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Baden-Baden/Karlsruhe Verdi bestreikt acht deutsche Flughäfen, aber nicht Baden-Baden: "Es ist aber möglich, denn wir müssen uns noch steigern können"

Während an acht deutschen Flughäfen das Sicherheitspersonal streikt und viele Flüge deswegen ausfallen, hat der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gut Lachen. Der Regionalflughafen nimmt sogar noch Flüge auf, die von Frankfurt umgeleitet wurden.

Stuttgart war bereits in der letzten Woche dran, nun sind Frankfurt, Hannover oder Leipzig betroffen. An acht deutschen Flughäfen hat die Gewerkschaft Verdi das Sicherheitspersonal am Dienstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Etwa 220.000 Passagiere könnten von den Flugausfällen und Verspätungen betroffen sein.

Flughafen Frankfurt
Frankfurter Flughafen: Verdi und DBB haben das Sicherheitspersonal aufgerufen, in der Zeit von 2.00 Uhr bis 20.00 Uhr ihre Arbeit niederzulegen. | Bild: Silas Stein

Flüge aus Frankfurt werden umgeleitet

Während also am "Fraport" knapp die Hälfte der Flüge ausfällt, geht am Baden-Airpark der Alltag weiter, zumindest fast. Denn die Mitarbeiter am Flughafen haben ein wenig mehr zu tun als sonst: "Vier Flüge werden heute aus Frankfurt zu uns umgeleitet", sagt Elke Fleig, Pressesprecherin des Baden-Airparks im Gespräch mit ka-news. 

Baden-Airpark Vorfeld mit Ryanair-Maschine
(Symbolbild) | Bild: Baden-Airpark

"Wir sind froh, dass wir von dem Streik verschont geblieben sind", so die Sprecherin weiter. "Aber uns ist auch klar, dass wir auf Streiks keinen Einfluss haben!" Denn die Mitarbeiter am Sicherheitscheck seien bei eigenständigen Firmen, die am Flughafen arbeiten würden. Auch die Fluggäste seien froh, dass sie heute in Urlaub starten können, auch wenn die Anreise zum Baden-Airpark vielleicht etwas länger gedauert hat, als zum Frankfurter Flughafen. 

verdi Protest
(Archivbild) | Bild: Needham

Auf Nachfrage von ka-news erklärt Eva Schmidt, Bereichsleiterin für Besondere Dienstleistungen bei Verdi, warum es am Baden-Airpark schon in der ersten Runde des Warnstreiks ruhig geblieben ist. "Wir müssen und ja noch steigern können", so Schmidt gegenüber ka-news.

Streiks in Baden-Baden sind möglich

"Wenn die Streiks weitergehen, weil wir uns mit den Arbeitgebern nicht einigen konnten, dann ist vielleicht auch der Flughafen betroffen!" Doch vorher müsse die Gewerkschaft abklären, ob das Sicherheitspersonal überhaupt bereit sei, zu streiken. 

Warnstreik des Sicherheitspersonals
Streikposten haben während eines vierundzwanzig Stunden dauernden Warnstreiks Stellung am Flughafen Hannover bezogen. | Bild: Holger Hollemann

Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in der Branche erhöhen. Die Gewerkschaft fordert für die etwa 23.000 Mitarbeiter im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen einen Stundenlohn von 20 Euro. Für den 23. Januar ist eine weitere Tarifrunde geplant. "Ein weiterer Streik an den Flughäfen, auch in Baden-Baden, ist bis zu diesem Tag möglich", so Eva Schmidt von Verdi weiter. "Aber das würden wir rechtzeitig ankündigen!"

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Kommentare (12)
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  •   Rambazamba
    (348 Beiträge)

    16.01.2019 16:10 Uhr
    Mal ne Frage
    Die Leute werden (so nehme ich mal an) beim Vorstellungsgespräch darüber informiert, was sie verdienen. Spätestens im Arbeitsvertrag sind dann alle Konditionen vereinbart und der Bewerber unterschreibt und ist nun Mitarbeiter. Warum streikt man dann für mehr Geld?
    Zuerst die Piloten, dann die Fluglotsen, jetzt das Sicherheitspersonal... immer schön aufgestachelt von ver.di.
    Natürlich sollen Löhne fair sein und ich denke auch, dass jemand, der für die Sicherheit verantwortlich ist, dafür gutes Geld bekommen sollte. Aber ich verstehe nicht, dass man sich mit seiner Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag mit den Konditionen und dem Lohn einverstanden erklärt und danach dann doch streikt - und das (leider) zu Lasten derer, die nun wirklich nichts dafür können (Fluggäste).
    Spiel mir mal einer den Erklärbär bitte!
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  •   likeka
    (447 Beiträge)

