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Karlsruhe Neuer Geschäftsführer der Volkswohnung: "Wir müssen mehr bezahlbare Wohnungen realisieren"

Die Volkswohnung Karlsruhe hat einen neuen Mann an der Unternehmensspitze: Seit 1. Mai 2018 ist Stefan Storz Geschäftsführer der städtischen Immobiliengesellschaft. ka-news hat mit dem 51-Jährigen über die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Karlsruher Wohnungsmarkt gesprochen.

Stefan Storz folgt auf Reiner Kuklinski (67), der das städtische Unternehmen knapp zwölf Jahre führte und im April 2018 in den Ruhestand ging. Kuklinskis Schwerpunkte waren Kundenzufriedenheit, Quartiers- und Energiekonzepte, Entwicklung neuer Stadtteile und Schaffung von neuem Wohnraum.

Planwettbewerb Daxlanden Sportareal
Reiner Kuklinski (Mitte) mit Baubürgermeister Michael Obert (links) und Jörg Aldinger (Gestaltungsbeirat Stadt Karlsruhe) im Jahr 2015 beim Planwettbewerb des Sportareals Daxlanden | Bild: ps

Themen, die auch Stefan Storz weiterhin begleiten werden. Karlsruhe ist als Wohnort attraktiv: Im Dezember 2017 lebten 305.220 Menschen mit Hauptwohnsitz in der Fächerstadt - Tendenz steigend. Und sie alle benötigen Wohnraum.

Nachverdichtung ist Thema in Karlsruhe

Wo soll der zusätzliche Wohnraum herkommen? Entweder durch Neubau in der Region oder durch Nachverdichtung - sogenannte Ergänzungsbebauung - auf bereits bebauter Fläche. "Wir sind immer auf der Suche nach Flächen, die wir nutzen können", so Storz im Gespräch mit ka-news, "wir müssen Potentiale suchen und erkennen." In der Region verstärkt die Immobiliengesellschaft ihr Engagement, hat einen Wettbewerb für die Bebauung in der Stadtmitte Rheinstetten gewonnen und wird neue Wohnungen in Stutensee bauen.

Volkswohnung Karlsruhe baut in Stutensee
So soll das neue Wohngebiet in Stutensee-Blankenloch aussehen. | Bild: Volkswohnung GmbH/Ackermann+Raff

Im Innenstadtbereich sind wiederum andere Lösungen gefragt. Grundsätzlich gibt es noch einiges an nutzbarem Flächenpotential: Großflächig versiegelte Garagenhöfe oder Parkflächen könnten künftig als Tiefgaragen unter der Erde verschwinden und so Platz für neue Wohnhäuser schaffen.

Doch Fakt ist: "Die Chancen in der Innenentwicklung sind begrenzt", so Storz. Die Herausforderung in der Wohnraumschaffung bleibt, das ausgewogene Maßnahmenpaket aus Sanierung, Neubau und Nachverdichtung für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Karlsruher Einwohner zu finden.

"Wir sind allen Karlsruher Bürgern verpflichtet"

"Wir sind allen Karlsruherinnen und Karlsruhern verpflichtet", sagt Storz im Gespräch. Mehr bezahlbarer Wohnraum ist dabei ein ebenso großes Thema wie sanierungsbedürftigen Bestand an heutige Standards anzupassen, auf demografische Entwicklungen zu reagieren und mehr barrierefreie Wohnfläche zu schaffen.

So sind beispielsweise die Liegenschaften in Oberreut, der Innenstadt-Ost sowie Zeilenhausbebauung aus den 50er und 60er-Jahren (wie in der Waldstadt) derzeit die großen Aufgabengebiete im Sanierungsbereich der Volkswohnung.

Dateiname : Neuordnungskonzept Innenstadt-Ost
Dateigröße : 290.10 KBytes.
Datum : 31.08.2018 13:32
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Bei der Schaffung von neuem Wohnraum auf dem Gebiet der Stadtentwicklung arbeitet die Volkswohnung eng mit der Stadtverwaltung zusammen: Wöchentliche Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden - aktuell noch Bürgermeister Michael Obert, ab Herbst 2018 Daniel Fluhrer - Vertretern aus dem Stadtplanungs-, Tiefbau-, Gartenbau-, Liegenschaftsamt und weiteren Ämtern sorgen für einen regen Austausch zu aktuellen und künftigen Entwicklungsmöglichkeiten. Jüngstes Erfolgsprojekt der Zusammenarbeit: Die geplante Schaffung von rund 370 neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Sportgelände in Daxlanden.

