Karlsruhe So kreativ reagieren Karlsruher (Unternehmen) auf die Corona-Krise

Eine besondere Lage, erfordert besondere Ideen: Das dachten sich wohl auch einige kreative Karlsruher, die sich der aktuellen Corona-Lage angepasst haben. Bier-Lieferservice, Wohnzimmerkonzert und Mitmach-Aktionen für zu Hause - Dank Internet und Whatsapp.

Preisgekrönte Kurzfilme aus der Alternativ-Szene

Keinen Bock mehr auf Netflix? Wie wäre es mit Kurzfilmen: Auf YouTube starteten die Macher der "Independet Film Days" die Reihe "Kurzfilm vs. Corona" und zeigen täglich einen Kurzfilm. Die ausgewählten Kurzfilme stammen aus dem Programm früherer Festivalausgaben, darunter auch zahlreiche Preisträgerfilme.

"Mit dem Online-Projekt wollen wir in Zeiten, in denen viele Menschen orientierungslos, verzweifelt und gefrustet sind und der weiteren Entwicklungen harren, einen kulturellen Lichtblick setzen", so Festivalleiter Oliver Langewitz.

ID-Festivalleiter Oliver Langewitz
ID-Festivalleiter Oliver Langewitz | Bild: Tim Carmele

"Nahezu alle Kulturveranstalter mussten ihre Häuser schließen und es gibt nur sehr wenige Online-Angebote für Kulturbegeisterte, sodass wir hier eine Lücke schließen und den Menschen ein wenig Freude und Hoffnung auf die heimischen Bildschirme bringen wollen, bis die Pandemie hoffentlich bald überwunden ist", betont Langewitz.

Die "Independet Days" mussten ihre Karlsruher Filmfestival aufgrund des Corona-Virus verschieben. Es soll im Herbst 2020 stattfinden.  Die Filme gibt es auf dem You-Tube-Kanal von "FilmboardKarlsruhe".

Ausgefallene Biere und persönliche Lieferung

Viele Kneipen haben den Lieferservice für sich entdeckt. So auch das "Phono" in der Karlsruher Oststadt: Die Kneipe ist für ihr breitgefächertes Bier-Sortiment bekannt - auch abseits der großen Namen. Diese bringen Inhaber Thomas Elischer und Team seit Mittwoch auf Wunsch bis an die Haustür.

 

Mit dem Gedanken hat der Kneipenwirt schon länger gespielt, die aktuelle Situation hat ihn dann zur "spontanen Umsetzung" bewogen: "Das kam alles sehr schnell. Als das Phono zu war, dachte ich mir, gut du hast jetzt eh nicht viel zu tun, außer den Laden komplett auf den Kopf zu stellen, zu putzen, zu renovieren und so weiter."

Elischer hat seine Bar schon vor der städtischen Allgemeinverfügung geschlossen. "Es geht in erster Linie nicht ums Geld, sondern dass man einfach mal solidarisch und rational handelt".

Thomas Elischer
Thomas Elischer | Bild: privat

Der Lieferservice dient als Schadensbegrenzung - "ich verdiene nicht viel damit". Er wird vieles vorerst alleine stemmen müssen, vertraut aber auf finanzielle Hilfe von Stadt und Land nach der Krise. So positiv klingt auch seine Nachricht an alle Karlsruhe: "Habt Vertrauen in die Mitmenschen!"

Wohnzimmer-Konzert mit Max Giesinger

Max Giesinger lädt zum gemeinsamen Konzert auf Instagram ein. Am Sonntag, 22. März, ab 18 Uhr sendet er zusammen mit acht weiteren Musiker einen Live-Stream auf Instagram. 

Mit dabei sind Mathea, Michael Schulte, Lotte, Nico Santos, Alvaro Soler, Max Giesinger, Lea und Johannes Oerding. "Stay home and Stay safe", ist die Nachricht der Künstler. Der Post lässt vermuten, dass es nicht das letzte #wirbleibenzuhause-Konzert bleiben wird.

Brettspiele gegen Langeweile - "ein Stück Glück"

Die Spielepyramide Karlsruhe musste wie viele Einzelhändler am Donnerstag die Türen schließen, bleibt aber telefonisch für ihre Kunden erreichbar. Online kann der Brettspiel-Bedarf gedeckt werden - Versand, Abholung oder Lieferung sind möglich.

Mit einem Aushang informiert sie ihre Kunden und appelliert daran, lokale Händler zu unterstützen: "Wenn du gerade vor unserer Tür stehst, dann brauchst du wahrscheinlich ein Geschenk oder ein Stück Glück für dich. Und wir brauchen dich."

Wie der Spielepyramide geht es vielen lokalen Händlern: Viele haben eine Onlinepräsenz, bei welcher man sich über Bestellung und Liefermöglichkeiten informieren kann. Für sie ist insbesondere jetzt die Unterstützung vor Ort wichtig.

Mal so richtig auspowern! Wie mit Lichtschwert?!

Viele Sportaktivitäten fallen derzeit flach: Fitnessstudios und Vereine mussten in dieser Woche schließen. Bei der Kampfsport "Academy Karlsruhe" geht das Training online weiter: Leiter und Chef Timm Blaschke zeichnet für seine Schützlinge Trainingsvideos auf - und verliert dabei nie seinen Humor.

"Ich liebe es zu unterrichten und gebe für meine Schülerinnen und Schüler in der Academy Karlsruhe mein Bestes. Da ich selbst vier Kinder habe, weiß ich wie schade es ist, wenn sie nicht zum Sport gehen können und wie es sich für die Eltern anfühlt, wenn die Kinder nun die ganze Zeit zu Hause bleiben müssen. Daher wollte ich sowohl den Kindern als auch den Eltern etwas Gutes tun, so dass sie sich nun über das Online Training austoben können", so Blaschke,.

Die Motivation bezieht sich Blaschke aus seiner Passion als Trainer und  und durch die Rückmeldung seiner Teilnehmer. "Ich habe so viel positives Feedback dafür bekommen und Nachrichten auch von Eltern und Sportlern aus ganz Deutschland, dass sie und/oder ihre Kinder fleißig mittrainieren."

Training bei der Saber Academy Karlsruhe
Timm Blaschke (rechts) im Lichtschwertkampf. | Bild: Alexander Hammer

"So heftig die Situation auch für einen selber ist, es gibt Menschen, denen geht es eventuell noch deutlich schlechter. Ich verliere aktuell 50 Prozent meines monatlichen Einnkommens, weil meine Tätigkeit als Seminarleiter wegfällt, aber ich weiß, dass es zum Beispiel Künstler gibt bei denen 100 Prozent der Einnahmen wegfallen. Oder es gibt Menschen die sind in einem Auslandeinsatz und können gerade nicht mehr zurück zu ihren Familien. Ich kann nur alle Bitten zusammenzuhalten, nicht nur an sich zu denken, sonder gemeinsam füreinander da zu sein."

Sessions gibt es zu den Disziplinen Kickboxen, Filipino Fighting Arts und natürlich - im Lichtschwert-Kampf. In diesem Sinne: Viel zu tun, du noch hast!

Gemeinsam gegen Corona

Kennen Sie weitere Ideen oder Köpfe, die kreativ und verantwortungsbewusst mit der aktuellen Corona-Situation umgehen? Schreiben Sie uns hier in den Kommentaren, per Mail an redaktion@ka-news.de oder schicken  Sie uns Ihre Fotos und Infos über das ka-Reporter-Formular. 

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