Browserpush
11  

Karlsruhe MiRO-Chef Schairer: "Bedingungen für neues Kraftwerk weiterhin unklar"

Im September wechselte die technische Geschäftsführung der Karlsruher Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG (MiRO). Der neue Chef heißt Ralf Schairer - ka-news hat ihn nach den Herausforderungen, Firmen-Zielen, der zweiten Rheinbrücke und dem geplanten Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk gefragt.

Welche Herausforderungen kommen aus Ihrer Sicht in den folgenden Jahren auf die MiRO zu?

Die Herausforderungen sind unverändert: Der Markt benötigt langfristig immer weniger von unseren Produkten, dem stehen steigende Kapazitäten durch Erweiterungen oder Neubau von Raffinerien, vor allem im Mittleren Osten und Asien, gegenüber. Vor diesem Hintergrund ist und wird es sehr wichtig bleiben, wettbewerbsfähig zu bleiben und durch Innovation Kosteneffizienz und Margenverbesserung voranzutreiben.

Was sind Ihre Ziele, die Sie mit dem Unternehmen unter Ihrer Leitung, in den kommenden Jahren erreichen wollen?

Grundvoraussetzung für eine starke Wettbewerbsposition ist der reibungslose Raffineriebetrieb mit guten Ergebnissen in der Prozess- und Arbeitssicherheit sowie einer hohen Verfügbarkeit der Anlagen. Hier gilt es für kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung zu sorgen und unseren Spitzenplatz in unserer Industrie zu verteidigen, zum Beispiel durch Zukunftsinvestitionen wie den Ersatz der Coker-Reaktoren im Werkteil 2.

2020 soll das neue Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) auf dem MiRO-Werksgelände in Betrieb gehen. Wie ist der aktuelle (Planungs)Stand?

Das GuD ist "on hold", die politischen Rahmenbedingungen sind weiterhin unklar und nicht geeignet für eine langfristig sichere Investitionsgrundlage. Derzeit wird das KWK (Kraft Wärme Kopplung) Gesetz novelliert, und man muss abwarten, was dies an Neuerungen bringen wird.

Prinzipiell bin ich der Meinung, dass der Synergieansatz eines Gaskraftwerkes im Verbund mit einer Raffinerie vor dem Hintergrund der zuverlässigen Stromversorgung in Verbindung mit den von der Regierung gesetzten Zielen für erneuerbare Energien technisch sehr viel Sinn macht. Es ist nun mal so, dass die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer bläst, in solchen Fällen benötigt man in sehr kurzer Zeit große Stromreserven, welches ein GuD sicherstellen könnte.

In Sachen zweite Rheinbrücke herrscht aktuell Stillstand, die Kombilösung war bis vor Kurzem beim Bundesrechnungshof zur Finanzierungsüberprüfung - wie wichtig sind diese Infrastrukturprojekte aus Sicht einer der größten Arbeitgeber der Region?

Sehr wichtig - nicht nur für unsere eigenen Mitarbeiter, Partnerfirmen und Zulieferer. Unsere Produkte verlassen zu rund 2/3 die Raffinerie per Tanklastwagen, um die Versorgung der Tankstellen im Südwesten sicherzustellen. Die Karlsruher Rheinquerung ist ein substanzieller Infrastrukturbaustein, welcher funktionieren und langfristig sichergestellt werden muss. Ich war überrascht von der Vielfalt der Diskussion und den unterschiedlichen Vorgehensweisen der beiden Landesregierungen.