Daxlanden
So sehen die Siegerentwürfe des Architektenbüros für die neuen Wohnungen in Daxlanden aus. | Bild: Astoc Architects and Planners

Doch nicht nur mit der Stadt werden Bau- und Sanierungsmaßnahmen abgestimmt, auch mit den Mietern und Bürgern geht die Volkswohnung in die Diskussion: Viele Maßnahmen könnten im bewohnten Zustand durchgeführt werden, so Storz. Bei anderen sei man immer bemüht, Lösungen für die Mieter zu finden, adäquate Alternativen anzubieten und Bürger frühzeitig über Maßnahmen zu informieren.

"Wir verwalten einen Mangel"

Wohnraumschaffung ist und bleibt die Herausforderung der kommenden Jahre: "Wir müssen mehr bezahlbare Wohnungen realisieren und wir wollen wachsen", sagt Storz gegenüber ka-news. Den dringenden Bedarf an Wohnraum bekommen die Verwalter bei der Volkswohnung täglich zu spüren. Derzeit hat die städtische Immobiliengesellschaft einige tausend Bewerber im Pool; es müssen viele Absagen erteilt werden. "Wir verwalten einen Mangel", sagt Storz, "wir haben einen großen Bedarf, den wir derzeit nicht decken können."

Stefan Storz im Gespräch mit ka-news
Stefan Storz, Geschäftsführer der Volkswohnung Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news-Redaktionsleiterin Corina Bohner. | Bild: Alexander Hammer

Von 2012 bis 2017 hat die Volkswohnung 836 neue Mietwohnungen errichtet - bis 2020 werden weitere 423 fertiggestellt sein. Mehr als die Hälfte der noch ausstehenden Wohnungen sollen der Mietpreisbindung unterliegen. Über 215 Millionen Euro hat die Volkswohnung für diese Maßnahmen der vergangenen fünf Jahre investiert, das geht aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervor. Gegenwärtig befasse man sich intensiv mit dem Bauprogramm bis 2030, so Storz im Gespräch.

Noch in diesem Herbst stehen zwei Richtfeste an: im September für eine Kita in Oberreut, im Oktober für das Ortsteilzentrum im Neubaugebiet "Knielingen 2.0". "Wenn man das alles entstehen sieht, ist es der tollste Job, den man haben kann", sagt Storz.

ka-news-Hintergrund

Die Volkswohnung Karlsruhe ist eines der drei großen Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg und der größte Vermieter der Fächerstadt. Als Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Karlsruhe, gegründet 1922, besitzt sie über 13.200 Mietwohnungen und rund 240 Gewerberäume. Als Bauträger hat sie zudem mehr als 3.000 Eigentumsobjekte erstellt und verwaltet für Dritte auch Einheiten in Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Zur Volkswohnung GmbH gehören zwei Tochterfirmen: Die Volkswohnung Service GmbH und die Volkswohnung Bauträger GmbH. Weitere Beteiligungen hat sie an der Konversionsgesellschat Karlsruhe mbH (KGK), der Karlsruher Energieservice GmbH (KES), der Entwicklungsgesellschaft Cité mbH in Baden-Baden und der Wohnbau Wörth am Rhein GmbH.
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Kommentare (20)
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  •   dipfele
    (4866 Beiträge)

    07.09.2018 13:57 Uhr
    Das Neuordnungskonzept....
    … Innenstadt Ost bedeutet nichts anderes, als das Rausreissen der Gleise und Abholzen der Platanen in der Kaiserstrasse Ost mit Zuschüssen aus Sanierungsmittel des Landes. Die Kaiserstrasse Ost wurde vom Tunnelbau überhaupt nicht tangiert und ist in einem einwandfreien Zustand. Es ist unverständlich, dass das Land hier Sanierungsmittel genehmigt, die möglicher Weise an anderer Stelle im Land fehlen.
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  •   Nachteule
    (523 Beiträge)

    07.09.2018 13:49 Uhr
    www.rahmenplan.eu
    Und hier kann man nachlesen, wie das geht mit der Nachverdichtung..
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  •   Malerdoerfler
    (4560 Beiträge)

    06.09.2018 18:56 Uhr
    Aber bitte keine 08/15
    Massenware, die das Stadtbild verschandelt.