    16.01.2019 17:30 Uhr
    Mal ne Antwort (oder ein Versuch)
    Die wenigsten Leute dürften in der glücklichen Situation sein, sich ihren Arbeitgeber nach belieben auszusuchen.
    Gerade das Flughafen-Bodenpersonal ist in aller Regel eher "geringer qualifiziert" (ist nicht wertend gemeint!).
    Dann muss man auch noch zur Arbeit kommen können (Distanz, eigenes Auto?, etc.).
    Koffer verladen ist keine so tolle Arbeit (schwere Lasten, draußen bei Wind und Wetter, ...).
    Sprich: Viele Menschen haben kaum eine Wahl, sind also froh, Arbeit zu haben (um fast jeden Preis), kämpfen jetzt aber für eine angemessene Bezahlung (von der man auch eine Familie ernähren kann.
    Andere füllen ihren Job mit Leidenschaft aus, merken aber, dass sich die Bedingungen verschlechtern (zum Beispiel in der Plege).
    Dazu kommt, dass es Berufsfelder gibt, in denen die Löhne inflationsbereinigt stagniert oder gar gesunken sind.
    Es gibt also viele gute Gründe zu streiken.
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  •   andip
    (9693 Beiträge)

    16.01.2019 08:39 Uhr
    Na ja
    Ich missgönne niemanden mehr Lohn, aber 20€ Stundenlohn für einen Beruf, für den man noch nicht einmal eine Ausbildung braucht, ist doch schon happig.
    Da gibt es viele, die für einen qualifizierten Job einiges weniger bekommen.
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  •   santana
    (1111 Beiträge)

    16.01.2019 10:40 Uhr
    @andip
    Nicht zu vergessen, dass das Sicherheitspersonal ja für die Sicherheit der Passagiere sorgt, was ja allen zugute kommt. Und das sollte auch entsprechend entlohnt werden. Oder wäre Ihnen lieber, wenn frustrierte und daher unmotivierte Leute dafür zuständig wären?
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  •   Route66
    (1754 Beiträge)

    16.01.2019 13:31 Uhr
    Santana
    Genau das ist nämlich der Punkt.
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  •   lynx1984
    (3130 Beiträge)

    15.01.2019 22:47 Uhr
    Gut für den Flughafen Karlsruhe
    schön, dass Tuifly die Urlaubsflüge für die Passagiere doch noch möglich gemacht hat und einen Bustransfer von Frankfurt aus eingerichtet hat. Ab Karlsruhe/Baden-Baden lässt sich wesentlich entspannter in den Urlaub starten als am Frankfurter Flughafen. Vielleicht sind ja einige mal auf den Geschmack gekommen.
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  •   Ökovisor
    (10 Beiträge)

    15.01.2019 15:54 Uhr
    Nötigung
    Was verdi hier betreibt ist m. E. Nötigung gegen eine unbeschreiblich hohe Zahl von Passagieren. Die empfinden mit Sicherheit, dass hier eine Form von Gewalt gegen sie ausgeübt wird. Das kann und darf so nicht sein. Die Gewerkschaft ist auf dem besten Wege dieses Land zu ruinieren. Ich kenne niemanden, der dieses Streik bejaht.
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  •   santana
    (1111 Beiträge)

    16.01.2019 10:27 Uhr
    "Die Gewerkschaft ist auf dem besten Wege dieses Land zu ruinieren."
    Da kann ich nur lachen. Da sind ganz andere Dinge besser geeignet, das Land zu ruinieren. Was ich damit meine, darf man hier ja nicht äußern ohne gesperrt zu werden.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    15.01.2019 23:03 Uhr
    Es gab in...
    ....Deutschland schön heftigere Streiks. Und komisch, das Land ging nicht unter. Was du hier von dir gibst ist dummer Unsinn . Weit weg von jeglicher Realität.
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  •   likeka
    (447 Beiträge)

    15.01.2019 16:41 Uhr
    Interessantes Verständnis
    Es gibt aus gutem Grund in Deutschland ein Streikrecht (verankert im Grundgesetz: Art.9(3) GG).
    Wenn die Zukunft Deutschlands an einem Streik scheitern soll, dann gute Nacht.
    Sollten Sie betroffen sein, dann tut mir das ehrlich leid.
    Allerdings ist das kein Grund, Streikende als Gewalttäter zu diffamieren (
    Zitat von Ökovisor Die empfinden mit Sicherheit, dass hier eine Form von Gewalt gegen sie ausgeübt wird.
    )!
    Wenn eine Gesellschaft (zumindest ein Teil der Menschen) meint, es sei "normal" für 19,99€ in Urlaub zu fliegen, sind Streiks mehr als angemessen. Wenn man sieht, für welche Dumping-Löhne teilweise Piloten, Crew und eben auch Flughafen-Personal beschäftigt werden, ist das erbärmlich.

    Schönen Tag Ihnen!
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