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Karlsruhe Studie besagt: Karlsruher lassen sich Urlaube über 900 Millionen Euro kosten

Die Karlsruher geben mehr Geld für Urlaub, als für Lebensmittel aus. Das berichtet das Pestel-Forschungsinstitut in einer Pressemeldung. Nach deren weiteren Angaben könne die steuerliche Situation für den Tourismus noch verbessert werden.

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Insgesamt geben die Karlsruher nahezu 912 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse hervor, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative "Auf Zukunft gebucht" der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Diese wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist. Weitere 1,45 Milliarden Euro seien es im Landkreis Karlsruhe, die für Urlaube ausgegeben werden.

3.000 Euro für Urlaub, 1.800 Euro für Lebensmittel

Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen im Stadtkreis 3.000 Euro im Jahr. "Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 18 Prozent von dem Geld, das die Karlsruher ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: 10 Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie in Karlsruhe liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1.800 Euro pro Kopf und Jahr", sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit "ein starker Wirtschaftsfaktor – auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben". Das zeige, dass das "Reiseziel Deutschland" nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Dabei wäre die Attraktivität des Tourismus sogar noch zu steigern. Er könnte Urlaubern aus Karlsruhe nämlich noch mehr fürs Geld bieten, sagt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative "Auf Zukunft gebucht".

Forderung nach Steuersenkung für Restaurants

Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von Speisen an: "Es ist nicht einzusehen, warum frisch zubereitetes Essen in Restaurants nicht geringer besteuert wird – nämlich mit 7 statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dies ist schließlich bei fertigen Produkten aus dem Supermarktregal oder von der Ladentheke in Bäckereien und Metzgereien, die 'auf die Hand' verkauft werden, völlig normal. Hier wird mit zweierlei 'Steuermaß' gemessen – das ist eine Farce", sagt BTW-Generalsekretär Michael Rabe.

Die Branche appelliert jetzt in einem "Tourismus-Brief" an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein "günstigeres Reiseklima" einzusetzen. "Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen. Denn es trifft den Großteil der Bevölkerung in Karlsruhe, wenn der Staat weiterhin einen starken 'Steuer- und Gebühren-Aderlass' beim Tourismus betreibt", so Rabe. Die Tourismusbranche spricht sich in dem Parlamentarierbrief zudem für ein bezahlbares Bahnfahren aus. Hier dürfe der Staat das Augenmaß nicht verlieren.

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Kommentare (16)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (736 Beiträge)

    27.11.2017 21:35 Uhr
    Es ist schon etwas her,
    dass ich mir einen Urlaub für 900.000 Millionen gegönnt habe.

    Ein echtes Schnäppchen, mann das waren Zeiten.
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  •   art5gg
    (326 Beiträge)

    27.11.2017 17:57 Uhr
    Urlaubssperre 2018 und der Kaiserstraßentunnel ...
    ...ist bezahlt - so einfach ist das!
    2019 gibts dann noch mal Urlaubssperre in Karlsruhe und die Finanzierung für das neue Stadion und den Theaterumbau steht!
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  •   Sackgesicht
    (158 Beiträge)

    27.11.2017 20:18 Uhr
    !!!
    ... abgelehnt!!!
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  •   mueck
    (9274 Beiträge)

    27.11.2017 22:39 Uhr
    Nun hab' Dich nicht so!
    Flanieren in der fertigen Kaiserstr. ersetzt doch jeden Urlaub!
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (765 Beiträge)

    27.11.2017 16:15 Uhr
    Für 3000 Euro
    kann ich mit meiner Frau für eine Woche ins Allgäu fahren, mehr nicht. 1800 für Lebensmittel, ernähren die sich ausschließlich von Dosenravioli und Leitungswasser? grinsen
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  •   frafoe
    (661 Beiträge)

    27.11.2017 16:40 Uhr
    1800 nur für Lebensmittel ???
    Kommt mir auch sehr wenig vor. Kann das sein ? Nur ca 34 Euro pro Woche ? Wow Respekt und das soll der Durchschnitt sein ? Das muss ich mal meiner Frau erzählen, wir geben locker das 3-fache für Lebensmittel aus.
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  •   mueck
    (9274 Beiträge)

    27.11.2017 19:03 Uhr
    !
    Pro Kopf und Jahr, der Ludwig... kann also für 6000,- reisen und für 3600,- futtern ...

    In der Tat wären es nur 150,-/Nase/Monat.

    Laut Wikipedia stecken im Regelbedarf nach "Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2013": "Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren 137,66 Euro" und "Beherbergungs- und Gaststättenleistungen 9,82", unter letzteres dürfte dann der Urlaub eines Hartzlers fallen ...

    Bei 150,-/Nase/Monat läge der Karlsruher Durchschnitt also nicht viel über einem Hartzler ... Was soll uns das zu denken geben?
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  •   betablocker
    (1570 Beiträge)

    27.11.2017 20:54 Uhr
    Mir gibt
    das zu denken, dass diese Zahlen völlig falsch und frei erfunden sind. Von einem ziemlich schlechten Statiker, denn es würde einem Zehnjährigen auffallen, dass das nicht stimmen kann.
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  •   mueck
    (9274 Beiträge)

    27.11.2017 22:40 Uhr
    !
    Für das Ergebnis eines Statikers sind diese statistischen Zahlen aber eher verdammt gut!

    ;-)
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  •   mueck
    (9274 Beiträge)

    27.11.2017 23:04 Uhr
    !
    U.U. kommt es doch hin, wenn die Lebensmittelkosten wirklich nur die Kosten gekaufter Lebensmittel sind, also ohne Kantinenfraß und Gastronomie, also ohne die Hauptmahlzeit, die die meisten Kosten verursacht, die aber viele Berufstätige außerhäusig einnehmen, was den Schnitt natürlich beeinflusst ...

    Über Googeln nach den Hintergründen bin ich zuerst auf diesen Artikel gestoßen (bundesweit betrachtet nach Googleergebnissen schwankt vor allem die Höhe der Reisekosten pro Nase: je besser die Gegend, desto mehr Reisegeld, Lebensmittel schwanken weniger) und mit dem dort gefundenen Begriff auf diese Seite gekommen mit bissele Hintergrund zur Studie ...
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