    Davon haben wir genug. Da will nach einer gewissen Zeit doch niemand mehr freiwillig drin wohnen.
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  •   freigeist
    (457 Beiträge)

    06.09.2018 18:08 Uhr
    Schaut man sich
    die Bebauungspläne von Daxlandn an wird einem ganz übel.Wer kommt auf solch eine Idee und möchte diese riesen Häuser in das vorhandene Umfeld pflanzen.
    Jedenfalls wird so das nächste Getto hochgezogen.
    Vielleicht solte auch mal die Volkswohnung einen anderen Generalunternehmer außer Weisenburger Bau nehmen. Für die ist ja die Stadt und auch die Volkswohnung schon eine Gelddruckmaschine geworden.
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  •   karlsruher1955
    (1063 Beiträge)

    07.09.2018 06:33 Uhr
    Richtig
    Dem ist nichts hinzuzufügen in jeder Form
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  •   kommentar4711
    (1929 Beiträge)

    06.09.2018 18:23 Uhr
    Antwort auf "Schaut man sich"
    Irgendwas muss man ja dafür tun, dass Weisenburger die Zentrale nach KA verlegt. Und wenn man sich mal mit Mietern der letzten Neubauten über die ganzen Baumängel unterhält muss man sich lange Zeit nehmen.
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  •   IchKA
    (560 Beiträge)

    06.09.2018 17:59 Uhr
    Diese PR-Fotos
    sind so peinlich und sitzen so schlecht wie Oberts Anzüge. "Wir müssen mehr bezahlbare Wohnungen realisieren und wir wollen wachsen". Seit Jahrzehnten muss sich die Bürgerschaft diese Plattitüden anhören, insbesondere vor Wahlen. Nur von den ehemaligen 3 Millionen BRD Sozialwohnungen gibt es nur noch eine Million. Angesichts des Rentendebakels kann man hier nur von garvierendem Politkversagen sprechen. Die Volkswohnung GmbH ist schon lange nicht mehr eine Einrichtung für Normalverdiener und mutierte zur Cashcow für die maroden Stadtfinanzen mit Preisen für Neubauwohnungen an der oberen Grenze. Kein Unterschied mehr zu rein renditeorientierten Bauträgern und Spekulanten, die unangefochten ihre Geschäfte erlaubt kriegen mit ein paar wenigen Alibisozialwohnungen in homöpathischen Dosen. Das alles rächt sich selbst, denn Durchschnittsrentner mit 950.- werden sich ohnehin das fehlende Geld wieder vom kommunalem Sozialamt zurückholen. Die gute Nachricht: In wenigen Tagen ist Obert weg.
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  •   Susanne91
    (29 Beiträge)

    06.09.2018 17:31 Uhr
    Der Storz muss ufräume und fertig isch!
    Und s Städdle muss gugge dass der ned so korupt wird und sich ned selber eh Wohnung baut alá Kuklinsiki. Aber da isch au der Ufsichtsrat gefragt und de Bürger. Und die müsse alle gugge dass der Storz die Leut ned ufm Golfplatz eistellt alá Kuklinski. Gude Leud braucht VOLKSWOHNUNG für de Soziale Wohnungsbau und ned so n unzufriedena Eierhaufe. Ha isch doch so.
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  •   Mili
    (983 Beiträge)

    06.09.2018 12:06 Uhr
    Ja und ?
    Dann mach's halt. MACHEN nicht schwäzten.
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  •   Mensch
    (1 Beiträge)

    06.09.2018 17:16 Uhr
    "Wir sind allen Karlsruherinnen und Karlsruhern verpflichtet"
    Eine Schande, was mit Wohnraum gemacht wird. Ich rufe alle Bürger/Innen dazu auf sich dieses Gebäude der Volkswohnung im Stadtteil Dammerstock im Falkenweg zu anzusehen. Dieses Gebäude ist teilweise bewohnt. Menschen leben hier unter Umständen die kaum zu ertragen sind. Ihnen wird jede Lebensqualität durch solches Wohnen abgesprochen. Einer Frau wuchert ihr Balkon seit Jahren so zu, dass nicht einmal Sonnenlicht durch die Fenster dringen kann. Völlig menschenunwürdig, was sich die Volkswohnung hier erlaubt.
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