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Frankfurt/Pforzheim Pforzheim will von JP Morgan 57 Millionen Euro zurück

Nach äußerst verlustreichen Geschäften mit riskanten Zinswetten fordert die Stadt Pforzheim von der JP-Morgan-Bank 57 Millionen Euro zurück. Die Kommune klagt vor dem Landgericht Frankfurt auf Zahlung der bereits 2006 an die Bank überwiesenen Summe. Die 25. Zivilkammer des Gerichts wird sich am Montag (11.00 Uhr) zum ersten Mal mit der Klage beschäftigen.

Logo der US-Bank JP Morgan Chase
Die JP-Morgan-Bank muss sich vor Gericht erwehren. Foto: Justin Lane/Archiv |

Die Stadt hatte sich schon 2005 auf die sehr riskanten Zinswetten - sogenannte Swap-Geschäfte - eingelassen, damals mit der Deutschen Bank. Als die Stadt damit Millionen in den Sand setzte, hoffte die Kommune, durch die Vermittlung der nun beklagten Bank mit neuen Swap-Geschäften die Fehlbeträge wieder ausgleichen zu können. Doch das Vehikel der Zinswetter erwies sich abermals als Millionengrab.

Infolge des «negativen Marktwerts» der Swaps kam es zu neuen Zahlungsverpflichtungen und Verlusten. Die Kommune beruft sich nun in ihrer Klage unter anderem darauf, von der Bank nicht ausreichend auf die Risiken der Geschäfte hingewiesen worden zu sein.

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Kommentare (4)
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  •   bimmelfuzzi
    (348 Beiträge)

    16.01.2012 13:13 Uhr
    ich seh da weniger Aussicht auf Erfolg
    denn es steht ja im Beitrag, dass man bereits vorher bei derartigen Geschäften mit der Deutschen Bank Vrluste eingefahren hatte und diese nun mit den hier beklagten Investitionen in eben genausolche Geschäfte wieder ausgleichen wollte...

    Wenn ich also beim ersten Mal beim Hütchenspiel verliere, kann ich nicht zum nächsten Hütchenspieler gehen, wieder verlieren und anschließend den verklagen, dass er mich über das Risiko nicht belehrt hat....

    Ich kann auch nicht bei Rot über ne Ampel fahren - und wenn es gekracht hat, bei ner anderen Ampel ebenfalls bei Rot fahren und sagen, ich wußte nicht um das Risiko!

    DIE, DIE DIE GESCHÄFTE GETÄTIGT HABEN UND DIE STEUERGELDER VERZOCKT HABEN, GEHÖREN IN REGRESS GENOMMEN ODER HINTER SCHLOSS UND RIEGEL
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  •   Tirak
    (562 Beiträge)

    16.01.2012 08:04 Uhr
    elementar
    Jeder Beamtenazubi im mittleren Dienst und jeder Banker im ersten Lehrjahr sowie jeder Mensch mit ebensolchem gesunden Verstand würde ohne zu zögern die Frage verneinen, ob eine Kommune derlei riskante Geschäfte machen darf.

    Sich als Stadt dann noch auf fehlerhafte Beratung zu berufen und es wagen zu klagen, ist schon dreist. Die Begründung der Stadt würde ich gerne lesen. Wahrscheinlich liegt ein medizinisches Gutachten vor, demzufolge der Kämmerer zeitweise umnachtet war.
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  •   mixe
    (1163 Beiträge)

    16.01.2012 09:20 Uhr
    ganz deiner meinung,
    viele stadtkämmerer in deutschland dachten sie können mit HOCHSPEKULATIVEN transaktionen die stadtsäckel auffüllen und haben sich- wie auch viele kleinanleger- in die nesseln gesetzt. nun heulen sie und erfinden gründe für ihr versagen. steuergelder dürfen nicht für swaps eingesetzt werden. man sollte die kämmerer mit allem was sie besitzen haftbar machen denn schließlich ist es unser steuergeld.
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  •   alpinium
    (5584 Beiträge)

    16.01.2012 11:02 Uhr
    Das interesante ist
    ein schwäbisches Unternehmen das ebenfalls sich mit SWAPs bei der Deutschen Bank verzockt hat bekam 2010 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart recht. Noch interessanter war, die Deutsche Bank hat gegen das Urteil zwar gewettert, aber keine Berufung vor dem BGH eingelegt.

    03. März 2010

    Selbiges schaffte auch ein schwäbischer Abwasserverband.
    27. 10. 2010

    Also Aussicht auf Erfolg dürfte bestehen, allerdings glaube ich nicht das es gleich vor dem Landgericht passiert.
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