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Karlsruhe Pendler in Karlsruhe: Erhöhter Berufsverkehr stellt Stadt vor Herausforderungen

Wie werden sich neue Büroflächen und Arbeitsplätze auf den Pendlerverkehr nach Karlsruhe auswirken? Die Zufahrtsstraßen in die Fächerstadt sind stark belastet, Staus keine Seltenheit. Aktuelle Baustellen verschärfen die Situation zusätzlich. Die Stadt kündigt Verbesserungen an.

Tausende Berufspendler kommen jeden Tag über die Autobahnen und Bundesstraßen nach Karlsruhe. In den nächsten Jahren werden in Karlsruhe noch mehr Arbeitsplätze entstehen. Die Fächerstadt bietet fruchtbaren Boden für Investoren. Neubauten von Ikea oder dm sprießen aus dem Boden, hinter dem Hauptbahnhof entsteht ein Gebäudekomplex für Unternehmen aus der IT-Branche und auch in der Ludwig-Erhard-Allee entstehen neue Bürokomplexe.

Schlagzeilen in Karlsruher Medien über die Attraktivität für Investoren und Bauherren, veranlassten den Stadtrat Jürgen Wenzel (Freie Wähler) zu der Anfrage an die Verwaltung, ob die Infrastruktur der Stadt Karlsruhe dem Zuwachs an Arbeitsplätzen und damit an Berufspendlern gewachsen ist. Konkret möchte er wissen, wie sich die Stadt auf den Zuwachs vorbereite, ob die Verkehrskapazitäten auf den sogenannten "Einfallstraßen" über die Pendler nach Karlsruhe kommen ausreichend sind und ob die Stadt an einem Konzept arbeite, welches Pendlerstaus zukünftig entgegenwirkt.  

Südtangente und B10

So konfrontiert Wenzel die Stadt damit, dass durch neue Büroflächen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch neue Pendlerströme entstehen werden und will wissen wie man sich darauf vorbereitet. Wenzel erkundigt sich weiterhin, in wie weit die verkehrlichen Maßnahmen in Bereichen wie der Südtangente oder B10 ausreichend sind, um Karlsruhe künftig wieder ohne Staus erreichbar zu machen.

Die Stadt verweist zunächst darauf, dass die verkehrlichen Auswirkungen aller Bauvorhaben in Karlsruhe, die in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze und in der Folge auch Verkehr generieren, generell im Rahmen von Planungs- und Genehmigungsverfahren geprüft werden.

In diesen Verfahren werde auch die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes geprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes an Verkehrsschwerpunkten wie der Südtangente oder der B10 wurde laut Stadt in den jeweiligen Verkehrsuntersuchungen nachgewiesen.

Durlacher Allee, Weinweg, Wolfartsweierer Straße

Weiter beschäftigte Wenzel die Verkehrskapazitäten auf von Pendlern frequentierten Straßen in Karlsruhe, wie der Durlacher Allee, dem Weinweg oder der Wolfartsweierer Straße sowie der Eckener-, Herrenalber- und Kriegsstraße. Die Stadt erklärt in ihrer Stellungnahme, dass man die Verkehrsanlagen in der Regel auf die Hauptverkehrszeiten eines normalen Werktages dimensioniere.

In den jeweiligen Verkehrskonzepten wurde hierfür jeweils eine ausreichende Verkehrsqualität der Qualitätsstufe D (Skala von A: "sehr gut" bis F: "ungenügend") nach dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen nachgewiesen. Sonderereignisse wie Baustellen oder Unfälle werden in diesem Zusammenhang auch vom Richtliniengeber als nicht bemessungsrelevant eingestuft, so die Stadt. Die Stadt hätte in den von Wenzel genannten Verkehrsbereichen aber noch deutlich Luft nach oben.

Pendlerströme rund um Karlsruhe gestiegen

Fakt ist: Die Zahl an Berufspendlern ist in den vergangenen neun Jahren, zwischen 2007 und 2016, kontinuierlich auf über 100.000 "Einpendler" angestiegen ist. Das belegt eine Statistik vom Amt für Stadtentwicklung im Statistischen Jahrbuch 2017 der Stadt Karlsruhe.

Waren es im Jahr 2007 noch 87.908, sind es 101.114 Menschen im Jahr 2016, die zum Arbeiten nach Karlsruhe kommen. Dabei kommen die meisten Pendler aus dem Landkreis Karlsruhe, gefolgt von der Südpfalz, den Landkreis Rastatt, der Stadt Baden-Baden und dem Elsass.

Doch nicht nur die Zahl der Pendler in die Stadt Karlsruhe ist gestiegen. Es gibt auch immer mehr Auspendler, deren Arbeitsplatz außerhalb von Karlsruhe liegt. Insgesamt 41.809 Karlsruher pendelten 2016 zwischen ihrem Wohnort und ihrem Arbeitsplatz im Landkreis Karlsruhe, Rastatt oder in der Südpfalz. 2007 waren es nur 28.919 Menschen, die von Karlsruhe in eine andere Stadt pendelten. 

Zahl der Autopendler geht zurück

Der Kraftfahrzeugbestand in Karlsruhe selbst hat sich trotz steigender Einwohnerzahlen zwischen 2013 und 2015 nur geringfügig erhöht. Von 134.780 auf 135.650 Fahrzeuge, was einem Anstieg von unter einem Prozent (0,6 Prozent) entspricht.

Insgesamt entwickle sich der Motorisierungsgrad in Karlsruhe tendenziell rückläufig, von rund 552 Autos pro 1.000 Erwachsene im Jahr 2007 auf rund 536 Autos im Jahr 2015. Bei der Verkehrsmittelwahl konnte die Stadt nach eigenen Angaben einen Rückgang von privaten Kraftfahrzeugen von 44 Prozent im Jahr 2002 auf 35 Prozent im Jahr 2012 verzeichnen. "Diese Umstände tragen wesentlich dazu bei, steigende Pendlerströme zu kompensieren", argumentiert die Stadt auf die Frage, wie sich Pendlerströme in den letzten fünf Jahren entwickelt haben.

Durlacher Allee, Ostring, Kriegsstraße

Neben der Verkehrsentwicklung in den vergangenen Jahren wollte Wenzel von der Stadt wissen, ob der Stadt Zahlen für einzelne Verkehrsknotenpunkte vorliegen. Speziell ging es um die Südtangente, die Rheinbrücke, die Durlacher Allee, den Ostring, die Ludwig-Erhard-Allee, die Kriegs-, die Herrenalber- und Eckenerstraße.

Verkehrserhebungen werden bis auf einige Ausnahmen nur Anlass- oder projektbezogen erhoben und dies auch nur an Tagen, an denen ein "durchschnittlicher Tagesverkehr" erfasst werden kann, erklärt die Stadt in ihrer Stellungnahme.

"Wegen der verkehrsrelevanten Baustellendichte in den vergangenen Jahren waren solche repräsentativen Zahlen nur sehr eingeschränkt zu erheben", erklärt die Stadt weiter. Aussagen zu generellen jährlichen Verkehrsentwicklungen über lokale Zählungen auf den Einfallstraßen lassen sich daher nicht ableiten. Allerdings bewege sich die Zahl laut Stadtverwaltung im niedrigen, einstelligen Prozentbereich.  

Verkehrsentwicklungsplan sieht Verbesserungen vor

Können Staus durch Pendler verhindert werden? Auch das will Wenzel von der Verwaltung wissen. Wie die Stadt in ihrer Stellungnahme erklärt, habe man im Jahr 2013 mit dem Verkehrsentwicklungsplan ein integriertes Handlungs- und Maßnahmenpaket beschlossen das sachgerechte Verbesserungen im gesamten Verkehrsnetz vorsehe. Dieses umfasse auch den Betrieb des Autoverkehrs in Karlsruhe.

Des weiteren beinhalte es Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr, einer fortgesetzten Förderung des Radverkehrs und Verbesserungen im Fußverkehr, so die Stadt. Über die genauen Inhalte des Handlungs- und Maßnahmenpakets machte die Stadt in ihrer Stellungnahme keine näheren Angaben.

Mehr zum Thema:

Sperrung Rheinbrücke: Mehr und längere Bahnen während Sanierung?

2017: Neuer Spitzenwert: Immer mehr Menschen pendeln nach Karlsruhe

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  •   M.S.
    (261 Beiträge)

    17.01.2018 07:32 Uhr
    war ja klar
    "Sonderereignisse wie Baustellen oder Unfälle werden in diesem Zusammenhang auch vom Richtliniengeber als nicht bemessungsrelevant eingestuft, so die Stadt"
    Und warum nicht?
    Das sind in Karlsruhe ja keine Sonderereignisse mehr, sondern gehören zum täglichen Berufsverkehr!
    Täglich zu den selben Zeiten sind die Ein- und Ausfallstrassen von und nach Karlsruhe kommend verstopft.
    Wo ist da bitte noch Luft nach oben?
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  •   andip
    (8691 Beiträge)

    17.01.2018 16:05 Uhr
    Ach was
    Unfälle und Baustellen gibt es ausschliesslich nur in Karlsruhe und nirgendwo sonst?
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  •   lynx1984
    (2891 Beiträge)

    17.01.2018 07:45 Uhr
    Das ist es ja...
    bei 100.000 Pendlern und dem regulären LKW Verkehr und PKW Verkehr durch Karlsruhe ist es höchst wahrscheinlich, dass jeden Tag was passiert. Mal mehr (Fledermaus blockiert Edeltrudtunnel) mal weniger (Reifenpanne ohne Verkehrsauswirkungen).

    Und genau solche kleinen Ereignisse haben in Karlsruhe aber immer fatale Auswirkungen - eben weil die neuralgischen Kreuzungspunkte in Karlsruhe nicht für diese Verkehrsbelastungen ausgelegt sind.
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