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Karlsruhe Nächstes Projekt Fleischmarkthalle: Land fördert Umbau Alter Schlachthof bis 2020

Seit der Stilllegung des Schlachthofes 2006 befindet sich das Areal an der Durlacher Allee im Wandel. Seit Jahren verwandelt sich das Gelände von einem alten Industriestandort in ein neues Zentrum für Kultur- und Kreativschaffende sowie künstlerisches Gewerbe. Viel wurde bereits umgebaut und -gestaltet, aber noch sind nicht alle Pläne für das Areal umgesetzt...

Vor zwölf Jahren wurde der Karlsruher Schlachthof an der Durlacher Allee offiziell stillgelegt. Seitdem wird das über sieben Hektar große Areal in ein Zentrum für Kultur- und Kreativschaffende sowie künstlerisches Gewerbe verwandelt. Inzwischen hat sich auf dem ehemaligen Schlachthofgelände eine Plattform für verschiedene Zwecke entwickelt: Hier tummelt sich Kunst und Kultur neben Gastronomie, IT-Büros und Start-ups.

Alter Schlachthof Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Doch woher stammt die Idee, kreative Köpfe auf einem alten Schlachthofareal anzusiedeln? Offiziell begann die Umwandlung mit der Initiative "Kultur- und Kreativwirtschaft", die im Herbst 2007 von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Daraufhin begann die Fächerstadt mit der rechtlichen und infrastrukturellen Umsetzung aus dem Schlachthofareal ein Zentrum für Künstler, kulturelle Einrichtungen und kreatives Gewerbe zu machen. 

Alter Schlachthof
Blick auf die ehemalige Wiege- und Markthalle: Seit 1992 befinden sich hier die Veranstaltungsräume des Kulturvereins Tollhaus. | Bild: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVf 356

Sanierung und Umbau

Zum Stadtgeburtstag 2015 war die Ideenfindung zur Verwandlung des Gebietes bereits weitestgehend abgeschlossen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Umsetzungsphase. Die Bestandsgebäude, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden, wie beispielsweise der Schweinestall, die Fettschmelze, das Kühlhaus oder der Großviehstall, sind bereits saniert und dienen inzwischen als Büro- und Atelierräume. Auf den bisweilen freien Flächen, auf dem sogenannten Viehhof, sollen nach und nach Neubauten errichtet werden.

Ein großes Sanierungsprojekt stellte der 2017 beendete Umbau der ehemaligen Großmarkthalle dar. Zu den Baumaßnahmen gehörten ein neuer Dachaufbau zur Lichtgewinnung, der Einbau der Module in die Verkaufshalle, die Kernsanierung des Altbaus mit der Wiederherstellung der historischen Fassade sowie die technische Ausrüstung. In dem Gebäude sind nun Räume mit Werkstattnutzungen für beispielsweise eine Buchbinderei, Kunstschmiede, Glasbrennerei, Goldschmiedekunst, Instrumentenbau, Schneiderei oder ein Fotoatelier entstanden.

Die Rückseite des Kreativwirtschaftszentrums vom Messplatz aus betrachtet. | Bild: Melanie Hofheinz

Raum für Start-ups

Unter der Projektleitung der Karlsruher Fächer GmbH & Co. Stadtentwicklungs-KG werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, der Wirtschaftsförderung und dem Verein "ausgeschlachtet e.V.", wie bereits erwähnt, die Schaffung von neuem Raum verfolgt und - neben der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäudekomplexen und den Schlachthallen - der Gebäudebestand durch Neubauten ergänzt. Zwei dieser Neubauten sollen insbesondere jungen Unternehmen Raum für Entwicklung geben.

Ein dreigliedriges Konzept sieht vor, dass sich frisch gegründete Unternehmen im Existenzgründerzentrum "Perfekt Futur", das sich in der ehemaligen Schweinemarkthalle befindet, ansiedeln können. Bereits gewachsene Start-Ups kommen ins "Festigungs- und Wachstumszentrum", das 2018 fertiggestellt werden soll.

Die Frontseite des späteren Kreativwirtschaftszentrums. | Bild: Melanie Hofheinz

Schon etablierte Unternehmen können im geplanten "Kreativwirtschaftszentrum" angesiedelt werden. Die beiden Neubauten werden im östlichen Teil des Alten Schlachthofs, im sogenannten Viehhof zu finden sein, grenzen direkt an den Messplatz und haben eine identische Kubatur.

Ausbau kann bis 2020 weiter gehen

Da die bisherige Befristung der Sanierung des Areals am 31. Dezember 2018 ausgelaufen wäre, stand das Thema "Alter Schlachthof" auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung im April. Mit einem Bescheid des Landes wurde der Bewilligungszeitraum der Förderung im Rahmen der Städtebauförderung bis zum 30. April 2020 verlängert. Den laufenden Modernisierungs-/Umbaumaßnahmen, sowie den noch geplanten Maßnahmen steht also nichts im Wege.

Zu den bevorstehenden Projekten gehören beispielsweise die Umbaumaßnahmen der ehemaligen Fleischmarkthalle zu einer "Gemeinbedarfseinrichtung" und der Umbau des elf Meter hohen Kesselhauses in das "Haus der Produktionen". Dieses soll Anfang 2019 eröffnen und die Tanzschule "xtra dance", den "Werkraum Karlsruhe", die Tollhaus Zirkusakademie und das "Maschinenhaus" beherbergen.

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Kommentare (4)
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    21.05.2018 21:31 Uhr
    Brücke
    Richtig, die Schweine wurden angeliefert und von dort an zwei Tagen der Woche zum schlachten über die gesperrte Straße getrieben.
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  •   Route66
    (1751 Beiträge)

    21.05.2018 10:41 Uhr
    Schweinestall?
    Ka news, das war kein niedlicher Schweinestall. Das war ein Schlachthof, hier wurden Tiere zur Tötung und zum Schlachten angeliefert. Diese Überschrift ist mehr als peinlich.
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  •   chris
    (666 Beiträge)

    21.05.2018 10:01 Uhr
    positiv
    sehe diese Entwicklung am Stadtrand positiv. Bin mal gespannt wie der Bau des Messplatzes von statten geht, wenn die Mess zum Tivoli zieht. Eine neue Sporthalle auf dem jetzigen Messplatz mit Multifunktionsdach wäre perfekt. Kann mir aber auch ein Hochhaus als Symbol für Karlsruhe vorstellen 200 m hoch mit Büroflächen, Wohnungen und Geschäften und gar Hotel. Als Spitze die Karlsruher Pyramide. Viel ist denkbar.
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    (4089 Beiträge)

    21.05.2018 16:15 Uhr
    Mess
    auf dem Tivoli? Besteht die dann aus einem Bratwurststand oder wie muss man sich das vorstellen?
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