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Karlsruhe Rekordgewinn und Ärztestreik: Städtisches Klinikum zieht Bilanz

Der drittgrößte Arbeitgeber der Region zieht Bilanz: Mit einem Gewinn von zwei Millionen Euro beendet das Städtische Klinikum Karlsruhe das vergangene Geschäftsjahr. Neue Technologien, ein größeres medizinisches Angebot, mehr Mitarbeiter und ein Zuwachs von Patienten seien die Gründe für den Rekordgewinn, teilte die Geschäftsführung bei der Bilanz-Pressekonferenz am Montag, 29. November, mit.

Ein Krankenhaus ist ein modernes Unternehmen. Ziel dieses Wirtschaftsbetriebs ist es, mit Investitionen in neue Technologien das Angebot an medizinischen Leistungen zu vergrößern, um so mehr Patienten zu gewinnen. Letztlich wird dadurch ein höherer Gewinn erzielt. Gleichzeitig soll mehr Personal und modernstes medizinisches Gerät dem Versorgungsauftrag der Klinik gerecht werden und so den Bedürfnissen der Patienten entsprechen.

In den letzten Jahren hat das beim Städtischen Klinikum Karlsruhe erfolgreich funktioniert - dies war das Fazit der Jahresbilanz-Präsentation am Montag. Das Krankenhaus hat im vergangengen Jahr einen Gewinn von zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Aufsichtsratsvorsitzender und Gesundheitsbürgermeister Klaus Stapf lobte das Ergebnis als das beste in der Geschichte des Klinikums. Zudem wurden in den beiden letzten Jahren 177 neue Vollzeitkräfte in den medizinischen und pflegerischen Bereichen eingestellt. Die Anzahl der Patientenfälle habe sich im Jahr 2009 auf 65.000 und somit um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, teilte Stapf mit.

Neueste Technologien, modernste Ausstattung

Die Stärke des Klinikums sei die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche, so Stapf. Die medizinische Versorgung würde genau den Bedürfnisse der "Kunden" entsprechen. Stapf lobte auch die technischen Neuerungen der letzten Jahre im Klinikum.

So ermögliche die neue Kurzliegestation bei planbaren Eingriffen, wie dem Einsetzen von Herzschrittmachern, einen möglichst kurzen Aufenthalt für die Patienten. Die Erweiterung der Überwachungsplätze für Schlaganfallpatienten wurde von sechs auf 16 erhöht und seit der ersten Stammzell-Transplantation im Klinikum im Dezember 2009 wurden weitere 15 Patienten mit dieser Methode therapiert. Zunehmend werden auch minimal invasive Behandlungsmethoden - also Operationen ohne komplettes Öffnen des Brustkorbs - durchgeführt.Und in der Neurochirurgischen Klinik wurde im Oktober 2010 erstmals ein "Hirnschrittmacher" implantiert.

Knapp 90 Prozent der Betten belegt

Der neue größere und kindgerechte Kernspintomograph, der Patienten mit Angst vor engen Räumen und Kindern eine angenehmere Untersuchung ermöglichen soll, zählt zu den modernsten Geräten dieser Art. Seit Inbetriebnahme werden am Tag etwa zehn Patienten mit diesem Großgerät untersucht. Aber auch Hygienebedingungen, Brandschutz und Sicherheit seien im Klinikum im letzten Jahr immer wieder Thema gewesen. "Wir kommen unserem Auftrag als Maximalversorger nach", betont der medizinische Geschäftsführer, Martin Hansis.

"Wir sind der große Regionalversorger in Karlsruhe", sagt auch der kaufmännische Geschäftsführer Ulrich Meier. Denn 80 Prozent aller Patienten kämen aus der Region. Das Klinikum sei im Jahr 2009 mit 88,5 Prozent belegt gewesen. "Ein Hotel gilt bei einer Auslastung von 65 Prozent als ausgebucht", vergleicht Meier.

Für 2011 wird weniger Wachstum erwartet

Im nächsten Jahr soll weiter in medizinische Ausstattung investiert werden. Ab 2012 soll sich das Klinikum dann auch baulich weiter entwickeln. Das Projekt "Klinikum 2015" sehe den Nebau eines Betten- und Funktionsbaus sowie neue Institutsgebäude und eine Großküche vor, so die Pläne der Geschäftsleitung.

"Das nächste Jahr werde dennoch kein einfaches Jahr. Denn es sei erstmal nicht mehr mit einem so hohen Gewinn zu rechnen", prognostizierte Meier. So hätte auch der Ärztestreik dieses Jahr einen Verlust von mindestens einer Millionen Euro zur Folge gehabt. Man sei froh, dass dieses Kapitel schließlich beendet sei, sagte Meier. Dennoch sei das Klinikum trotz aller Krisen für Ärzte als Arbeitgeber attraktiv. "Es ist zwar schwierig, Ärzte zu finden, doch im Klinikum Karlsruhe sind alle Stellen besetzt", so die Einschätzung Meiers. Mit über 4.700 Angestellten sei das Städtische Klinikum schließlich auch drittgrößter Arbeitgeber in der Region.

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Kommentare (1)
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  • unbekannt
    (441 Beiträge)

    30.11.2010 17:05 Uhr
    gewinn auf kosten der angestellten?
    wenn man sich die gehälter der angestellten ansieht, und die unterbesetzung auf den stationen + überstunden bekommt man eine ahnung, woher das plus kommt...
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