeitsbereiche leider nicht vermeiden können." Gleichwohl werde man den diakonischen Auftrag, Hilfesuchenden in sozialen Fragen, bei körperlichen und seelischen Krankheiten sowie in materieller Not zur Seite zu stehen, auch künftig nach Kräften wahrnehmen.

Diese Angebote wird das Diakonische Werk künftig streichen

Die geplante Mittelkürzung wird sich voraussichtlich auf die Arbeitsbereiche Hausaufgabenbetreuung und Krebsberatung auswirken. Zwei Einrichtungen der Schülerhilfe werden bis Jahresende geschlossen. Die Angebote der Krebsberatung sollen in den kommenden Monaten neu strukturiert und künftig gemeinsam mit der AWO durchgeführt werden.

"Der Entschluss, unseren Arbeitsbereich der pädagogischen Schülerhilfe aufzugeben, ist uns nicht leichtgefallen", so Wolfgang Stoll. Allerdings habe hierbei eine Rolle gespielt, dass die Schließungen zeitlich ungefähr zusammenfallen mit der Einrichtung neuer schulischer Ganztagesangebote in den jeweiligen Stadtteilen. Dadurch könne der entstehende Verlust für die betroffenen Familien zumindest ein Stückweit abgemildert werden.

"Dagegen hätten andere mögliche Einsparungskonzepte ersatzlose Streichungen etwa in der Straßensozialarbeit zur Folge gehabt; und das konnte für uns keine Alternative sein", betont Stoll. Die Schülerhilfe-Angebote in Rintheim und im Nußbaumweg schließen im kommenden Juli bzw. zum 31. Dezember 2016.

Gemeinsam mit den insgesamt sechs Mitarbeitenden des Diakonischen Werks, deren Arbeitsplätze dadurch betroffen sind, wird nun nach zufriedenstellenden Lösungen gesucht.

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  •   auchmalsenfdazu
    (3165 Beiträge)

    04.05.2016 13:06 Uhr
    gespart
    wird wieder mal an Kindern und Kranken.

    Wie auch in zig weiteren Punkten, die bei der Gemeinderatssitzung beschlossen wurden.
    Aber Hauptsache der "Prestigetunnel" steht bald da.
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  •   md47
    (859 Beiträge)

    04.05.2016 11:27 Uhr
    Schäuble verkündet doch grade
    das die Steuern nur so "sprudeln" .Aber für die Länder und Kumunen sind sie natürlich nicht gedacht. Wo die Milliarden landen,kann sich doch jeder denken.
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  •   zahlenbeutler
    (1286 Beiträge)

    04.05.2016 12:58 Uhr
    Milliarden
    landen bei Banken und Briefkasten-Firmen, die sich Umsatz- und Kapitalertragssteuer vom Staat zurückzahlen lassen, obwohl sie gar nichts vorher gezahlt haben.
    Das ist dem besorgten Bürger natürlich egal, denn schließlich steht die AfD ja für Steuererleichterungen für die notleidenden Kapitaleigner.
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    04.05.2016 12:36 Uhr
    Und die Kirchensteuer
    fließt wohl auch dahin.
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