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Karlsruhe Prüfungen im AKW Philippsburg: Ungereimtheiten in 23 Fällen

Im Atomkraftwerk Philippsburg hat es noch mehr Ungereimtheiten bei vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen gegeben als bisher bekannt. Statt von 8 ist inzwischen von 23 Fällen die Rede, die nicht korrekt abgelaufen sind - das geht aus einer Mitteilung des baden-württembergischen Umweltministeriums vom Montag hervor. Demnach sollen zwei Mitarbeiter Prüfprotokolle gefälscht haben.

EnBW Logo vor Kernkraftwerk Philippsburg
Das EnBW Logo vor dem Kernkraftwerk Philippsburg. Foto: Uli Deck/Archiv |

Kraftwerksbetreiber EnBW hatte bei Untersuchungen zunächst festgestellt, dass ein Fremdfirmen-Mitarbeiter eine wiederkehrende Prüfung an einem Störfallmonitor in Block II in Philippsburg zwar dokumentiert, aber nicht durchgeführt hatte. Nun wurde bekannt, dass auch Prüfprotokolle vordatiert wurden, um verpasste Termine zu vertuschen.

Der Energiekonzern muss noch am Montag zu dem Komplex Stellung nehmen. Die Atomaufsicht hatte diese Frist gesetzt. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) will den Betrieb des Kraftwerks vorerst nicht weiter erlauben. Zudem fordert er eine bundesweite Meldepflicht solcher Ereignisse, die bislang nicht mitgeteilt werden müssen.

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Kommentare (20)
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  •   BuddyAckermann
    (138 Beiträge)

    20.04.2016 20:19 Uhr
    Keine Leiharbeitsfirma nennen
    Sie könnte Exklusivinserent bei KA-NEWS sein
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  •   Zweistein
    (177 Beiträge)

    19.04.2016 14:04 Uhr
    Leiharbeit
    Es gibt Bereiche, in denen Leiharbeit prinzipiell verboten sein sollte. Dazu gehört auch alles, was mit Sicherheit zu tun hat (in diesem Fall Strahlenschutz). Leiharbeiter haben gegenüber dem Kunden ihres Arbeitgebers so gut wie keine Rechte. Das Damoklesschwert, jederzeit abgemeldet zu werden (was oft eine Entlassung nach sich zieht), schwebt ständig über ihnen. Diese Situation wird teilweise gezielt dazu missbraucht, dem Leiharbeiter Dinge abzuverlangen, die man einem eigenen Arbeitnehmer niemals zumuten würde, weil dann sofort Betriebsrat, Gewerkschaft, Aufsichtsbehörde oder Berufsgenossenschaft auf der Matte stehen würden.
    Nirgendwo innerhalb der EU ist die Leiharbeit derart dereguliert wie in der BRD, nirgendwo wird dermaßen viel Missbrauch mit der Leiharbeit getrieben. Aber die SPD hält eisern an ihrem von Schröder festgelegten arbeitnehmerfeindlichen Kurs fest und die CDU freut sich, dass sie von der SPD hier rechts überholt wird.
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  •   Route66
    (1758 Beiträge)

    20.04.2016 16:51 Uhr
    Leiharbeit
    ist und bleibt Ausbeutung. Und wenn man für solche hochsensiblen Arbeiten Leiharbeiter beschäftigt gehört man verklagt. Meiner Meinung nach ist das eine bewusste Inkaufnahme der Gefährdung von uns Menschen. Das schlimme ist, dass die Konzerne immer wieder damit durchkommen. Wird noch besser mit TTIP.
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  •   pemax
    (6 Beiträge)

    19.04.2016 12:10 Uhr
    Leiharbeit sogar im AKW?
    EnBW wollte ja viel Geld durch Leiharbeit sparen...
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    19.04.2016 15:57 Uhr
    Wieso Leiharbeit
    Dass AKWs durch unabhängige Leute von aussen kontrolliert werden anstatt durch eigene Angestellte, die erst recht alles unter den Teppich kehren sollte eigentlich Standard sein.
    Nur sollten die ihre Arbeit natürlich auch machen.
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  •   pemax
    (6 Beiträge)

    19.04.2016 16:11 Uhr
    Es geht nicht um die Kontrolle
    Es geht um die Arbeit. Wenn diese Mitarbeiter EnBW-Mitarbeiter wären, dann hätten sie mehr Motivation ihre Arbeit gut machen, da sie bessere Arbeitsbedingungen und Lohn hätten, und Angst hätten ihren Job zu verlieren. Sie wurden auch besser geschult. Leiharbeitfirmen dagegen sorgen nur um eigene Interesse, d.h. nur um eigenen Gewinn, bieten einen niedrigen Lohn und deswegen können oft nur weinig motivierte Mitarbeiter finden.
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  •   klekipetra
    (101 Beiträge)

    19.04.2016 16:38 Uhr
    Und vor allem
    würde ich sagen, dass es für Prüfaufgaben in Atomkraftwerken qualifizierte Ingenieure braucht. Und die sind üblicherweise nicht über Zeitarbeitsfirmen zu finden.
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  •   Zweistein
    (177 Beiträge)

    19.04.2016 13:48 Uhr
    Leiharbeit - logisch!
    Nennen wir das Kind beim Namen: Leiharbeiter. Intern auch oft als "Fremdwichser", "Verbrauchsmaterial" oder "LENOR" (=leibeigener Neger ohne Rechte) bezeichnet. Das sind die ärmsten Schweine in der Hierarchie eines KKW. Typischer Spruch: "Ihr Vorgänger ist mit dieser Aufgabe aber schneller fertig gewesen. Wenn Sie es nicht schaffen, das innerhalb unserer Zeitvorgaben zu erledigen, dann müssen wir doch mal mit ihrem Chef sprechen, damit er uns jemanden schickt, der da kompetenter und schneller als sie ist!" Wenn dann was auffliegt, war der Mitarbeiter Schuld. Rückendeckung bekommt er dann nicht mal mehr von seinem Sklavenhändler, weil der es sich mit dem Kunden nicht verderben will.

    Mein Kumpel hat dieses Spiel über zwei Jahrzehnte mitgemacht, bis er dran zerbrochen ist und die Verantwortung nicht mehr tragen konnte: Bandscheibenvorfall, diverse psychosomatische Erkrankungen, therapieresistente psychische Störungen...

    Und ja, es ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs!
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  •   pemax
    (6 Beiträge)

    19.04.2016 12:29 Uhr
    Deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit?
    Wo ist es?
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  •   ka-lex
    (1638 Beiträge)

    19.04.2016 11:37 Uhr
    Blöde Situation von EnBW.
    Solange sie den Namen der Fremdfirma nicht nennen (dürfen?) bleibts halt an ihnen hängen.
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