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Karlsruhe Von der Idee zur Umsetzung: Was steckt hinter der Teststrecke für Autonomes Fahren in Karlsruhe?

Es ist so weit: Die Teststrecke für Autonomes Fahren in Karlsruhe wird nun in Betrieb genommen. Künftig soll dort automatisiertes Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erprobt werden. Alles rund um das Testfeld in der Fächerstadt und dessen Entwicklung haben wir zusammengefasst.

2018 sollen in Karlsruhe verschiedene Einrichtungen und Hersteller ihre autonomen Fahrzeuge testen können, so die Idee hinter der Einrichtung des "Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg" (TAF-BW). Am Donnerstag wird diese Idee Wirklichkeit: Die Teststrecke in Karlsruhe geht offiziell an den Start - der Probebetrieb ist beendet.

Künftig können "Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste", beschreibt das Forschungszentrum Informatik (FZI) die Vielseitigkeit der Strecke gegenüber der Presse.

Weltweit entfallen 52 Prozent der angemeldeten Patente zum autonomen Fahren auf deutsche Hersteller.
Die Teststrecke für autonomes Fahren wird in Karlsruhe in Betrieb genommen. | Bild: Daniel Naupold

Verschiedene Institutionen beteiligt

Konzeption, Planung und Ausbau des Projekts wurde und wird auch noch in Zukunft umgesetzt. Unter anderem von einem Konsortium aus dem FZI, der Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der Hochschule Heilbronn und der Stadt Bruchsal sowie weiteren assoziierten Partnern das Testfeld. Der zukünftige Testfeldbetreiber ist der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). Sie werden am Donnerstag das Testfeld eröffnen.

Von der Idee zur Teststrecke:


April 2016

Im April 2016 gab Oberbürgermeister Frank Mentrup bekannt, dass sich mehrere Forschungseinrichtungen zusammen mit den Städten Karlsruhe und Bruchsal als Testfeld für automatisiertes Fahren bewerben wollen. Hintergrund war die Ausschreibung zum Aufbau eines Testfelds des damaligen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft sowie die gemeinsame Ausschreibung des Forschungsförderprogramms "Smart Mobility" der Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Ministeriums für Verkehr.

Schon damals sah das Konsortium mehrere Testzonen und Strecken vor: Diese sollten sich dann am Campus des KIT, in der Oststadt, dem Hauptbahnhof, in den südlichen Stadtteilen sowie auf den Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn befinden. Auch die Stadt Bruchsal war nach der damaligen Planung des Konsortiums durch den Forschungscampus an das Testgebiet angeschlossen.

Bild: FZI auf Basis Map data © OpenStreetMap contributors, tiles GIScience Research Group @ Heidelberg Universität

Oktober/November 2016

Wenige Monate später dann die Zusage: Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit 2,5 Millionen Euro. Verkehrsminister Winfried Hermann übergab im Oktober 2016 einen Zuwendungsbescheid des Landes. Ab diesem Zeitpunkt stand fest, dass Karlsruhe Standort eines Testfeldes wird.

Das Konzept des Projekts war noch in Arbeit. Dass der Prototyp "Olli", ein autonom fahrender Elektro-Mini-Omnibus der Firma Local Motors, in ähnlicher Form als Fahrzeug auf dem Testfeld unterwegs sein wird, war aber sicher.

Der Elektro-Mini-Omnibus "Olli". | Bild: myh

 


August 2017

Es wird tatsächlich ernst: Wie das FZI im August 2017 mitteilte, begann in diesem Monat der Aufbau der Infrastruktur für das Testfeld an der Kreuzung von Ostring und Durlacher Allee. Konkret wurden also Kameras zur Aufnahme der Verkehrssituation während des Testbetriebs installiert, "um die Computer-Algorithmen für die Objekterkennung an die Kreuzung anzupassen."

Außerdem verkündete das FZI erstmals die Strecke des Testfelds: "Sie führt vom Karl-Wilhelm-Platz entlang der Haid-und-Neu-Straße und biegt in den Ostring ab. Vom Ostring aus führt die Strecke einerseits über die Wolfartsweierer Straße zurück zum Karl-Wilhelm-Platz, andererseits über die B10 weiter auf die Südtangente bis zur Kreuzung mit der Ebertstraße", hieß es.

 


Dezember 2017

Und letztendlich: Seit Dezember 2017 sind die ersten autonomen Fahrzeuge auf den Straßen in Karlsruhe im Rahmen eines Probebetriebs unterwegs. "Mit dem Start des Probebetriebs beginnt der Countdown zur Eröffnung des Testfeldes Autonomes Fahren im Frühjahr 2018", so Mentrup bei der damaligen Eröffnung, "in einer beispielhaften Kooperation von Städten, Forschungseinrichtungen und dem KVV schaffen wir mit dem Testfeld für Industrie, Forschung und Dienstleistungen ein attraktives Angebot zur Erforschung und Erprobung zukunftsfähiger Mobilitätsentwicklungen - in und für Baden-Württemberg. Karlsruhe und die Region stehen mit diesem interdisziplinären Start-up einmal mehr für Innovationsfreude und Standortqualität."

ka-news-Hintergrund:

Das gesamte Streckennetz des TAF reicht von urbanen Bereichen mit gemischtem Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr über innerstädtische Tempo- 30- und Tempo- 50-Zonen, städtische Parkhäuser, Wohngebiete, Landes- und Bundesstraßen bis hin zu Autobahnabschnitten.

Testfeld-Strecken sind außerdem: der Hauptbahnhof und südliche Stadtteile Karlsruhes, die drei Campus des KIT, verbindende Straßen sowie Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn sowie der Forschungscampus Bruchsal und die Testfelder für automatisierte Logistik und Nutzfahrzeuge in Bruchsal und Heilbronn.

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  •   andi79
    (2934 Beiträge)

    03.05.2018 21:34 Uhr
    uber
    hat auch unnötigerweise den geprüften serienmäßigen notfallbremsassistenten deaktiviert. Bis jetzt ist AFAIK immer noch nicht bekannt was den Unfall verursacht hat, das war eine 0815 situation. Ich tippe auf einen programmierfehler ohne redundates System... bezweifle dass so etwas überhaupt hier auf die Straße dürfte.
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  •   andi79
    (2934 Beiträge)

    03.05.2018 10:51 Uhr
    realität
    überall, egal in welchem Bereich. Die Teststrecken sind ja bekannt, man kann sie meiden wenn man wirklich so viel angst hat.... bei vielen anderen Dingen die irgendwann getestet werden kann man das nicht. Bis jetzt gab es nur einen tödlichen crash mit vollautonomen Autos im Testbetrieb, das war ein uber und uber ist bekannt es mit vielem nicht so ernst zu nehmen... würde hier nie eine Zulassung bekommen (allein schon das deaktivieren des serienmäßigen Notfallassistenten der den Unfall verhindert hätte wäre hier ein no go). Die meisten Crashs passieren durch normale pkw die durch die aufbauten der Testfahrzeuge so abgelenkt sind dass sie nicht mehr auf den Verkehr achten.
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