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Karlsruhe Werbung für "Internet-Hauptstadt": Broschüre soll Karlsruher IT-Standort stärken

Karlsruhe ist nicht nur deutschlandweit, sondern auch über die Bundesgrenzen hinaus als großer und innovativer IT-Standort bekannt. Die erste E-Mail, die Informatikfakultät am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und viele Firmen und Erfindungen brachten der Fächerstadt den Namen "Internet-Hauptstadt" ein. Die Karlsruher Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) kommt dabei oft zu kurz, findet die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), das Cyberforum und die Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative. Eine Broschüre soll deshalb die Vorteile und Zahlen des IKT-Standorts Karlsruhe vorstellen und diesen attraktiver machen.

"Die Informations- und Kommunikationstechnologie ist eines jener Alleinstellungsmerkmale nach dem jede Region und jedes Unternehmen sucht", sagte IHK-Präsident Wolfgang Grenke am Donnerstag bei der Vorstellung der Broschüre in der IHK. "Und wir hier in der Technologieregion Karlsruhe haben mit der IKT ein solches Alleinstellungsmerkmal." Bisher habe es es die Region aber versäumt, angemessen und ausreichend diesen Standort zu bewerben.

IKT: 5,1 Milliarden Euro Umsatz in Karlsruhe

Deshalb hat die IHK zusammen mit dem Cyberforum und der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative eine Broschüre herausgegeben, die genau diese Aufgabe übernehmen soll. Auf 46 Seiten werden die Zahlen und Daten des IKT-Standorts Karlsruhe erläutert und zusammengefasst (Link auf Pdf-Dokument). Das Werk sei ein "starkes Zeichen der engen Kooperation in Karlsruhe", zeigte sich der Vorstandsvorsitzende des Cyberforums, Matthias Hornberger, überzeugt. Auch IHK-Präsident Grenke unterstrich das "Wir" als große Stärke der Technologieregion Karlsruhe.

Hornberger betitelte die IKT als "Innovations- und Jobmotor des 21. Jahrhunderts". Nach Angaben der Broschüre arbeiten über 30.000 Menschen in 4.100 Unternehmen der IKT-Branche in Karlsruhe. Jährlich erwirtschaften sie einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. "Das sind etwa zehn Prozent des Volumens in Baden-Württemberg", ergänzte Hornberger. Seit 2008 hätten sich 1.300 Unternehmen der Branche in Karlsruhe gegründet. Existenzgründungen seien besonders wichtig, das Fundament in Karlsruhe entsprechend stark. Mit 1,55 Gründungen in der IKT-Branche pro 10.000 Einwohner liegt Karlsruhe im bundesdeutschen Vergleich auf dem zweiten Platz - deutschlandweit liegt der Schnitt bei 0,71.

ITK in Karlsruhe: 1.500 Broschüren wurden gedruckt

Für Karlsruhe sehen Grenke, Hornberger und Dirk Fox, Mitgründer der IT-Sicherheitsinitiative, den Nachteil, dass die Unternehmen in der Region stark in der Produktion von Unternehmenssoftware seien. Der Endverbraucher und normale Bürger bekomme davon in der Regel nichts mit. "Die Produkte aus Karlsruhe sind nicht so auffällig", so Fox. Die Broschüre soll deshalb nun helfen, den Karlsruher Standort dauerhaft zu halten und im Konkurrenzkampf mit anderen Städten zu stärken. "In Karlsruhe haben wir besondere Rahmenbedingungen, das Geschäft ist aber sehr flüchtig", sagte Fox. Eigentlich weiche Faktoren wie Standort-Attraktivität und Umfeld würden so zu harten Faktoren, um Arbeitgeber in der Region zu halten.

Fox sieht den Karlsruher Erfolg auch in der Plattform, die in der Branche tätigen Menschen in Form von Kompetenznetzwerken geboten werden. Die Region sei deshalb "nicht austauschbar" - und das soll nach Fox Ansicht auch so bleiben. Auch in Sachen IT-Sicherheit habe Karlsruhe viel zu bieten. "In der Szene ist klar, dass IT-Sicherheit in Karlsruhe stattfindet. Nach außen muss das aber noch bekannter gemacht werden", ergänzte Fox. Hierfür wurde nun die Broschüre in einer Auflage von 1.500 Stück veröffentlicht, die über die IHK, die Landesregierung und Hochschulen verteilt werden.

Im Internet ist die Broschüre zudem hier zum Download bereit gestellt (Link zu Pdf-Dokument).

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Kommentare (2)
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  •   todi01
    (1078 Beiträge)

    18.07.2013 23:58 Uhr
    Gott sei Dank!
    Wir haben eine Broschüre, jetzt kann es nur noch aufwärts gehen! Und ein fettes "suck it!" an die Loser-Städte ohne Broschüre.
    Sie könnte sich sogar als Exportschlager erweisen - man stelle sich vor, was so eine Broschüre in Griechenland oder Spanien bewirken würde!
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  •   lynx1984
    (3044 Beiträge)

    18.07.2013 22:31 Uhr
    Gedruckte Broschüren
    für die Internethauptstadt?!

    Hat da jemand an die Wirkung auf die Zielgruppe gedacht? Bei mir käme es befremdlich an, eine Kassette zugesendet zu bekommen wenn ich auf Standortsuche für eine CD Fabrik wäre...
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