36  

Karlsruhe Nachfrage aus dem Ausland lässt nach: Bei Michelin in Karlsruhe werden Stellen abgebaut

Bei Michelin Reifenwerke in Karlsruhe werden Stellen gestrichen. Das bestätigt die Unternehmenskommunikation gegenüber ka-news. Die genaue Zahl der Entlassungen blieb offen, ein Insider berichtet gegenüber diesem Medium aber von rund 80 Mitarbeitern, die gehen müssen.

Beim Reifenhersteller "Michelin" in Karlsruhe gibt es personelle Umstrukturierungen. Das hat der Konzern gegenüber ka-news bestätigt. Zuvor hatte ein Insider der Redaktion von den Entlassungen berichtet. "Die Geschäftsführung der Michelin Reifenwerke in Karlsruhe hat gemeinsam mit den Sozialpartnern entschieden, die Reifenfertigung von einem 4-Schicht-System in ein 3-Schicht-System umzustrukturieren", heißt es nun von offizieller Seite.

"Diese Maßnahme dient der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und orientiert sich gleichzeitig an den veränderten Märkte", so die Stellungnahme weiter. In Karlsruhe würden vor allem Reifen gefertigt, die für den Export vorgesehen sind. Hier sei die Nachfrage zunehmend gesunken. Mit der Umstrukturierung solle die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Konzerns gesteigert werden.

Bis zu 80 Mitarbeiter sollen betroffen sein

Zu dieser Steigerung gehört laut der Sprecherin auch die "Anpassung von Arbeitsstellen". Das würde vor allem Leiharbeiter betreffen, die freigesetzt werden. "Zu inhaltlichen Details der Maßnahme und zu Geschäftszahlen nehmen wir keine Stellung", heißt es abschließend.

Der ka-Reporter, der anonym bleiben möchte, scheint aber Details zu kennen: Er spricht davon, dass bis zu 80 Mitarbeiter entlassen werden. "Es geht auch um viele Leiharbeiter, die schon Jahre für Michelin gearbeitet haben", berichtet er weiter.

Auch Konkurrenz ist von veränderter Nachfrage betroffen

Der Stellenabbau bei Michelin erinnert an eine ähnliche Situation beim Konkurrenten Goodyear. Ende 2016 wurde bekannt, dass das Werk in Philippsburg geschlossen wird. Auch hier wurde als Begründung eine veränderte Nachfrage angegeben. Dort haben rund 890 Mitarbeiter ihren Job verloren.

Mehr zum Thema:

Seit 85 Jahren: Michelin Werk in Karlsruhe feiert Jubiläum

Goodyear-Schließung in Philippsburg: Arbeitnehmer stimmen Sozialplan zu

Reifenwerk in Philippsburg schließt: Rund 890 Jobs werden gestrichen

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (36)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   NeoTiger
    (725 Beiträge)

    19.10.2018 12:38 Uhr
    Die Leiharbeiter haben ja eine Festanstellung bei einer Zeitarbeitsfirma. Daher können sie unbegrenzt beschäftigt werden.

    Woran du denkst ist vermutlich direkt aber nur befristet angestellte Mitarbeiter, für die es zeitliche Grenzen gibt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   smuudo
    (211 Beiträge)

    19.10.2018 12:54 Uhr
    Nicht wirklich
    Bei der Zeitarbeitsfirma schon aber nicht beim Entleiher. Es muss vermieden werden, dass Unternehmen sich aus der Verantwortung der Festanstellung herauswinden kann und gezwungener Maßen
    angehalten wird, Planstellen mit Festpersonal zu besetzen. Finde ich mehr als fair. Wieso soll ein guter Zeitarbeitnehmer nicht festangestellt werden... weil falls einem die Fresse nicht passt er ohne Probleme ersetzt werden kann. Einfache Sache für den Entleiher. Die Tricks gehen weiter: Sollte nach 18 Monaten ein Zeitarbeiter doch übernommen werden, dann nur befristet. Dies kann bis zu dreimal wiederholt werden, ehe der Mitarbeiter einen Festvertrag bekommt. Bis dahin kann ich mich immer noch ohne dem Risiko einer Abfindungsklage (immer zum Ablauf der Frist) vom Mitarbeiter trennen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   smuudo
    (211 Beiträge)

    19.10.2018 12:36 Uhr
    Arbeitnehmer-Überlassungsverordnung
    Normalerweise gilt 18 Monate, dann entweder Übernehmen oder Austauschen.
    Tricks: Entweder Leiharbeiter eine dreimonatige Pause gönnen und dann wieder für 18 Monate anstellen oder von Arbeitsstätte A zu B wechseln lassen und zurück. Praktisch ein rotierendes System.
    Bis auf den Vorteile der Flexibilität bei Stellenabbau ohne rechtliche Schritte befürchten zu müssen, sehe ich einen Überschuss an Leiharbeiter für die Personalkostensituation sowieso kritisch. Ein Leiharbeiter ist nicht billig.. und stellt mit unter den größeren Kostenfaktor dar. Hinzu kommt die Identifikation und Treue mit dem Unternehmen, die ggf. in einer kurzen Einsatzzeit nicht wirklich vorhanden sein kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Sign
    (40 Beiträge)

    19.10.2018 12:33 Uhr
    Leider JA
    Ja es ist zulässig...

    Könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass die SPD aktuell bei 14 % steht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   glaubnetalles
    (399 Beiträge)

    19.10.2018 13:24 Uhr
    Ob die
    SPD das begreift?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    19.10.2018 12:08 Uhr
    Natürlich,
    da gibt es genug Tricks.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.