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Karlsruhe Mehr Verkehrssicherheit und Komfort: Karlsruher Wissenschaftler testen am Mühlburger Tor neue Fußgängerampel

Mitte Oktober startete an der Haltestelle Mühlburger Tor das dritte Realexperiment des Forschungsprojekts "GO Karlsruhe" der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe. Wissenschaftler wollen die Verkehrssicherheit sowie den Komfort für Fußgänger bei der Straßenquerung an der Haltestelle Mühlburger Tor verbessern.

Bis Dezember diesen Jahres ist am Mühlburger Tor die Überquerungsmöglichkeit der Straße verändert. Auf beiden Seiten der Haltestelle wurde die Fahrbahn über Markierungen und sogenannte Leitschwellen auf jeweils einen Fahrstreifen reduziert. Hierdurch wird es Fußgängern möglich auch ohne Ampel über die Straße gehen zu können. Zudem werden die Aufstellflächen für Fußgänger verdoppelt. Verkehrsteilnehmer, die lieber signalgesichert über die Straße wollen, können die zusätzlich installierten Bedarfsampeln nutzen.

Nutzer der App meldeten die für Fußgänger kritische Situation an der Haltestelle, die sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite von einer zweispurigen Straße mit Radfahrstreifen flankiert wird. Eine Fahrbahnquerung zur oder von der Haltestelle war also nur mithilfe einer Ampelanlage möglich. Über die "GO-Karlsruhe"-App und Webapp wurden lange Wartezeiten an diesen Ampeln gemeldet. Zudem wurde bereits bei einer vorausgehenden Untersuchung eine hohe Anzahl über 'Rot' laufende Fußgänger festgestellt.

Geringe Fläche für viele Fußgänger

"Insbesondere der nördliche Übergang auf der Höhe des Helmholtz-Gymnasiums zeigt eine hohe Anzahl von Rot-Querungen“, gibt Robert Blaszczykvon der der Hochschule Karlsruhe die Ergebnisse wider. "Die Analyse ergab zum Teil einen Spitzenwert mit einem Anteil bei über 'Rot' laufenden Fußgängern von knapp 50 Prozent. Neben der Anzahl wurde auch die Motivation zum Rot-Queren beobachtet: in 95 Prozent der Fälle überquerten die Fußgänger die Straße bei rot, weil zu diesem Zeitpunkt keine Autos zu sehen waren und aus Sicht des Fußgängers somit keine Gefahr von der Überquerung ausging", so Blaszczyk weiter.

Fußgängerampel in Karlsruhe
(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Eine weitere sicherheitskritische Situation konnte in den Zeiträumen zu Schulbeginn und -ende beobachtet werden: Die Aufstellfläche vor den Ampeln auf der Seite der Haltestelle reicht für die Anzahl der querenden Fußgänger nicht aus und beim Umschalten auf Grün kommt es zu Konflikten mit den entgegenkommenden Fußgängern. So standen zum Teil immer noch Fußgänger auf der Fahrbahn, als die Ampel für die Autofahrer bereits auf Grün geschaltet hatte.

Maßnahmen sollen Autoverkehr nicht überwiegend beeinflussen

Mit den nun installierten Maßnahmen des Reallabors soll sich die Wartezeit für Fußgänger an dieser Stelle reduzieren und die Querung sich aufgrund der Erweiterung des Wartebereichs wesentlich sicherer und angenehmer gestalten. "Aufgrund des geradlinigen Verlaufs der Kaiserallee ist eine gute Sicht auf die zufahrenden Autos gegeben",erklärt Robert Blaszczyk. Zudem müssten Fußgänger bei der Querung nur Fahrzeuge aus einer Richtung beachten und sich die Situation für Autofahrer durch die Umgestaltung nicht wesentlich verschlechtern, da sie durch die Bedarfsampel der Fußgänger auch seltener halten müssen, erklärt Blaszczyk.

Die Auswirkungen des Realexperiments werden über die gesamte Dauer beobachtet und analysiert. Auch die sogenannten digitalen Poster werden wieder zum Einsatz kommen, wo Fußgänger nach dem Sicherheitsempfinden oder der Zufriedenheit mit der Umgestaltung befragt werden.

