"Das Projekt aus Niedersachsen hat sich natürlich auch bis zu uns herumgesprochen und man muss sagen: klasse!", erklärt Joachim Schmid, Geschäftsführer des ASB Baden-Württemberg Region Karlsruhe. "Flüchtlinge zu Rettungssanitätern auszubilden war für uns hier bisher kein Thema." Schmid begründet das mit den von Region zu Region unterschiedlichen Einsatzbereichen des ASB. 

In der Region beispielsweise fokussiert man sich auf die Altenpflege. In Ubstadt-Weiher absolviert eine junge Frau aus Nigeria im ASB-Pflegezentrum Josefshaus eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Die sprachliche Barriere ist laut Geschäftsführer Schmid kein Problem: "Die junge Kollegin besucht eine spezielle Berufsfachschule für Nichtmuttersprachler."

"Wir stecken noch in den Kinderschuhen" 

Bei den Maltesern konzentriert man sich stattdessen auf den Krankentransport und möchte in diesem Bereich Praktika anbieten. Erste Bewerbungsgespräche laufen, das Interesse ist da. "Wir stecken aber noch in den Kinderschuhen", sagt Uwe Janke, Dienststellenleiter für Karlsruhe und Bruchsal.

"Im medizinischen Bereich sind einwandfreie Sprachkenntnisse zwingende Voraussetzung, sowohl für den Kontakt mit dem Patienten als auch bei der Dokumentation." Darüber hinaus bieten die Malteser Erste-Hilfe-Kurse für Geflüchtete an. "Die Kurse dauern etwas länger als normale Erste-Hilfe-Schulungen und auch ein Dolmetscher ist immer dabei", erklärt Janke.

Die Johanniter in der Region hingegen haben noch keine Ausbildungsangebote für Geflüchtete aufgesetzt. In Eppelheim bei Heidelberg aber setzt der Verband das Ausbildungskonzept "Erste Hilfe – Erstes Deutsch" um. Wie bei den Maltesern nutzen auch die Johanniter in Heidelberg Erste-Hilfe-Kurse, um Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, erste Kenntnisse der deutschen Sprache anzuwenden und so die Integration in den Alltag zu erleichtern.

 
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