Die Fragen stellte Corina Bohner.

ka-news Hintergrund:

Ralf Schairer übernahm zum 1. September 2015 die Position des technischen Geschäftsführers und Sprecher der Geschäftsführung der Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG (MiRO)von Hans-Gerd Löhr. Löhr war 14 Jahre lang im Amt. Diplom-Ingenieur Ralf Schairer war zuletzt Raffinerieleiter der Samref in Saudi Arabien (Joint Venture von ExxonMobil und Saudi Aramco).
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (11)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Garrincha
    (845 Beiträge)

    09.10.2015 11:01 Uhr
    jaja der Ralf Schairer
    hat wiieder mal was aus der Mottenkiste gezaubert, an die Investition glaubt doch kein Mensch mehr zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   eh_wessi
    (254 Beiträge)

    09.10.2015 10:24 Uhr
    Zum Thema Infrastruktur hätte sich Herr Schairer...
    ...ruhig etwas deutlicher äußern können.
    Die Diletantten des Stadtrats und ihr Oberbürgermeister (der sich aufs dilettieren besonders gut versteht) werden solche vorsichtigen Andeutungen nicht kapieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Sackgesicht
    (182 Beiträge)

    09.10.2015 09:50 Uhr
    Da geht mir regelmäßig der Hut hoch
    wenn jemand heute noch ein GuD-Kraftwerk bauen will.
    "Die Sonne scheint nicht immer und der Wind bläst nicht immer"
    Mein Gott, dann schaut doch mal etwas nach links. Da fliesst der Rhein mit einem Potenzial das deutlich mehr leisten könnte, wenn man es nur wollte.
    So, jetzt geht´s mir wieder besser.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   StehAufMaennchen
    (137 Beiträge)

    09.10.2015 14:12 Uhr
    Wasserkraft ist mit einer der saubersten und billigsten Energiequellen.
    Nun ist es aber so, daß man schon zur Mittagszeit Wasserkraftwerke am Rhein abschaltet, wenn zuviel von dem teuren und umweltfeindlichen Solarstrom zur Verfügung steht und verbraucht werden muß. Denn Wasserkraftwerke lassen sich leichter als ein Kohlekraftwekr hochfahren .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beiertheimer
    (1361 Beiträge)

    09.10.2015 11:20 Uhr
    Die Miro braucht außer Strom
    auch Prozeßwärme. Dies nur mal so als Gedankenanstoß. Deshalb eine GuD-Anlage.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kommentar4711
    (3414 Beiträge)

    09.10.2015 10:14 Uhr
    Wasserkraft
    Wasserkraftwerke im Rhein kann es nicht mehr viele geben. Man muss dazu ja den Rhein auf eine gewisse Höhendifferenz aufstauen damit ein Kraftwerk funktioniert, und da ist nicht mehr viel machbar. Abgesehen davon sind die Kosten beträchtlich und die Nennleistung einer Staustufe für die Gesamtversorgung relativ unbedeutend. Das einzige was im Rhein noch sinnvoll machbar ist: Bestehende Anlagen ausbauen / modernisieren, so wie es jüngst in Iffezheim geschehen ist.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Sackgesicht
    (182 Beiträge)

    09.10.2015 10:36 Uhr
    Aufstauen
    war gestern.
    Mittlerweile gibt es höchsteffiziente und wartungsarme Strömungsturbinen die in fast beliebiger Anzahl neben der Fahrrinne für die Binnenschifffahrt eingebaut werden können und bei den örtlichen Strömungsverhältnissen in Summe für eine ordentliche Leistung sorgen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Beiertheimer
    (1361 Beiträge)

    09.10.2015 11:18 Uhr
    Und die Fische in den Strömungsturbinen
    sind die dann gleich filetiert oder nur gehäckselt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kommentar4711
    (3414 Beiträge)

    09.10.2015 11:01 Uhr
    Jeder Strom...
    ... bremst seine Ursache ab. Baut man den Rhein voll mit zu vielen solcher Strömungsturbinen bremsen diese in Summe den Rhein zu stark ab so dass es zu deutlich mehr Ablagerungen von Sediment kommt, mehr ausgebaggert werden muss (und dabei die Turbinen dann im Weg sind), ... .
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Sackgesicht
    (182 Beiträge)

    09.10.2015 11:06 Uhr
    ...und wir dann
    schuld sind, wenn die Schweiz im Hochwasser versinkt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen