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Karlsruhe Öffentlicher Dienst demonstriert für mehr Lohn: "Es ist wichtig zu zeigen, dass die Forderungen ernst gemeint sind"

Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg trafen sich am Dienstag in Karlsruhe zu einer Kundgebung. Die Tarifangestellten des öffentlichen Dienstes wollen mit dem Warnstreik ihre Forderung nach mehr Einkommen unterstreichen. ka-news hat mit den Demonstranten vor Ort gesprochen: "Es ist wichtig zu zeigen, dass die Forderungen ernst gemeint sind", so ein Teilnehmer.

Die Gewerkschaften haben angestellte Lehrer sowie Mitarbeiter von psychiatrischen Zentren und weiteren Landeseinrichtungen zur Teilnahme aufgerufen. DieVerkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) informieren an den mobilen Anzeigen am Dienstagmorgen über kurzfristige Ausfälle und Verspätungen ab 11 Uhr in der Innenstadt.

Für 10.30 Uhr ist ein Demonstrationszug vom Mendelssohnplatz zum Marktplatz geplant, das teilt Verdi auf ka-news-Anfrage mit. Am Marktplatz soll um 11 Uhr die Kundgebung stattfinden. Laut Verdi-Geschäftsführer Thorsten Dossow werden zirka 400 bis 500 Teilnehmer erwartet. Grund für den Streik seien die erfolglosen Tarifverhandlungen mit den Ländern, so Dossow.

Teilnehmer fordern Gleichstellung

400 Teilnehmer fanden sich am Dienstagmorgen zum Demonstrationszug in Karlsruhe ein. ka-news hat die Veranstaltung zu Beginn begleitet und mit den Teilnehmern gesprochen. "Es ist wichtig zu zeigen, dass die Forderungen ernst gemeint sind", sagt Johannes, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, "die Länderkassen sind voll, es sollte eigentlich keine Diskussion geben müssen". Er demonstriert für sechs Prozent mehr Einkommen.

Teilnehmer Johannes. | Bild: Leonie Wiegel

Man sei aus Solidarität bei der Kundgebung, sagt Demonstrant Erick Liesecke im Gespräch mit ka-news. Liesecke selbst ist verbeamteter Berufsschullehrer - genau wie sein pensionierter Kollege Andreas Solleder. Beide demonstrieren am Dienstag für und mit ihrem angestellten Kollegen Martin Habel. Alle drei wollen auf die ungleiche Bezahlung von verbeamteten und angestellten Lehrern aufmerksam machen.

Erick Liesecke (links) und Andreas Solleder (Mitte) demonstrieren mit und für ihren angestellen Lehrerkollegen Martin Habel (rechts). | Bild: Leonie Wiegel

Die finanzielle Gleichstellung ist ein erklärtes Ziel der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), die zusammen mit Verdi und IG Bau zur Kundgebund in Karlsruhe aufgerufen haben.

"An den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen des Landes sind neben einem Gehaltsplus eine bessere Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte und der beim Land beschäftigten Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen das Gebot der Stunde", so die GEW in einer Pressemeldung zur Veranstaltung. Und weiter: "Nötig ist auch, dass der öffentliche Dienst endlich etwas gegen die skandalös hohe Zahl der Befristungen im gesamten öffentlichen Dienst und vor allem an den Schulen und Hochschulen unternimmt."

In der laufenden Tarifrunde fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Verhandlungen zwischen den Ländern - ohne Hessen - und den Gewerkschaften für die rund eine Million Beschäftigten sollen am 28. Februar und 1. März in Potsdam fortgesetzt werden. Bisher hatten die Länder kein konkretes Angebot vorgelegt.

Der Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

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Kommentare (3)
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  •   Mili
    (1206 Beiträge)

    19.02.2019 09:18 Uhr
    Bahnausfälle und Verspätungen möglich...
    um das zu erreichen, muss man doch nicht streiken.
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  •   ALFPFIN
    (6584 Beiträge)

    19.02.2019 10:06 Uhr
    Nicht
    "um das zu erreichen", das ist bereits fast täglich Normalität. Da hätte man sich, bei aller Berechtigung zu streiken, doch was anders einfallen lassen müssen. Gestern, zum Beispiel, haben sie hier nicht gestreikt, "meine" Bahn schon. Aber die hat sicher für heute schon einmal geübt. grinsen
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  •   nurdiewahrheit
    (209 Beiträge)

    19.02.2019 09:14 Uhr
    Bitte
    Jetzt noch schnell Diesel Fahrverbote aussprechen damit jeder mal kreativ werden kann. Wer nicht rechtzeitig zur Arbeit kommt oder Termine nicht einhält, sollte dann entlassen oder schwer bestraft werden!
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