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Karlsruhe Sagen Sie, Herr Apel - wie bekomme ich einen Wiki-Eintrag über mich?

Wer kennt sie nicht: Die Wissensdatenbank Wikipedia bietet Informationen zu Ereignissen, Orten und Personen. Doch wer entscheidet, was in der Online-Enzyklopädie steht und wie bekommt man einen Eintrag über die eigene Person? Wir haben mit jemanden gesprochen, der es wissen muss: Jan Apel.

Die deutsche Wikipedia hat pro Monat ungefähr eine Milliarde Nutzer. Seit Mai 2001 sind über zwei Millionen Artikel in deutscher Sprache entstanden - weltweit waren es bis Mai 2016 sogar über 39 Millionen Einträge. Dass die Online-Enzyklopädie nach eigenem Artikel "freie, also kostenlose und zur Weiterverbreitung gedachte, unter lexikalischen Einträgen (Lemmata) zu findende Artikel" anbietet, ist allgemein bekannt.

Doch was die wenigsten Menschen wissen: Hinter Wikipedia steckt Wikimedia. Es bezeichnet Personen, die gemeinschaftlich die Wikimedia-Projekte mit Inhalt füllen, deren Inhalte nutzen oder sich anderweitig engagieren. Darunter fallen auch Wikimedia-Organisationen: die Wikimedia Foundation (die Betreiberorganisation von Wikipedia), die etwa vierzig Wikimedia-Chapter und weitere regionale Wikimedia-Organisationen.

Wikimedia Deutschland für deutschsprachiges Wikipedia

Auch in Deutschland gibt es ein sogenanntes Wikimedia-Chapter: Der gemeinnützige Verein Wikimedia Deutschland. Das Ziel des Chapters ist es, freien Zugang zu Wissen und damit auch die Sammlung, Erstellung und Verbreitung freier Inhalte zu fördern. Das erklärt Jan Apel von der Öffentlichkeitsarbeit im Gespräch mit ka-news. Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstütze der Verein verschiedene Projekte - allen voran Wikipedia.

Die Online-Enzyklopädie
Der Wikipedia-Eintrag über Wikipedia. | Bild: Screenshot

Wer legt die unterschiedlichen Artikel an?

Doch wie genau funktioniert Wikipedia? Was steckt noch hinter dem Lexikon, das ständig erweitert werden kann, ohne eine neue aufwendige Auflage zu produzieren? Apel, der mit seiner Zugehörigkeit zu Wikimedia Experte in Sachen Wikipedia ist, erklärt: "Einen Beitrag anzulegen beziehungsweise einen bereits bestehenden zu verändern oder zu ergänzen, ist im Grunde ganz einfach." Man müsse sich hierzu lediglich bei Wikipedia anmelden und Teil der Community werden. Dadurch sei das "unendliche Wissen" von jeder Person auf der Welt einpflegbar und der Hintergedanke Wikipedias - das gemeinschaftliche Arbeiten an Texten - werde erfüllt.

Jetzt kommt das große Aber: Innerhalb der Community gibt es auch Administratoren, die mit entscheiden, ob Änderdungen dauerhaft aufgenommen werden oder gelöscht werden. Allerdings können alle Bearbeitungen jederzeit von allen eingesehen werden, sodass auch diese jederzeit überprüft und gegebenenfalls wieder korrigiert werden können.

Wie bekommt man seinen persönlichen Artikel?

Um die Frage zu beantworten, ob eine Privatperson sich einen eigenen Artikel anlegen kann, sollte man sich, so Apel gegenüber ka-news weiter, die Wikipedia-Relevanzkriterien anschauen. Sie verraten, welche Gegenstände für Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia relevant sind und geben gleichzeitig Richtlinien vor: "Erfüllt ein Thema eines der hier beschriebenen Kriterien, so ist es für die Wikipedia relevant", heißt es auf der Internetseite.

Ein Beispiel: Verfügt eine Person, die sich gerne einen eigenen Artikel über sich selbst anlegen möchte, über beispielsweise das Kriterium Chefredakteur zu sein, stünden in Sachen Relevanzkriterien einem Artikel nichts im Weg. Doch auch das ginge nicht ganz so einfach: Einen Artikel über die eigene Person sollte man nicht selbst verfassen, denn: "Die 1. Regel im Wikipedia: Schreibe nicht über dich selbst", erklärt Apel abschließend gegenüber ka-news.

Noch nicht alle Details geklärt? Am Samstag, 26. Mai, ist Wikimedia Deutschland ab 10.30 Uhr zu Gast im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM): Mit Kurzvorträgen, Einführungen in die 360-Grad-Fotografie, Virtual Reality-Anwendung, einem Wikipedia-Klangerlebnis und vielem mehr kann hinter die Kulissen der freien Enzyklopädie geblickt werden.

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Kommentare (1)
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  •   Propagandahilfskraft
    (1201 Beiträge)

    27.05.2018 13:12 Uhr
    Das fehlt ein Sachverhalt?
    Was ist mit den sogenannten Sichtern? Diese haben mehr Rechte als ein einfacher Nutzer, sind aber keine Admins. Bereits diese können Einträge ändern, sperren und Nutzer rauswerfen. Kann man diese einfach mit Admins gleich setzen, so wie es der Bericht implizit macht?
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