Bundesbauministerin Barbara Hendricks lobt das prämierte Kollegiengebäude als herausragendes Beispiel für den nachhaltigen Hochschulbau: "Erfolgreiches Studieren braucht auch eine passende Studienumgebung. Hochschulen, Wissenschaft und Architekten tun also gut daran, so eine 'Erfolg versprechende' Umgebung zu schaffen. In Karlsruhe ist das gelungen. Hier haben Studierende und Lehrende nun ein Ambiente, das kreatives Arbeiten in Forschung und Lehre fördert. Das KIT hat damit Maßstäbe gesetzt", heißt es in entsprechender Pressemitteilung.

Innovatives Energiekonzept

"Das Kollegiengebäude Mathematik ist ideal auf die Bedürfnisse und Aufgaben moderner Lehre und Forschung zugeschnitten. So bietet es unter anderem viel Raum für den intensiven Austausch zwischen Studierenden und Wissenschaftlern. Mit dem innovativen energetischen Konzept konnten wir zudem den Energieverbrauch um die Hälfte reduzieren", sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. "Ich bin stolz darauf, dass unser Gebäudekonzept als Vorbild für ähnliche Sanierungsaufgaben dienen kann. Über die Auszeichnung mit dem Deutschen Hochschulbaupreis 2016 freue ich mich sehr!"

"Mit der Sanierung des Kollegiengebäudes Mathematik wird eine vordringliche Bauaufgabe im deutschen Hochschulbau, der Umgang mit dem Bestand aus der Nachkriegszeit, vorbildlich gelöst", so die Jury unter dem Vorsitz von Professorin Anne Julchen-Bernhardt, Lehrstuhlinhaberin für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der RWTH Aachen. "Der Bestandsaufbau wirkt insbesondere durch den überdachten Innenhof, der einen neuen akustisch ausgezeichneten Veranstaltungsraum schafft und gleichzeitig das kommunikative Herzstück des Gebäudes ist. Die hellen Materialien und die lichtdurchströmte Konstruktion des transparenten Folienkissendaches geben dem großen, ehemals düsteren Gebäude einen leichten und freundlichen Charakter."

Seit April 2015 sind die Institute und Einrichtungen der KIT-Fakultät für Mathematik nach fünfjähriger Auslagerung wieder unter einem Dach im Kollegiengebäude vereint. Etwa 1.000 Studenten nutzen das Gebäude.

Mit halbem Energieverbrauch bei beinahe doppelter Nutzfläche ist ein großer Pluspunkt des sanierten Gebäudes die Energieeffizienz: Der Energieverbrauch liegt nun unter 100 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter, vor der Sanierung waren es 260 Kilowattstunden. Im Zentrum des Niedrigenergiekonzepts steht der helle, überdachte Innenhof, der einen Wärmepuffer bildet und so im Winter den Energieverlust minimiert.

Dazu kommen eine wärmeschutzverglaste Front mit einbruchsicheren Lüftungslamellen und eine stromsparende Kühlanlage. Ein Gebäude-Monitoring überwacht alle Verbrauchsdaten sowie die Temperatur und wertet sie aus, um bei Bedarf Nutzerverhalten und technische Steuerung verbessern zu können.

Den Deutschen Hochschulbaupreis hat die Deutsche Universitätsstiftung unter der Schirmherrschaft des Bundesbauministeriums zum dritten Mal ausgelobt. Die Auszeichnung unterstützt die Eberhard-Schöck-Stiftung mit einem Preisgeld in einer Gesamthöhe von 25.000 Euro. Um den Preis haben sich 37 Hochschulen mit 40 Bauprojekten aus zehn Bundesländern beworben. Zwei weitere Auszeichnungen in Höhe von jeweils 5.000 Euro erhielten die TU Chemnitz und die Kunsthochschule Halle.