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Karlsruhe Verkehr der Zukunft: Gibt es bald selbstfahrende Autos in Karlsruhe?

Wie sieht der Verkehr der Zukunft aus? Diese Frage soll künftig unter anderem in Karlsruhe und der Region beantwortet werden. Am Donnerstag gab Oberbürgermeister Frank Mentrup bekannt, dass sich mehrere Forschungseinrichtungen zusammen mit den Städten Karlsruhe und Bruchsal als Testfeld für automatisierten Fahren bewerben wollen. Sind schon bald Autos ohne Fahrer in der Fächerstadt unterwegs?

"Autonomes Fahren wird unsere Gesellschaft räumlich, technisch und sozial bewegen." Davon ist Jürgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, beim Pressetermin am Donnerstag fest überzeugt. Zusammen mit Vertretern des  Forschungszentrums Informatik (FZI), der Hochschule für Technik und Wirtschaft, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Städte Karlsruhe sowie Bruchsal stellt Beyerer an diesem Tag die Zukunft des Verkehrs vor: automatisiertes und vernetztes Fahren.

Karlsruhe soll zur großen Testzone werden

Dass Autos, Busse oder Nutzfahrzeuge künftig ohne Fahrer auskommen, ist schon lange keine fixe Idee- vor allem in der Wirtschaft ist man sich sicher, dass das die Zukunft auf den Straßen sein wird. Auf der A8 bei Stuttgart testete Daimler bereits einen selbstfahrenden Lkw. Versuche wie diese will das Konsortium - bestehend aus den Karlsruher Forschungseinrichtungen, der Fächerstadt sowie Bruchsal - jetzt auch in die Region holen. Die Idee: Ganz normale Straßen und auch Autobahnstrecken sollen zu einem großen Testraum werden.

Auf diesen Teststrecken, so der Plan des Konsortiums, sollen dann Firmen und Forschungseinrichtungen in der Region vernetztes und automatisiertes Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben können. Die dazu nötigen Fördermittel sollen dabei vom Land, den beteiligten Städten und Sponsoren getragen werden. Rund vier Millionen Euro an Eigenmitteln hat das Konsortiums schon zusammen, 2,5 Millionen Euro sollen vom Land hinzukommen.

Für die Stadt Karlsruhe sieht das Konsortium mehrere Testzonen und Strecken vor: Diese finden sich dann am Campus des KIT, in der Oststadt, dem Hauptbahnhof, in den südlichen Stadtteilen sowie auf den Autobahnstrecken bis Stuttgart und Heilbronn. Auch die Stadt Bruchsal ist nach der Planung des Konsortiums durch den Forschungscampus an das Testgebiet angeschlossen.

(In mehreren Testfeldern könnte das autonome Fahren in Karlsruhe getestet werden. Hier geht's zur größeren Ansicht. Quelle: FZI auf Basis Map data © OpenStreetMap contributors, tiles GIScience Research Group @ Heidelberg)

Karlsruher Gemeinderat gibt grünes Licht für Testregion

Der Karlsruher Gemeinderat jedenfalls ist bei den Plänen an Bord: Bei seiner Sitzung am Dienstag stimmten die Karlsruher Stadträte den Plänen des Bewerbungskonsortiums mit zwei Enthaltungen mehrheitlich zu. Mit diesem Beschluss stellt die Stadt Karlsruhe insgesamt 190.000 Euro für das Projekt zur Verfügung. Ein Teil dieser Mittel soll beispielsweise unter anderem in den Ausbau von KA-WLAN und in die Aufrüstung von Ampelsystemen fließen.

Auch die VBK soll in das Testfeld miteingebunden werden: Die Karlsruher Verkehrsbetriebe wollen das mögliche Testfeld in der Fächerstadt für die Erprobung von Elektro-Mini-Omnibussen nutzen. Gleichzeitig hat sich die Stadt durch den Gemeinderat bereit erklärt, den eventuellen Defizit und das Haftungsrisiko aus dem Betrieb des Testfeldes zu übernehmen.

Eines betont OB Mentrup am Donnerstag: Ohne die Zuschüsse vonseiten des Landes ist ein Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren in der Region nicht denkbar. Ob die finanzielle Unterstützung kommt, steht noch aus. Aktuell haben sich auch Städte wie Ulm, Stuttgart und Ludwigsburg als Testregion beworben. Karlsruhes Stadtoberhaupt ist aber guter Dinge: "Ich glaube, dass wir ganz gute Chancen haben." Die Entscheidung soll im Sommer fallen, der Testbetrieb könnte dann im Herbst starten.
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  •   andi79
    (2980 Beiträge)

    30.04.2016 15:49 Uhr
    internet
    dieser Trend wird sich doch nie durchsetzen grinsen

    @warum: weil in einem von einem Verkehrsleitsystem gesteuerten System manuelle Fahrer ein Sicherheitsrisiko dastellen und die gesteuerten Vorgänge innerhalb dieses Systems durcheinander bringen. Außerdem werden Statistiken zeigen das bei manuellen Fahrern das Unfallrisiko stark erhöht ist. Privatfahrten gehen dann noch auf privatgrundstücken oder auf Rennstrecken. Es wird so kommen, wetten? grinsen
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  •   Diplomviehwirt
    (280 Beiträge)

    30.04.2016 15:59 Uhr
    Ja,
    es wird so kommen. Aber es besteht kein Grund diese Entwicklung zu forcieren.
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  •   andi79
    (2980 Beiträge)

    30.04.2016 16:18 Uhr
    ich persönlich
    hätte nichts dagegen, die Zeit beim Autofahren ist für mich unnötig verschwendete Arbeitszeit... gleichzeitig gibts aber auch wider datenschutzrechtliche bedenken, wobei man übers handy sowie Kennzeichenscanning an Autobahnen sowiso dauernd geortet wird.