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Kommentare (37)
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  •   stoersender
    (1174 Beiträge)

    10.11.2018 14:44 Uhr
    Autofeindliche Politik
    in KA, verpackt in ein wissenschaftliches Mäntelchen.
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    10.11.2018 18:13 Uhr
    Menschenfreundliche Politik
    augenscheinlich gemacht durch konkrete Verbesserungen. Wohin "autofreundliche" Politik führt sieht man in jeder Großstadt: Lärm, Gestank, Stau, Unfälle, menschenfeindliche Umgebung, Straßen als Parkplatzblechhalden,
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    10.11.2018 00:43 Uhr
    Die Situation ist nun deutlich verbessert, danke, leider ist dies
    der erste vernüftige Ansatz von "GO Karlsruhe", der mir bekannt ist. Dass Fußgänger und Radfahrer aber an 100ten Karlsruher Ampeln unsinnig, viel zu lange und blöd herum stehen, weil die Schaltungen eben für Autofahrer gemacht sind, ist leider Realität (Albtalbahnhof!). Wo Übersichtlichkeit gegeben ist und wenn weit und breit kein Auto kommt, sollte eine allgemeine Freigabe erfolgen, also genau das, was "überaschenderweise" auch hier die meisten Fußgänger tun. Generell verzichten Fußgänger und Rafdfahrer ja an vielen Stellen häufig auf die Ihnen zustehende Vorfahrt, um ihre Haut zu retten, so dass ihnen unnötige Gängelung hier und andernorts erspart bleiben sollte.
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  •   santana
    (1000 Beiträge)

    10.11.2018 10:47 Uhr
    an Freigeist1
    Sind Sie sich da sicher? Vielmehr ist es doch so, dass in KA die Straßenbahnen eine Vorrangschaltung haben, das kann man als Autofahrer doch täglich vielfach beobachten.
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  •   Freigeist1
    (663 Beiträge)

    10.11.2018 12:35 Uhr
    Am Albtalbahnhof wartet man bis zu 4 Minuten.
    In dieser Zeit fahren vielleicht 4 oder 5 Bahnen bzw. Busse durch à 7 sec. Mit denen hat die Wartezeitorgie nix zu tun. Auf der Ebertstraße hat die Autofahrerampel zum Rechtsaabiegen (aus Richtung Europahalle) praktisch Dauergrün, also auch wenn weit und breit kein Auto kommtaußer bei Bahn-Rot (ca. 7 sec.). Die Fußgängearmpel hat folglich Dauerrot. Keine Koordination mit der anschließenend Querung der Schwarzwaldstraße sowie ebenfalls keine mit der Überquerung der Ebertstraße (bei Matratzen Concord).
    Als Fußgänger wartet man also 3 x, als Autofahrer nur 1 x.
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  •   Svetogor
    (240 Beiträge)

    09.11.2018 15:13 Uhr
    .
    Hier wird die Verblödung der Menschheit weiter vorangetrieben - und das alles unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Warum wird denen nicht einfach das Geld gestrichen? Die sollen doch auf ihrem privaten Gelände ihren Mist ausprobieren.
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  •   LJ_Skinny
    (196 Beiträge)

    09.11.2018 14:41 Uhr
    Noch eine Verbesserung
    Wenn man den einen Streifen jetzt nochmal um einen reduziert, dann haben die Fussgänger praktisch gar keine Wartezeit mehr.

    Darf ich mich jetzt Wissenschaftler nennen?
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  •   karlsruher1955
    (1085 Beiträge)

    09.11.2018 13:28 Uhr
    Einfach lachhaft
    Es gibt Ampeln für Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer. Wo liegt das Problem? An der Dummheit, Leichtsinnigkeit, oder Desinteresse aller drei Gruppen wenn diese sich nicht daran halten.
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  •   NeoTiger
    (614 Beiträge)

    09.11.2018 16:06 Uhr
    Den Artikel überhaupt gelesen?

    Die Probleme mit der bisherigen Ampelinstallation fand ich recht verständlich erläutert.
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  •   Waterman
    (6149 Beiträge)

    09.11.2018 13:19 Uhr
    Heute
    ist der 9. November. Ein multipler Gedenktag für Deutschland über den sogar im Bundestag reflektiert wird.

    Bei ka-news erscheint ein interessanter Artikel zu einem davon und - ungleich wie bei den anderen Artikeln, in deren Reihe er gestellt wird - wird keine Diskussion dazu erlaubt. Das ist enttäuschend und gleichzeitig schade, da in der Tat grenzwertige Kommentare zu erwarten sind. Schade für die vertane Chance.

    Man arbeitet sich halt lieber über einen Verkehrstest der Uni ab.
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