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Karlsruhe Staatliche Majolika in Karlsruhe: Entscheidung über weitere Zuschüsse vorerst vertagt

Um die Karlsruher Majolika Keramik Manufaktur entbrennt immer wieder eine große Diskussion, vor allem wenn es um die Finanzierung geht. Auch in der letzten Sitzung des Gemeinderats stand die Kunsteinrichtung wieder auf der Tagesordnung.

Erst wenige Tage vor der Gemeinderatssitzung im April gab es für die Karlsruher Stadträte einen Workshop zur Zukunft der Staatlichen Majolika Manufaktur. Der Grund: Die Stadtverwaltung wollte erfahren, wie es mit der Majolika weitergeht. Daher haben Mitglieder des Gemeinderats zusammen mit der Verwaltung sowie Karlsruher Kulturschaffenden Ideen und Visionen für die Fortführung der Keramikwerkstatt erarbeitet. 

Die Gemeinderatsfraktion der FDP allerdings möchte schon jetzt wissen, wie die kommunale Förderung zur Majolika Karlsruhe aussieht.

"Welche jährlichen Zuschuss hält die Stadt für erforderlich?", so die Gemeinderäte in einer Anfrage an die Stadt. Denn noch in diesem Jahr stehen die Haushaltsverhandlungen an."Deswegen wünschen wir uns einen sorgfältig ausgearbeiteten Vorschlag zur Erhaltung und dauerhaften Förderung. Wir dürfen nicht riskieren, dass die Majolika im Gemeinderat wie eine Ware auf dem Basar behandelt wird!" 

Verwaltung weiß um die finanziellen Nöte

Auch bei der Fächerstadt geht man davon aus, dass die Majolika finanzielle Hilfen braucht. "Mit dem derzeitigen Wirtschaftsmodell kann der Betrieb ohne öffentliche Zuschüsse nicht aufrechterhalten werden", so die Stadt einer Stellungnahme auf den FDP-Antrag. "Bis Anfang Juli sollen die Ergebnisse des Workshops jedoch entscheidungsreif aufgearbeitet sein!" Erst dann ergibt sich die Höhe der Förderbeträge. "Die Summen werden für die Beratungen im Gemeinderat noch vor der Sommerpause 2018 aufbereitet", schreibt die Stadt in der Stellungnahme. Daher wird erneut im Hauptausschuss vorberaten, eine Abstimmung gab es im Gemeinderat also noch nicht. 

Aktuell geht die FDP-Fraktion von jährlich 300.000 Euro aus, die die Stadt der Keramik Manufaktur zuschießen müsste. Daher fordern sie die Verwaltung auf, auf Baden-Württemberg zuzugehen. "Damit sich das Land an der 'Staatlichen Majolika' in angemessenem Rahmen beteiligt!" Dem stimmt man auch seitens der Stadtverwaltung zu. "Wir werden über eine regelmäßige Förderung sprechen, wenn das Konzept zur Fortführung der Majolika vorliegt!" 

Über 115 Jahre alt: Kulturinstitution erhalten

Ob die 1901 eröffnete Karlsruher Kunsteinrichtung kostendeckend arbeitet, ist für die Freien Demokraten nebensächlich. "Das kann in realistischer Weise auch nicht eingefordert werden. Als Kulturbetrieb sollte sie der Stadt eine moderate Förderung wert sein", so die Stadträte. Die Gemeinderatsfraktion der CDU indes sieht Wachstumschancen bei der Majolika: "Im Bereich Kunst am Bau kann Kunst geschaffen und Geld verdient werden", so die Christdemokraten in einem ergänzenden Bericht an die Presse.

Mehr zum Thema: 

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    (4089 Beiträge)

    08.05.2018 23:18 Uhr
    Vielleicht
    sollten sie mal Gregor Pasch engagieren...
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  •   teflon
    (2704 Beiträge)

    08.05.2018 18:47 Uhr
    Der Laden kann nie
    profitabel werden, weil die Herstellkosten einfach zu hoch sind und der Käufermarkt für die aktuelle Produktpalette sehr übersichtlich bzw kaum vorhanden ist
    Am Besten kleistert Karlsruhe per Dekret ab sofort jeden Neubau und bei jeder Gebäuderenovierung jeden Quadratzentimeter Fläche mit Majolikafliesen voll. Oder macht asap das defizitäre Fass ohne Boden zu
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  •   mcclaney
    (1463 Beiträge)

    08.05.2018 14:49 Uhr
    ...
    "Spätestens bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2015 soll die "Schwarze Null" stehen, so das Ziel"
    Das war 2011 das Bekenntnis der damaligen Majolikaführung, es sollte alles auf den Prüfstand und zeitgemäße Ware angeboten werden.

    2016 erklärte Käuflein im Gemeinderat, die CDU gebe der Majolika eine "allerletzte Chance"....es sollten zeitgemäße Produkte hergestellt werden. Was ist passiert?

    Jetzt haben wir 2018: Die hergestellten Waren sind immer noch hoffnungslos überteuert, die angebotenen Tassen und Teller sehen aus wie aus der Kulisse aus nem Heinz-Erhardt-Schinken und kosten soviel, dass man zur Überzeugung gelangt, die potenziell anvisierte Kundschaft muss keinen Geschmack haben, aber Geld ohne Ende.

    Es hat sich nichts getan, es wird weiter Geld versenkt. Glückwunsch.
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  •   Beiertheimer
    (1023 Beiträge)

    08.05.2018 20:46 Uhr
    Tja so ist das mit der Kunst
    Eine Minderheit stilisiert die Wichtigkeit der Kunstgegenstände ins unermessliche hoch damit dann am Ende der Steuerzahler wieder subventioniert. Wenn die Produkte halt am Markt vorbei produziert werden ist da Konzept zum Scheiten verurteilt.
    Ist doch wie bei den ganzen Film- und Musikpreisen bei denen sich die Künstler beweihräuchern wie gut sie gespielt haben und der dumme Michel rennt jeden Tag ins Geschäft und macht seinen Job ohne irgendwelche Auszeichnungen.
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