    Eines steht fest, es ist ein Zukunftsmarkt und der sollte nicht verschlafen werden.
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  •   Diplomviehwirt
    (280 Beiträge)

    01.05.2016 16:56 Uhr
    Das ist
    jetzt zB wieder was das mir vollkommen egal ist. Zahl eh überall mit Karte und das ganze Programm.
    Solange meine Frau keinen Zugriff auf die Daten hat... grinsen
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  •   silberahorn
    (10749 Beiträge)

    30.04.2016 09:54 Uhr
    ...
    "Es wird eher einem Laptop auf Rädern gleichen als einem klassischen Auto." meinte Herr Dobrindt bei einer Pressekonferenz.

    Dann düse ich im Sauseschritt nur virtuell per facebook mit. grinsen

    Aus der Sternenmitte ,von wo aus auch sonst, bei meinem hohen Alter.
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  •   Indianer
    (147 Beiträge)

    30.04.2016 00:06 Uhr
    Mich wundert dieser Artikel.
    Ein Bekannter bekommt Ende dieses Jahres die neue E klasse als selbstfahrendes Modell geliefert. Mir war bisher auch nicht bekannt, daß es dafür schon eine Zulassung geben soll. Wozu dann diese Testregionen?

    Die Folge dieser unnützen Technologie wird sein, daß bald keiner mehr fähig ist ein KFZ zu lenken. Die Mehrzahl der Verkehrsteilnemer sind eh schon überfordert. Wie kann aber ein "Fahrer" im Notfall richtig reagieren, wenn er das Fahrverhalten seines Wagens gar nicht kennt, oder noch nie aktiv am Verkehr teilgenommen hat? Dann sollte man direkt das besoffen in der selbstlenkenden Karre sitzen, legalisieren. Macht eh keinen Unterschied mehr.
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  •   HarryPotter
    (443 Beiträge)

    30.04.2016 01:17 Uhr
    Also das halt ich für ein Gerücht
    weil dem das Wiener Abkommen entgegensteht.
    Das sieht bislang vor,daß der Fahrer quasi immer die Hände am Lenkrad hat.Eine Änderung wurde zwar beschlossen,muß aber erst noch umgesetzt werden.Dann gibt es noch die Haftungsfrage der Provider.
    Wer übernimmt z.B. die Haftung nach einem Hackerangriff wenn das Fahrzeug von einem Hacker übernommen wird und mit dem Auto Schindluder treibt?
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  •   OIO
    (143 Beiträge)

    09.06.2016 09:56 Uhr
    Seit wann stellen AfD-ler
    so viele Fragen. Ihr könnt doch nur folgen oder nicht ?
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  •   Indianer
    (147 Beiträge)

    30.04.2016 03:20 Uhr
    Diese Fragen habe ich mir auch gestellt.
    Es ist eh kompletter Quatsch, den Piloten von allem zu entbinden. Die Haftung wird wohl immer zu Lasten des Schwächeren gehen. Im Falle des Unfalls wird es heißen, die Technik hat funktioniert; sie sind schuld, aber eine Zeugenaussage vom Überwacher der Technik ist nicht möglich, weil er gerade das System gecheckt hat. Er konnte leider in diesem Moment die Straße nicht beobachten. Das System geht eben vor.
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  •   andi79
    (2980 Beiträge)

    30.04.2016 07:32 Uhr
    über diese Fragen
    wird ja schon lang diskutiert und verhandelt. Effektiv wird es denke ich am Anfang so sein das die Haftung dafür von den Autoherstellern übernommen wird weil sie lieber mal ein paar hunder Mio an Schadensersatz zahlen anstatt sich einen Milliardenmarkt entgehen zu lassen.

    Effektiv sind autonome Autos (nicht Fahrassistenzsysteme wie dein bekannter sie dann hat wie z.B. Spurhalten etc.) inzwischen sehr sehr sehr weit. Ich persönlich rechne mit einer allgemeinen Straßenverkehrszulassung bis 2025... einige Experten schon 2022. Die Systeme werden auch schnell kommen da "alte" autos via Softwareupdate zu autonomen gemacht werden (Tesla hat vor kurzen ihre Autos geupdatet). Die Sensoren sind ja sowiso vorhanden, der Rest ist reine Software.

    Das Thema Sicherheit ist übrigends JETZT schon präsent... es konnten übers Entertainmentsystem mit ODB2 Anschluss bereits heute z.B. das Gaspedal (ist überall digital) manipuliert werden und es gibt auch einen Praxisbeweis dafür.
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