Karlsruhe Think Tank in Karlsruhe: Denkfabrik für Ressourcennutzung am KIT eingeweiht

Um den wirtschaftlichen Herausforderungen der Ressourcennutzung richtig zu begegnen und die Unternehmen im Land zu unterstützen, haben Land und Industrie in Karlsruhe eine Denkfabrik, ein sogenannter "Think Tank für Industrielle Ressourcenstrategien“, eingerichtet.

"Baden-Württemberg ist als rohstoffarmes Bundesland mit hohem Anteil industrieller Wertschöpfung auf den sparsamen Umgang mit Rohstoffen und die Rückgewinnung von Ressourcen aus Abfällen angewiesen", heißt es in einer Pressemitteilung. Um den ressourcenökonomischen Herausforderungen zu begegnen und die Unternehmen im Land zu unterstützen, beschloss die Landesregierung am 9. Januar 2018, gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft einen sogenannten "Think Tank Industrielle Ressourcenstrategien" zu errichten.

Umweltminister Untersteller hat die Denkfabrik am Dienstag am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eröffnet. Ressourcengewinnung, -Nutzung, -Effizienz und -Rückgewinnung liegen in der Verantwortung von Politik und Wirtschaft, machte der Minister vor den geladenen Gästen aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Verwaltung deutlich.

Mit der Denkfabrik will die Landesregierung den Dialog zwischen Industrie und Politik nach eigenen Angaben "beflügeln" um mit dem nötigen Know-how sowie der Praxisnähe der Unternehmen im Land eine zukunftsfähige und ressourcenstrategische Politik verwirklichen zu können. Begrenzte Rohstoffe spielten für die Entwicklung neuer Technologien heutzutage eine wichtige Rolle. "Gerade deshalb sehen wir es als unsere Verpflichtung an, sie nachhaltig und verantwortungsvoll einzusetzen", sagte KIT-Präsident Holger Hanselka. Er freue sich sehr, dass das KIT Beiträge zum Think Tank und damit für die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt leisten könne.

Erste Schwerpunkte der Denkfabrik sind bereits festgelegt

KIT-Vizepräsident und Sprecher der Denkfabrik, Thomas Hirth, merkte an: "Mit der Denkfabrik gehen wir den Rohstoffkreislauf ganzheitlich an: von der Gewinnung über die Nutzung bis zum Recycling, einschließlich der technologischen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen." Dabei stünden der gesellschaftliche Nutzen, der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen genauso im Fokus wie der wirtschaftliche Erfolg, so Hirth weiter.

Die ersten Arbeitsschwerpunkte der Denkfabrik "Industrielle Ressourcenstrategien" werden sich mit Fragen zur Transparenz von Rohstoffen, der gesamtheitlichen Betrachtung einer unternehmerischen Kreislaufwirtschaft unter ökologischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten sowie den Herausforderungen des industriellen Wandels an die Versorgung, Verfügbarkeit und Sicherung von Rohstoffen beschäftigen.

Hintergrund: Der Think Tank ist zunächst auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt. Die Kosten von zwei Millionen Euro im Jahr teilen sich das Land Baden-Württemberg und die Industrie. Standort der Think Tank ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ein Projektbeirat berät über die strategischen Themen und zu bearbeitenden Fragestellungen der Denkfabrik. Der Think Tank konnte bereits zahlreiche große Unternehmen und Verbände finden, die bereit sind das Projekt mitzufinanzieren. Darunter Audi, Carl Zeiss AG, Daimler, Bosch, Scholz Recycling, SchwörerHaus, Umicore, Landesverband der Chemischen Industrie Baden-Württemberg und Zeller+Gmelin.
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