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Böblingen/Karlsruhe Streiks in Karlsruhe: Südwesten läutet dritte Verhandlungsrunde ein

Begleitet von bundesweiten Warnstreiks gehen die Tarifverhandlungen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie in die nächste Runde. Auch in Karlsruhe wird zum Streik aufgerufen. Den Auftakt zu Durchgang drei macht heute erneut Baden-Württemberg, wo Arbeitgeber und IG Metall schon häufig Pilotabschlüsse ausgehandelt haben.

Danach sieht es derzeit aber noch nicht aus - besonders die Arbeitszeit-Forderungen der Gewerkschaft für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten sorgen für heftigen Streit.

Die IG Metall verlangt neben sechs Prozent mehr Lohn das Recht für jeden Beschäftigten, die Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen - mit teilweisem Lohnausgleich für bestimmte Gruppen. Die Arbeitgeber halten diese Forderung für unrechtmäßig. Sie haben eine Einmalzahlung und zwei Prozent mehr Lohn angeboten. Parallel zu den Verhandlungen in Böblingen soll die am Montag von der IG Metall begonnene bundesweite Warnstreikwelle ihren Höhepunkt erreichen.

Aufruf zum Warnstreik 2018
Flyer: Aufruf zum Warnstreik IG Metall | Bild: ka-Reporter

Wie Frederic Striegler, IG Metall Karlsruhe, gegenüber ka-news sagt, rechnet er nicht mit einem Abschluss am Donnerstag. Sollte sich diese Befürchtung bewahrheiten, soll dann ab kommender Woche größere Streikaktionen stattfinden, unter anderem auch bei Siemens und Rosenbauer in Karlsruhe oder bei Unternehmen in Ettlingen.

Am Mittwoch, 24. Januar, ist die "Zerreißprobe" angekündigt, wie es Striegler beschreibt. Komm es zu keiner Einigung, wird die IG Metall die "Zusatz-Eskalaktionsstufe" starten. Die Gewerkschaft ruft in diesem Fall zu ganztägigen Warnstreiks auf. In diesem Falle würde die IG Metall den Verdienstausfall übernehmen und den Arbeitern den Lohn zahlen.

IG Bau fordert sechs Prozent mehr Lohn

Auch die Gewerkschaft der Bauarbeiter startet in die neue Verhandlungen: In der anstehenden Tarifrunde sollen die Löhne für die Beschäftigen auf heimischen Baustellen um sechs Prozent steigen. Die rund 5.450 Bauarbeiter aus dem Raum Karlsruhe sollen mehr Geld verdienen, teilt die IG Bau in einer Pressemeldung am Donnerstag mit.

In der anstehenden Tarifrunde verlangt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) eine Lohnerhöhung von sechs Prozent über zwölf Monate. Ein Facharbeiter hätte damit am Monatsende gut 200 Euro mehr auf dem Lohnzettel, so die IG Bau Nordbaden. Weitere Forderungen sind: Ein volles 13. Monatsgehalt, die komplette Übernahme der Ausbildungskosten sowie die Fahrt zur Baustelle als Arbeitszeit. Die Tarifverhandlungen beginnen am 7. Februar in Karlsruhe. Streiks sind vorerst in Karlsruhe und Region nicht geplant.

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Kommentare (3)
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  •   Route66
    (1195 Beiträge)

    11.01.2018 16:16 Uhr
    Streik
    auf ganz hohem Niveau. Von den Gehältern und Zulagen und der 35 Stundenwoche, die die Mitarbeiter erhalten, träumen viele Arbeitnehmer. Von mir aus sollen sie ihre 4-5% Erhöhung bekommen, aber eine 28-Stunden-Woche einzufordern mit teilweisem Lohnausgleich ist schlichtweg einfach nur noch unverschämt, dreist und vernebelt. In Absprache mit dem Arbeitgeber ist es sicher möglich für eine gewisse Zeit weniger zu arbeiten, aber dann eben auch für weniger Kohle. Geht's noch? Der Arbeitgeber soll mir meine Freizeitwünsche ermöglichen? Aber das passt gut in unsere Gesellschaft. Alles haben wollen, keine Verantwortung mehr zeigen und andere sollen dafür aufkommen. Papi, Staat oder Arbeitgeber.
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  •   GOOGLE
    (26 Beiträge)

    11.01.2018 23:50 Uhr
    Typischer FDP Wähler!
    Die letzten Jahre hat die deutsche Wirtschaft Rekord gewinne gemacht, als Angestellter bemerkt man davon leider nichts. Nun will die Gewerkschaft es ausgleichen, dass sollte jeder Unterstützen. Als Unternehmer würde ich natürlich auch dagegen sein und würde die FDP wählen zwinkern.
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  •   Route66
    (1195 Beiträge)

    12.01.2018 07:02 Uhr
    Ganz falsch
    Die FDP ist für mich unwählbar. Ich bin angestellter Arbeitnehmer auf der Seite der Arbeitnehmer. Mir geht es gut. Ich habe einen guten Arbeitsplatz und verdiene für meine Leistung Geld. Aber ich finde es dreist und unanständig was die IG Metal seit vielen Jahren treibt. Hier geht es nur noch um Macht, für die Gewerkschaften. Ich bleibe dabei: wer weniger arbeiten will, kein Problem, aber dann auch entsprechend weniger Geld. Es kann nicht sein dass Kollegen 7 Stunden po Woche mehr arbeiten für das gleiche Gehalt. Lies Dir meinen Post nochmal durch, denke nach und dann antworte noch mal.
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